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Ebikon: Ein ganzes Altersheim zieht um

Die Stiftung St. Anna baut ein neues Alterszentrum. Dazu müssen 60 Senioren in ein Provisorium nach Ebikon ziehen. Der Umzug ist nicht nur für die Bewohner eine Herausforderung.
Larissa Haas
Pflegerin Pia Reinhard packt Schachteln aus. Hinten eine Bewohnerin in ihrem neuen Zimmer im Oberschachen. (Bild: Roger Grütter (5. Juni 2018))

Pflegerin Pia Reinhard packt Schachteln aus. Hinten eine Bewohnerin in ihrem neuen Zimmer im Oberschachen. (Bild: Roger Grütter (5. Juni 2018))

Beim provisorischen Alterszen­trum St. Anna auf dem Grundstück Oberschachen in Ebikon herrscht reger Betrieb. Im Gartenbeet werden die letzten Rosenstöcke gepflanzt, drinnen stapeln sich Kartonkisten, Möbel und Matratzen. Der Spatenstich für das 6300 Quadratmeter grosse, dreistöckige Provisorium fiel im September letzten Jahres. Jetzt, acht Monate später, ist das grösste je in der Schweiz realisierte Pflegeheim-Provisorium in Modulbauweise bezugsbereit.

21 Schwestern des Schwesternwohnheims «Marienheim» und 39 Bewohner des Pflegeheims «St. Raphael» zogen am Dienstag und Mittwoch binnen 48 Stunden vom heutigen Standort an der Tivolistrasse ins Provisorium nach Ebikon um. Und mit ihnen sämtliche Möbel, persönlichen Gegenstände sowie Arbeitsplätze des Pflegepersonals. Dieser Umzug gleicht einer logistischen Meisterleistung.

Bernadette Schaller Kurmann, Geschäftsleiterin der St. Anna Stiftung, nimmt diese Herausforderung allerdings ziemlich gelassen. Man habe den Umzug während eineinhalb Jahren gut geplant. Entsprechend war auch ihr Tagesziel: «Pünktlich zur Tagesschau sollten sämtliche Bewohnende ihre Zimmer bezogen haben.» Das Ziel konnte erreicht werden, die TV-Apparate konnten rechtzeitig in Betrieb genommen werden.

6000 Gegenstände müssen transportiert werden

Unterstützt wird die Stiftung von einer professionellen Umzugsfirma sowie von 20 Betreuern des Zivilschutzes. Sie hatten am Abend zuvor mit den Senioren Kisten gepackt und sind mitverantwortlich dafür, dass jedes der rund 6000 verfrachteten Objekte seinen Platz bekommt. Lukas Gernet und Luca Niedermann sind zwei Zügelmänner, die während des Umzugs für den Zivilschutz im Einsatz stehen. Sie sind gerade dabei, ein Holzregal mit persönlichen Gegenständen einer Bewohnerin zu bestücken: Bücher, Statuen und Erinnerungsfotos. Bis jetzt habe das Team den Umzug ohne Pannen überstanden, so die beiden Männer im orangen T-Shirt. Die grosse Herausforderung liege allerdings nicht im physischen Kraftakt, sondern sei psychisch geartet: «Es ist ein seltsames Gefühl, das Zimmer einer fremden Person einzurichten», sagt Lukas Gernet.

Während er und neun weitere Kollegen beim Umzug mitanpacken, ist die andere Hälfte der Truppe mit den Bewohnerinnen und Bewohnern am unteren Zipfel des Vierwaldstättersees unterwegs. Eine Carfahrt nach Morschach mit anschliessendem Mittagessen soll vom Trubel daheim ablenken. Für viele war es nämlich nicht einfach, von ihrem trauten Heim Abschied zu nehmen. Die Pflegeheimbewohnerin Clelia Ciotto etwa stand dem Umzug lange skeptisch gegenüber: Fünf Jahre nach dem Einzug ins Pflegewohnheim nochmals umziehen? Und das mit bald neunzig Jahren? Das hätte die 89-Jährige um Himmelsgottwillen nicht erwartet. Ähnlich ging es Schwester Heidi Kälin, Generaloberin der St. Anna-Schwestern. Der Gedanke an den Umzug war für sie zunächst belastend. Doch inzwischen sieht sie im neuen Alterszentrum eine wertvolle Chance: «Wir alle sind Teil eines grossen Projekts, das über viele Generationen bestehen wird.»

Der Sekretär aus Florenz steht am richtigen Ort

Wenige Stunden nach der grossen Umzugs-Hektik steht das gesamte Personal an der frisch bepflanzten Einfahrt und winkt dem anfahrenden Reisecar von Morschach zu. Zuvorderst steht Bernadette Schaller Kurmann. Sie applaudiert allen, die aus dem Car steigen, kräftig zu. Eine davon ist Clelia Ciotto. Wie die anderen wird auch sie in wenigen Stunden oben in ihrem Zimmer sitzen – mit funktionierendem Fernseher. Sie wird wohl erstaunt sein über ihr neues, schön eingerichtetes Zimmer. Sogar ihr Herzstück, der alte Sekretär aus Florenz, steht genau so, wie sie es wollte.

Drei Jahre lang bleibt das Provisorium im Oberschachen bestehen. Danach wird es wieder rückgebaut. Und das ganze Heim zügelt dann zurück in das neue, moderne Alterszentrum St. Anna. Dort wird es 50 Pflegeplätze und 18 Wohnungen für begleitetes Wohnen geben. Insgesamt investiert die Stiftung St. Anna 50 Millionen Franken. Die Bauarbeiten starten demnächst mit dem Abriss der Häuser St. Raphael und Marienheim.

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