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Ein Blick ins Museum der alten Luzerner Turmuhren

Im Zytturm Luzern befindet sich ein Schaulager von zum Teil jahrhundertealten Turmuhren der Stadt Luzern. Neu dazu kommt jetzt die Uhr des 1864 abgerissenen Burgerturms in der Luzerner Kleinstadt. Erfahren Sie in unserer Übersicht mehr zu den zehn ausgestellten Uhrwerken.
Hugo Bischof

Burgerturm-Uhr

Die Burgerturm-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

Die Burgerturm-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

  • Bauzeit: 1785
  • Erbauer: unbekannt
  • Geschichte: Der Burgerturm wurde 1371 erstmals schriftlich erwähnt. Er stand zwischen in der Luzerner Kleinstadt, zwischen dem Hotel Wilden Mann und der Suidterschen Apotheke. 1864 wurde er abgerissen. Uhrwerk und die Glocke blieben erhalten; sie waren ab 1986 im Historischen Museum Luzern ausgestellt.
  • Besonderes: Die Burgerturm-Uhr verfügt über einen Rollengang, eine sehr seltene Form der Hemmung (die Hemmung bewirkt das periodische Anhalten des Räderwerks und somit den regelmässigen Gang der Uhr).

Zytturm-Uhr

Die Zytturm-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

Die Zytturm-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

  • Bauzeit: 1385
  • Erbauer: Heinrich Halder, Basel. Komplette Erneuerung 1535 durch Hans Luter, Schlosser und Uhrmacher aus Waldshut.
  • Geschichte: 1385 war der Bau der Museggmauer noch im Gang, der Zytturm stand noch nicht. Die Uhr wurde zunächst im Graggentor zwischen Weggisgasse und Löwengraben untergebracht (Höhe heutige Jazzkantine) und erst 1403 in den Zytturm versetzt.
  • Technik: Das Schlagwerk ist original erhalten, während das Gehwerk 1842 von Uhrmacher Suter mit einer korrigierten Scherenhemmung und einem neun Meter langen Pendel versehen wurde. Das Pendel schlägt im Drei-Sekunden-Rhythmus.
  • Besonderes: Als erste Uhr der Stadt Luzern erhielt die Zytturm-Uhr das Erstschlagrecht. Bis heute schlägt sie die volle Stunde eine Minute früher als alle anderen Uhren. Es zeigt das städtische Selbsverständnis: «Wer die Zeit in der Hand hält, hat auch Macht über den Raum und das Leben.»

Rathaus-Uhr

Die Rathaus-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

Die Rathaus-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

  • Bauzeit: 1526
  • Erbauer: Hansen Luter, Zürich.
  • Geschichte: Das Rathaus Luzern stammt aus dem Hochmittelalter. Bereits 1408 gab es darin eine Uhr. Das Rathaus wurde 1602 bis 1606 neu gebaut. Die Uhr wurde 1788/89 von Vinzenz Purtscher um zwei Werke erweitert, ein zweites Stundenschlagwerk und ein Viertelstundenschlagwerk. Die Räder wurden um 90 Grad gedreht. 1789 wurde die Uhr in die Hofkirche verlegt und blieb bis 1911 dort.
  • Technik: Gewichtsrad dreht sich einmal pro Stunde, treibt Stundenrad und einzigen Zeiger an. Schlagwerke sind nicht mehr gangfähig. Ganzes Uhrwerk von Hand geschmiedet.
  • Besonderes: Eine der grössten Turmuhren Europas. Das Zifferblatt von 1788 hat einen Durchmesser von fast fünf Metern. Zifferblatt, Stundenzeiger und Mondphasen sind original. Anker und Pendel wurden renoviert.

Kasernen-Uhr

Die Uhr der Alten Kaserne mit Zifferblatt und Glocke. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

Die Uhr der Alten Kaserne mit Zifferblatt und Glocke. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

  • Bauzeit: 1862
  • Erbauer: Leonz Suter, Kleewald (Rothenburg LU)
  • Geschichte: Zwischen 1861 und 1863 wurde auf dem Kurzweilplatz (heute Kasernenplatz) in Luzern eine Infanterie-Militärkaserne für über tausend Soldaten gebaut. Ihre Uhr erhielt zusätzlich zum Stunden- einen Minutenzeiger – für den Militärdrill. Die Kaserne blieb bis 1935 in Betrieb. In den 1960er Jahren diente sie als Kantonsschule. 1971 wurde das Haus abgerissen. An seine Stelle wurde das ehemalige Waisenhaus (heute Naturmuseum) wieder aufgebaut.
  • Technik: Halb handwerklich, halb industriell gefertigt. Das Ausgleichsgewicht des Minutenzeigers ist hinter dem Zifferblatt verdeckt angeordnet.
  • Besonderes: Beim Gebäude-Abriss 1971 blieb die Uhr nur durch Zufall erhalten. Erst kurz vor der Sprengung merkte man, dass sie noch im Gebäude war. Sie wurde eiligst demontiert und in Sicherheit gebracht.

Malters-Uhr

Die Malters-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

Die Malters-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26. März 2019)

  • Bauzeit: Zwischen 1838
  • Erbauer: Leonz Suter, Kleewald (Rothenburg LU)
  • Geschichte: Die dem Heiligen Martin gewidmete Pfarrkirche von Malters gehört zu den früh erbauten Gotteshäusern der Schweiz. Die heutige Pfarrkirche St. Martin Malters wurde zwischen 1833 und 1839 südlich einer früheren, im Bereich des unteren Friedhofs stehenden Kirche gebaut – mit dem höchsten Kirchturm im Kanton Luzern. Die Turmuhr bildete Teil dieses Kirchenneubaus. Eine baugleiche Uhr mit zwei Stundenschlagwerken baute Leonz Suter in dieser Zeit auch für die Pfarrkirche in Sempach.
  • Technik: Zwei Stundenschlagwerke
  • Besonderheit: Die Malters-Uhr ist eine der letzten vollständig schmiedeisernen Uhren in der Schweiz.

Sentispital-Uhr

Die Sentispital-Uhr mit halbem Zifferblatt. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

Die Sentispital-Uhr mit halbem Zifferblatt. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

  • Bauzeit: um 1700
  • Erbauer: unbekannt
  • Geschichte: Das Siechenhaus und die Herberge St. Jakob für Aussätzige, Arme und Pilger (mit Kapelle) wurden im 13. Jahrhundert an der Landstrasse nach Basel (heute Baselstrasse) am Fuss des Gütschs errichtet. Das Spitalgebäude wurde 1662 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Die Wohntrakte des Spitals wurden 1817/18 neu gebaut.
  • Technik: Einfaches Gehwerk mit zwei Rädern und einem Stundenschlag. Seit 1818 in der Originalsubstanz erhalten, was für eine Uhr dieser Art selten ist.
  • Besonderes: Als wohl europaweit einzige Uhr aus dieser Zeit hat die Sentispital-Uhr statt einem runden ein halbrundes Zifferblatt. Ein einziger Stundenzeiger mit zwei verschieden langen Armen zeigt zuerst die Stunden von 1 bis 6 und danach die Stunden von 7 bis 12 an.

Lieli-Uhr

Die Lieli-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

Die Lieli-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

  • Bauzeit: vermutlich frühes 17. Jahrhundert
  • Erbauer: unbekannt
  • Geschichte: Lieli, am Lindenberg gelegen, gehörte seit 1431 zur Herrschaft Heidegg. 1594 stiftete die Bruderschaft St. Wendelin ein Kapelle im Herzen des Dorfs. Kapelle/Kirche wurde mehrfach umgebaut. 1772 wurde der Turm erneuert.
  • Technik: Viertelstunden-Schlagwerk und Stundenschlagwerk. Filigran, elegant aufgebaut. Die Werke sind – nach alter Bauweise – hintereinander angeordnet. Das Gehwerk wurde um 1850 auf Stiftenhemmung umgebaut. Das Uhrwerk wurde im letzten Jahrhundert nachträglich verzinkt; ältere Gravuren wurden dadurch überdeckt.
  • Besonderheit: Der Aufzug der Uhrwerke erfolgt mittels Endlosschlaufe eines Seilaufzugs.

Moosmatt-Uhr

Die Moosmatt-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

Die Moosmatt-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

  • Bauzeit: 1914
  • Erbauer: Uhrenmanufaktur Moser-Baer, Sumiswald BE
  • Geschichte: Die Uhr gehörte zum 1912 gebauten Schulhaus Moosmatt im Luzerner Obergrund-Quartier.
  • Technik: Der Metallrahmen ist gegossen, die Messingzahnräder sind gefräst.
  • Besonderes: 1976 wurde die Uhr stillgelegt und im Schulhaus durch eine Quarzuhr ersetzt.

Horwer-Uhr

Die Horwer-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

Die Horwer-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

  • Bauzeit/Erbauer: unbekannt
  • Geschichte: Horw besass schon im 12./13. Jahrhundert eine Kirche. Neubau im 15. Jahrhundert. Heutige Pfarrkirche St. Katharina 1813 bis 1819 erbaut.
  • Technik: Technische Elemente aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. 1821 durch Jost Schnyder um ein Gehwerk erweitert.
  • Besonderes: 2017 vom Luzerner Stadtuhrmacher Martin Spöring um einen Glockenstuhl ergänzt.

Hergiswald-Uhr

Die Hergiswald-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

Die Hergiswald-Uhr. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 26.03.2019)

  • Bauzeit: 1710
  • Erbauer: I. Klingler, Kriens
  • Geschichte: Die Wallfahrtskirche Hergiswald entstand etappenweise im 17. Jahrhundert.
  • Technik: Gehwerk 1858 auf Stiftenhemmung umgebaut.
  • Besonderes: I. Klingler betrieb am Krienbach eine Sensenschmiede. Die nahegelegene Nagelschmiede von Johann Peter von Moos war Grundstein der Von-Moos’schen Eisenwerke.

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