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Eigenthal: Kritisierter Zentrumsleiter ersetzt

Die Vorwürfe gegen das Asylzentrum Eigenthal, wonach Asylsuchende unkorrekt betreut werden, haben sich laut einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zum Teil bestätigt. Der kritisierte Leiter der Unterkunft wurde beurlaubt und ersetzt.
Die Truppenunterkunft Eigenthal wird temporär von Asylbewerbern bewohnt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Truppenunterkunft Eigenthal wird temporär von Asylbewerbern bewohnt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Am 25. September hat Amnesty International (ai) das Bundeszentrum Eigenthal einem Kontrollbesuch unterzogen, nachdem das Asylnetz Luzern den Betrieb der Unterkunft kritisiert hatte. Der Vorwurf: Die Firma ORS, die für die Betreuung der Asylsuchenden im Eigenthal verantwortlich ist, habe gegen einzelne Auflagen des Bundesamts für Migration (BFM) verstossen. Zu diesem Schluss kam nun auch eine weitere Untersuchung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), welche von der ORS selber in Auftrag gegeben worden war. Im Bericht wird auch Kritik am BFM laut: Es habe das Zentrum Eigenthal zu wenig systematisch kontrolliert.

«Unangemessenes Verhalten»

Als Konsequenz aus dem Bericht habe das BFM sein Controlling intensiviert und die ORS die notwendige Sofortmassnahmen ergriffen: Der kritisierte Leiter der Unterkunft sei inzwischen ersetzt worden und es wurden Verbesserungen punkto Betreuung und Versorgung eingeleitet.

Laut Mitteilung der ORS vom Dienstag, sei die Situation für die Familien und Kinder so weit wie möglich bereits verbessert worden. Ebenso seien Verbesserungen im Bereich der Bekleidung und der Verpflegung (besonders für Kinder) veranlasst worden und die Unterkunft werde nun besser beheizt. Auch das schulische Angebot und die Tagesstrukturen sollen optimiert werden.

Gemäss Mitteilung des BFM sind im Bericht der Flüchtlingshilfe folgende Beanstandungen aufgeführt:

  • Es gibt zahlreiche Zeugnisse über unangemessenes Verhalten des mit der Leitung des Zentrums beauftragten ORS-Mitarbeiters.
  • Die ärztliche und medizinische Versorgung war teilweise unzureichend.
  • Die Ernährung hätte besser auf die Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt sein müssen.
  • Die angemessene Grundversorgung mit Bekleidung war nicht immer gewährleistet.
  • Für die Betreuung und Animation der anwesenden Kinder wurden zu wenig Ressourcen eingesetzt. Ebenso erachtet die SFH die Betreuung der erwachsenen Asylsuchenden als unzureichend.
  • Das Betreuungsteam war weitgehend auf sich alleine gestellt.


Auch Securitas in der Kritik

Von der ursprünglichen Kritik seien auch die Angestellten der Sicherheitsfirma Securitas betroffen gewesen. Diese Vorwürfe waren aber nicht Gegenstand der Abklärungen durch die SFH. Dem BFM liege eine Stellungnahme der Firma Securitas vor. Zusätzlich wird das BFM diese Anschuldigungen ebenfalls von einer externen Organisation abklären lassen.

pd/bep

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