Eigene Pädagogische Hochschule für Luzern

Luzern wird ab dem 1. August 2013 die Lehrer an einer eigenen Pädagogischen Hochschule ausbilden. Der Kantonsrat hat am Montag das Gesetz gutgeheissen, das das juristische Fundament der Pädagogischen Hochschule Luzern bildet.

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Gebäude der Pädagogischen Hochschule an der Bellerivestrasse in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Gebäude der Pädagogischen Hochschule an der Bellerivestrasse in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Parlament hiess die Vorlage nach erster Lesung einstimmig gut. Das neue Gesetz sei folgerichtig und zwingend, erklärten die Redner in der Eintretensdebatte. Diskutierte Themen waren etwa die Zulassung und die Studiengebühren.

In Luzern gibt es bereits heute eine pädagogische Hochschule, doch ist diese eine von drei Teilschulen der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ). 2010 kündigte Luzern das Konkordat. Die PHZ sei mit ihren drei Standorten Luzern, Zug und Goldau zu kompliziert organisiert, wurde der Schritt begründet.

Ab Beginn des Studienjahres 2013/14 wird Luzern seine PH alleine führen. Sie wird nicht als Verwaltungseinheit, sondern als öffentlich-rechtliche Anstalt geführt. Die Grünen würden es gerne sehen, wenn die PH Teil der Fachhochschule Zentralschweiz wäre, ein Anliegen, das aber politisch chancenlos ist.

Studenten nicht strategisch tätig

Operativ geleitet wird die Schule von einem Rektor. Strategisches Führungsorgan ist der PH-Rat. Gegen den Antrag von Monique Frey (Grüne, Emmen) lehnte es das Parlament ab, der Studentenschaft einen Sitz im PH-Rat zuzusichern. Auch die Dozierenden hätten dort keinen Sitz, lautete ein Gegenargument.

Präsident des PH-Rates ist der Bildungsdirektor. Dieser wollte sich die Freiheit bewahren, auf das Präsidium verzichten zu können. Das Parlament gewährte ihm dies aber nicht. An der PH werde schliesslich das eigene Personal ausgebildet, sagte Priska Wismer (CVP, Rickenbach).

Das Gesetz sieht vor, dass der Regierungsrat die Zahl der Studienplätze beschränken kann, wenn es mittelfristig zu viele Lehrer gibt. Dies war im Parlament unbestritten.

Jacqueline Mennel (SP, Hochdorf) fürchtete, dass der Kanton trotz Lehrermangels aus finanziellen Gründen oder weil es zu wenig Platz gebe, die Zulassung beschränkt. Das Parlament teilte ihre Bedenken nicht und lehnte ihren Antrag ab.

Heidi Rebsamen (Grüne, Luzern) wollte, dass mehr Männer Lehrer werden. Der PH-Rat müsse deshalb entsprechende Anstrengungen unternehmen. Das Parlament folgte aber Bildungsdirektor Reto Wyss. Dieser argumentierte, die Attraktivität des Lehrerberufs für Männer sei nicht von der PH abhängig.

Höhere Gebühren für ausländische Studenten ermöglicht

Die Linke forderte, dass die Studiengebühren so bemessen werden, dass sie den Zugang an die PH nicht erschweren. Es sollten alle dort studieren können. Das Parlament wollte aber, dass die Höhe der Gebühren sich an denen anderer Pädagogischen Hochschulen orientiert.

Keinen Erfolg hatte die Linke ferner mit ihrem Antrag, dass die Gebühren für ausländische Studierende nicht höher sein dürfen als für inländische. Es seien ja weniger als zwei Prozent der PH- Studenten Bildungsausländer.

Die Mehrheit des Parlamentes fand es aber richtig, wenn die Studenten aus dem Ausland mehr zahlen, dies weil die öffentliche Hand die inländischen mitfinanziere. Es gehe darum, die Möglichkeit zu schaffen, damit bei Bedarf reagiert werden könne, sagte der Bildungsdirektor.

sda