Interview
Ein ehemaliger Emmer Einwohnerrat will nach 12 Jahren zurück ins Parlament

Paul Jäger, stellvertretender Flugplatz-Kommandant in Emmen und ehemaliger FDP-Einwohnerrat, kandidiert als Unabhängiger erneut fürs Parlament. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Beatrice Vogel
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Für die Parlamentswahlen am 29. März gibt es in Emmen hauptsächlich Parteien-Listen – mit einer Ausnahme. Auf der Liste 22 «Unabhängig für Emmen» steht nur ein Name: Paul Jäger. Dieser dürfte vielen Emmern bekannt sein. Paul Jäger ist Stabschef und stellvertretender Flugplatz-Kommandant in Emmen. Darüber hinaus sass er bereits von 2002 bis 2008 für die FDP im Einwohnerrat und engagiert sich aktiv in der Gemeinde. So war er vier Jahre lang Präsident der Zukunftsgestaltung Emmen sowie OK-Präsident diverser Anlässe. Mitglied ist er unter anderem im Gewerbeverein Emmen, im Quartierverein Erlen-Neuhof, bei der Weihnachtsbeleuchtung Emmen sowie in mehreren Sportvereinen. Jäger ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern.

Paul Jäger, unabhängiger Einwohnerratskandidat Emmen.

Paul Jäger, unabhängiger Einwohnerratskandidat Emmen.

Bild: PD

Nun will Paul Jäger wieder in den Einwohnerrat. Der 60-Jährige präsentiert sich als «Macher aus der Mitte», ohne aber für eine Partei zu kandidieren.

Warum kandidieren Sie wieder für den Einwohnerrat Emmen?

Paul Jäger: Aus drei Gründen: Erstens will ich nicht länger die Faust im Sack machen, sondern mich wieder aktiv in die politischen Entscheide einbringen. Zweitens habe ich das Präsidium des Sicherheitspolitischen Forums der Zentralschweiz abgegeben und dadurch Kapazitäten frei. Und drittens soll der Einwohnerrat wieder zur alten Stärke zurückfinden.

Inwiefern können Sie dazu beitragen, dass der Einwohnerrat zu alter Stärke zurückfindet?

Durch meine unzähligen Kontakte und meine grosse Erfahrung bin ich mit dem Spannungsfeld Verwaltung-Politik-Wirtschaft bestens vertraut und kenne die Meinung der Emmer Bevölkerung. Als Unabhängiger muss ich keine Partei-Interessen vertreten, sondern kann mich den Sorgen der Emmerinnen und Emmer annehmen. Ich will die Generation der Babyboomer vertreten und auch den Mitarbeitenden auf dem Flugfeld wieder eine Plattform geben.

Was sind Ihre politischen Schwerpunkte?

Ich will mithelfen, Emmen in eine gute Zukunft zu führen – mit gesunden Finanzen. Sprich: Strengere Budgets, ein optimaler Einsatz der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, keine Fehlinvestitionen. Bauherren könnten dazu verpflichtet werden, sich an Schulhäusern, Begegnungszonen und dergleichen zu beteiligen. Darüber hinaus will ich die Verkehrsflüsse optimieren, beispielsweise mit einem Lastwagenverbot auf der Gerliswilstrasse oder indem der ÖV für das Quartier Cholben reaktiviert und Fahrgemeinschaften belohnt werden. Umweltschutz muss – wo möglich und nötig – umgesetzt werden, etwa mit Elektrobussen auf dem Emmer Netz oder mit einer energetischen Sanierung des Verwaltungsgebäudes, an dem in den letzten Jahren zu wenig gemacht wurde.

Sie sassen bereits sieben Jahre für die FDP im Einwohnerrat. Warum kandidieren Sie jetzt als Unabhängiger?

Bei vielen Sachgeschäften hatte ich schon damals das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie die FDP und setzte mich zeitweise gegen die Parteiinteressen ein. Als Unabhängiger bin ich nicht gebunden und kann mich ganz im Sinn der Bevölkerung im Parlament einbringen.

2008 traten Sie aus dem Parlament zurück. Warum kandidieren Sie zwölf Jahre später erneut?

Sieben Jahre waren meines Erachtens genug, und ich erreichte zeitweise mit Lobbyarbeit mehr als im Parlament – beispielsweise mit meinen Aktivitäten gegen die Fusionsverhandlungen mit Luzern. Ausserdem bin ich mir von meiner Aufgabe bei der Luftwaffe gewohnt, schnell zu reagieren und umzusetzen. Die Arbeit im Einwohnerrat war mir deshalb zu langatmig. Nun freue ich mich auf eine hoffentlich schlagkräftige Legislative, die die Exekutive fordert.

Welcher Fraktion würden Sie sich bei einer Wahl anschliessen?

Ich möchte ohne Fraktionsanschluss bleiben und nehme den Mehraufwand in Kauf. Sollte es trotzdem nötig und für die Sache von massivem Vorteil sein, werde ich nach der Wahl eine Entscheidung treffen.