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Ein E-Bus aus Bern zu Besuch in Luzern

VBL und VVL haben am Dienstag einen E-Bus ohne Fahrleitungen getestet. Bis diese Transportmittel im regulären Streckennetz fahren, dauert’s aber noch.
Simon Mathis

Im Grunde gibt es sie in Luzern ja schon: die Elektro-Busse. Denn die klassischen Trolley-Busse, die gewisse Linien der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) befahren, nehmen Strom von den Fahrleitungen ab. Batterie- oder E-Busse hingegen werden nicht während der Fahrt aufgeladen, sondern «tanken» Strom im Depot – oder bei Endhaltestellen, an denen sie länger verweilen.

Ein solcher «E-Bus pur» des Solothurner Herstellers Hess kurvte diesen Dienstag durch die Stadt. Am frühen Morgen testeten die VBL gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Luzern (VVL) den Stromverbrauch des so genannten «lighTram» zwischen Bahnhof Luzern und Ennethorw. Normalerweise ist dieses Gefährt in der Stadt Bern im Einsatz, zurzeit tourt es allerdings zu Testzwecken durch die Schweiz – sein nächster Halt ist Zug.

(Bilder: Dominik Wunderli, Luzern, 16. Juli 2019)

(Bilder: Dominik Wunderli, Luzern, 16. Juli 2019)

Unterschied zu Trolleys kaum spürbar

Der VVL will, dass bis 2040 die meisten Busse mit erneuerbaren Energien, effizient und emissionsarm durch den Kanton Luzern fahren und die heutigen Dieselbusse ablösen. Dies sieht die E-Bus-Strategie vor, die der VVL kürzlich präsentierte.

Auch die Medien kamen am Dienstagvormittag in den Genuss einer Probefahrt auf der Linie 20. Als Passagier fühlt sich die Fahrt nicht merkbar anders an als eine mit dem Trolleybus; leise und geschmeidig. Auch für die Chauffeure macht es keinen grossen Unterschied, sagt Josef Wechsler, Teamleiter Fahrdienst bei den VBL: «Vorteil ist, dass man nicht auf die Trolley-Leitungen achten muss und in den Kurven freier manövrieren kann.»

Erster E-Bus in Luzern frühestens 2021

Dafür braucht der E-Bus eine schwerere Batterie; in diesem Fall wiegt sie 1,6 Tonnen. Dies geht auf Kosten der Passagierzahl. Ein eingelenkiger Trolley kann maximal 144 Personen transportieren, der entsprechende E-Bus 135. Die VBL wollen ihr E-Bus-Projekt nicht überstürzen. «Wir wollen die Busse in unserem Depot laden», sagt Christian Zumsteg, Leiter Rollmaterial. «Das verschafft uns mehr Flexibilität im Einsatz sowie bei Linienänderungen.» Die Depotlader-Busse können zur Zeit allerdings nur etwa 150 Kilometer weit fahren – für die meisten Linien der VBL ist das zu wenig. Man könne davon ausgehen, dass die Zahl der Kilometer, die Depotlader zurücklegen können, in den nächsten Jahren auf das gewünschte Mass anwachsen werde.

Bis dahin sind Pilotprojekte angesagt: Zurzeit können die Luzerner Transportunternehmen Vorschläge für solche beim VVL einreichen. Diese wählen dann eine handvoll aus, die frühestens 2021 anlaufen. Der Betrieb mit E-Bussen sei wesentlich komplexer als bei Dieselbussen, erläutert Zumsteg. «Natürlich bedeutet das Mehrkosten für uns», sagt Zumsteg. «Wenn die Tests konkreter werden, wird die Politik signalisieren müssen, wie hoch ihre Zahlungsbereitschaft ist.»

Die Rückspiegel funktionieren via Kamera und sind an der Innenseite montiert.

Die Rückspiegel funktionieren via Kamera und sind an der Innenseite montiert.

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