Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EICHWALD: Südzubringer blockiert Stadtentwicklung

Ob die Umfahrung Süd der Stadt Luzern jemals gebaut wird, ist offen. Trotzdem gilt im Bereich des geplanten Tunnelportals ein Baustopp. Dieser könnte noch Jahrzehnte dauern. Deshalb sucht die Stadt neue Zwischennutzungen.
Robert Knobel
Das Eichwald-Areal mit dem «Soldatenhaus» im Vordergrund. Der hintere Teil dient zurzeit als Parkplatz. (Bild: Robert Knobel (3. November 2017))

Das Eichwald-Areal mit dem «Soldatenhaus» im Vordergrund. Der hintere Teil dient zurzeit als Parkplatz. (Bild: Robert Knobel (3. November 2017))

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Dieser Ort ist eigentlich eine Top-Lage: In unmittelbarer Nähe von Allmend, Autobahnanschluss und Veloachse «Freigleis» ist der Eichwald zentral gelegen und hervorragend erschlossen. Doch das Gebiet macht seit Jahren einen vernachlässigten Eindruck. Pläne für eine Überbauung gab es zwar immer wieder mal – so etwa für ein Asylzentrum. Zeitweise befand sich auf dem Platz am Waldrand auch eine Wagenburg.

Doch einer längerfristigen Nutzung steht ein Bauwerk im Weg, von dem in den Sternen steht, ob es überhaupt jemals realisiert wird. Die Rede ist vom Südzubringer. Genau hier, beim Eichwald, würden die Autos dereinst in den neuen Tunnel Richtung Tribschen einfahren. Der Tunnel ist Bestandteil des Agglomerationsprogramms Luzern. Einen Zeithorizont für den Bau gibt es aber nicht. Fest steht einzig, dass der Tunnel – wenn überhaupt – nicht vor 2030 gebaut wird. Und so lange die Umfahrungsstrasse nicht definitiv vom Tisch ist, kann das Gebiet rund um das geplante Tunnelportal nicht überbaut werden. Das hält der Luzerner Stadtrat in seiner Antwort auf zwei Vorstösse im Parlament erneut fest. SP und GLP wollten wissen, wie es mit dem Eichwald-Areal weitergeht. Der Stadtrat schreibt nun: «Es sollen keine festen Bauten erstellt werden, welche eine spätere Planung einschränken oder präjudizieren.» Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Gebäude für den Bau des Südzubringers wieder abgerissen werden müssen und damit hohe Investitionen vernichtet werden. Das gelte selbst dann, wenn bestehende Gebäude abgerissen werden müssen. Sie sollen nicht wieder aufgebaut werden, solange die Tunnelfrage nicht geklärt ist.

Dazu gibt es einen aktuellen Fall: Das ehemalige «Soldatenhaus» am Murmattweg 2 – ein Bau des bekannten Architekten Armin Meili – ist in einem sehr schlechten Zustand. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt, doch der Mietvertrag für die städtische Liegenschaft läuft 2018 aus. Der Stadtrat will das Gebäude danach abbrechen lassen und nicht wieder aufbauen.

Soldatenhaus gilt als «erhaltenswert»

Zwar wird der Bau aus dem Jahr 1935 im kantonalen Bauinventar als «erhaltenswert» bezeichnet. Doch nach Ansicht des Stadtrats wurde das Gebäude durch Umbauten derart verändert, dass es nicht mehr als architektonisch wertvoll gelten kann. Zudem wäre eine Sanierung sehr aufwendig, was aufgrund der möglicherweise beschränkten Nutzungsdauer wenig Sinn mache.

Auch bei den übrigen Gebäuden auf dem Eichwald-Areal stellt sich in den nächsten Jahren die Frage nach der weiteren Nutzung. Die rund zehn Häuser und Baracken werden heute von der Feuerwehr, dem Strasseninspektorat und der IG Arbeit belegt. Zudem hat der Verein Pro Ticino dort sein Lokal. Etwa im Jahr 2022 will die Stadt den Zustand aller Gebäude umfassend überprüfen und dann entscheiden, ob eine weitere Nutzung möglich ist. Gemäss Stadtrat ist nicht ausgeschlossen, dass ausser dem «Soldatenhaus» noch weitere Gebäude in absehbarer Zeit abgebrochen werden müssen.

Für die verbliebenen Gebäude will der Stadtrat ab 2022 bis zum Bau des Südzubringers eine «aktive Zwischennutzung» vorantreiben. Dabei will er allenfalls auch mit Stadtentwicklungs­experten der Uni und Hochschule Luzern zusammenarbeiten. Bezüglich Nutzung hätten «stadtinterne Bedürfnisse» Priorität, wie der Stadtrat schreibt.

Gewerbeflächen oder Carparkplätze

Denkbar wären etwa Provisorien für die Musikschule, Lagerflächen für den Werkdienst – oder ein Carparkplatz. Tatsächlich ist der Eichwald eine von mehreren Optionen, welche der Stadtrat zurzeit für die Carparkierung prüft. SP und GLP wünschen sich gemäss ihren Vorstössen allerdings auch Zwischennutzungen für KMU, Kleingewerbe und Kultur. Laut der städtischen Baudirektorin Manuela Jost wäre dies ebenfalls denkbar, «wenn ein ­gutes Projekt vorliegt».

Nicht betroffen vom Südzubringer ist die geplante Genossenschaftsüberbauung auf der anderen Seite der Eichwaldstrasse. Diese kann wie geplant realisiert werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.