Ein «Bunter Abend» mit Igi Bühler und viel Klamauk

Patrick Degen präsentiert mit «(R)Igi-Blick» sein sechstes abendfüllendes Programm und amüsiert als Igi Bühler.

Yvonne Imbach
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Patrick Degen als Igi Bühler (links) und Stefan Schärli als Koch lassen die Puppen tanzen.

Patrick Degen als Igi Bühler (links) und Stefan Schärli als Koch lassen die Puppen tanzen.

Bild: Manuela Jans-Koch (Gisikon, 15. Oktober 2020)

Seit über acht Jahren schlüpft Patrick Degen in die Rolle der Kunstfigur «Igi Bühler». Im Gasthaus Tell in Gisikon feierte letzten Donnerstag das sechste abendfüllende Programm rund um den schrulligen, hyperaktiven Rentner Premiere. Unter Einhaltung des Coronaschutzkonzepts fanden sich die Fans ein, spürbar ausgehungert nach Comedy, Grimassen und mehr oder weniger derben Gags.

Und sie wurden zu hundert Prozent bedient: Zwei Stunden Lachen, bis die Bauchmuskeln vibrieren, herzlicher Schlussapplaus mit stehender Ovation und rundum entspannte, sorgenfreie Gute-Laune-Gesichter: Dies war das Schlussbild in den Zuschauerreihen, bevor wieder Masken übergezogen wurden.

Ohne wilde Mimik kein Igi Bühler

Mit «(R)Igi-Blick» erfüllt sich Patrick Degen einen grossen Traum. «Einmal wollte ich eine Hauptrolle in einem Schwank spielen.» Sein Autor Andreas Gaw habe die Idee «Weltklasse» gefunden und schrieb ihm den Schwank quasi auf den Leib. Oder vielmehr ins Gesicht, denn ohne wilde Mimik kein Igi Bühler, oder anders gesagt: Was Patrick Degen mit seinen Gesichtsmuskeln anstellt, fordert bei den Zuschauern ebendiese in der Bauchgegend ganz schön heraus.

Schauplatz ist die Pension Rigi-Blick, der «Bunte Abend» steht an, doch der organisierende Concierge sowie die gebuchten Künstler glänzen mit Abwesenheit. Ein Schneesturm verhindert vorerst deren Ankunft, Igi Bühler nimmt das Zepter in die Hand und managt die Situation.

Das Publikum kommt ganz auf seine Kosten, wenn aus dem «Schwank», wie nicht anders erwartet, ein Spektakel wird. Ein Kurzschluss, ein Diebstahl, ein Flirt, eine echte Diva und ein Kerl in deren Outfit: Es geht mehr als nur rund. Mit Patrick Degen stehen die Schauspieler Sara Maria Zollinger, Roger Wicki, Stefan Schärli, Guido Widmer sowie der Profi-Bauchredner Roli Berner auf der Bühne. Sie alle beweisen Wandelbarkeit in mehreren Rollen.

Nur Igi bleibt Igi: hektisch, mürrisch, chaotisch, laut und zeternd. So und nicht anders soll es ja auch sein. Es ist faszinierend, wie das Ensemble aufeinander eingespielt ist. Denn die sechs Spieler müssen weitaus mehr als nur auf ein Stichwort achten. Ihr punktgenauer Einsatz richtet sich ausserdem nach Handlung, Mimik, Gestik und immer neuen Figuren, die durch eine der fünf Türen die Szene betritt.

Hinweis: Aufführungen im Gasthaus Tell, Gisikon und in der Rathausbühne Willisau. Spieldaten und Tickets unter www.herrigi.ch.