Kommentar
Eigenes Corona-Hilfspaket: Luzerner Regierung hat spät, aber richtig gehandelt

Die Luzerner Regierung hilft besonders stark unter der Coronakrise leidenden Branchen mit Kantonsgeldern. Das wurde höchste Zeit – und die Höhe der Unterstützung ist diskutierbar.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die Luzerner Regierung greift Kindertagesstätten mit vier Millionen, Startup-Firmen mit Bürgschaftskrediten von zwei Millionen und dem Tourismus mit 700'000 Franken unter die Arme. Sie kommt damit Forderungen entgegen, die in den letzten Tagen in Bezug auf Unternehmen und Kindertagesstätten in zunehmend schärferem Ton gestellt wurden.

Wer nun folgert, die Regierung habe innert kürzester Zeit ein Hilfspaket geschnürt, liegt falsch. Die am Dienstagnachmittag kommunizierten Finanzspritzen wurden während Tagen erarbeitet. Zugewartet hat die Regierung deshalb, weil sie vorab den Bundesrat in der Pflicht sieht, besonders stark betroffene Branchen zu unterstützen. Auf Bundeshilfe setzt sie im Übrigen weiterhin: Alimentiert der Bund die Kindertagesstätten doch noch, werden die Luzerner Beiträge mit jenen aus Bern verrechnet.

Das ist eine vertretbare Haltung, wenn auch keine besonders grosszügige. Denn auf funktionierende Kindertagesstätten, Firmen mit innovativen Geschäftsmodellen und erst recht auf eine florierende Tourismusbranche ist Luzern auch nach dem Ende der Pandemie angewiesen. Deshalb muss über die Höhe des Hilfspakets je nach weiterem Verlauf der Coronakrise diskutiert werden. Zugute halten muss man der Luzerner Regierung aber, dass sie gehandelt hat. Wenn auch spät – viel später beispielsweise als das Zuger Kollegium.