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Ein Blick zurück: Vom Hertensteinhaus zum jüngsten Gebäude am Kapellplatz

Der Kapellplatz hat in seiner Geschichte schon viele Häuser kommen und gehen gesehen. Besonders das Grundstück des vor kurzem abgerissenen C&A-Hauses hatte schon viele Gesichter.

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Der Neubau am Kapellplatz.

Der Neubau am Kapellplatz.

Bild: hor

(pjm) Alle zwei Monate öffnet die Stadt Luzern ihr Archiv und veröffentlicht auf ihrer Website historische Bilder. In den neusten Veröffentlichungen geht es um die verschiedenen Häuser, welche auf dem Grundstück des ehemaligen Hertensteinhauses und späteren C&A-Hauses standen.

1510 liess sich Jakob von Hertenstein auf dem Kapellplatz ein repräsentatives Haus erbauen, schreibt das Stadtarchiv. Sieben Jahre nach Fertigstellung des «Hertensteinhauses» wurde es durch Vater und Sohn Holbein sowohl innen als auch aussen mit Fresken geschmückt.

Das Hertensteinhaus wurde durch Vater und Sohn Holbein verziert. Hier ein Entwurf von Hans Holbein (Sohn).
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Bis in die 1950er Jahre war die Schirmfabrik von Robert Fenner in der Kapellgasse 4 untergebracht. Später wurde es zusammen mit dem Knörr-Haus abgerissen.
Von 1825 bis 1959 stand das klassizistisch-biedermeierliche Knörr-Haus am Kapellplatz.
Im April 1962 wurde das ABM (Aux Bon Marché)-Haus eröffnet. Hier ein Bild während der Weihnachtszeit 1979.
Das ABM-Haus war im Inventar der schützenswerten Ortsbilder als störend eingetragen.

Das Hertensteinhaus wurde durch Vater und Sohn Holbein verziert. Hier ein Entwurf von Hans Holbein (Sohn).

Bild: Martin P. Bühler (Kunstmuseum Basel)

Die Zeiten ändern sich

Im gotikbegeisterten 19. Jahrhundert fanden die Renaissance-Fresken kaum mehr Beachtung und so wurde das Hertensteinhaus 1825 abgerissen. Lediglich in Fachkreisen äusserte sich damals Kritik. An der Stelle des Hertensteinhauses wurde das Knörr-Haus errichtet, welches in seinem gut 130-jährigen Bestehen als Gewerbe-, Wohn- und Bankhaus genutzt wurde. Im Gegensatz zum Abriss seines Vorgängers war der Aufschrei unterdessen weit grösser, als das Knörr-Haus zusammen mit zwei weiteren Gebäuden 1959 abgerissen und 1961/62 durch ein in der Politik als «brutalen Zweckbau» bezeichnetes Gebäude ersetzt wurde.

Beim «Zwecksbau» ist die Rede vom ABM-Gebäude und späteren C&A-Haus. In seinem knapp sechzigjährigen Bestehen konnte es die Herzen der Luzerner Bevölkerung nie erwärmen. So war wohl auch eher Erleichterung als Wehmut zu spüren, als das als «Schandfleck von Luzern» verschriene Gebäude 2018 abgerissen wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass der Neubau, der diese Tage bezogen wird, in eine frohere Zukunft blickt.

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