Projekt «Fels»: Ein Graben durch Raum und Zeit

Das Projekt «Fels» im Gletschergarten Luzern beinhaltet einen neuen Rundgang im Fels­innern mit Galerie und unterirdischem Bergsee.

Sandra Monika Ziegler
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Neben dem Schweizerhaus entsteht der Felsweg mit Schacht zum Aussichtsturum. (Visualisierung PD)

Neben dem Schweizerhaus entsteht der Felsweg mit Schacht zum Aussichtsturum. (Visualisierung PD)

 «Ab Dienstag wird scharf geschossen», sagte Gletschergarten-Direktor Andreas Burri am Montag bei der Anschlagsfeier. Als Erstes werde das «Filetstück» in den Fels gebohrt. Nach dem gestrigen Anschlag soll nun ein 30 Meter langer Stollen mit den Massen 5 mal 4, 4 Meter erstellt werden.

In diesem Stollen wird später der Erlebnisweg entstehen. Dort werden längst vergangene Zeiten der Erdgeschichte thematisiert. Der Erlebnisweg – ein Graben durch Raum und Zeit – endet an einem unterirdischen Bergsee. Von dort geht es durch einen Schacht nach oben. Dieser führt über den Gartenhof zurück ans Licht auf die Sommerau hinter dem Aussichtsturm.

Die Parkanlage wird vergrössert

Die Sommerau ergänzt die historische Gartenanlage. Geplant ist, dass die gesamte Parkanlage um einen Drittel erweitert wird. «Dass der Gletschergarten auch ein Garten ist, ging bei den vielen Bauten vergessen», erklärt Burri. Genau wie in alten Zeiten soll dereinst auch das Chalet-artige Schweizerhaus daher kommen.

Direktor Burri: «Es werden alle neuen Museumsbauten um das Haus abgebrochen, das Haus wird freigestellt und damit aufgewertet.» Im Erdgeschoss wird dann ein Bistro eingerichtet und auf der Seite entsteht Raum für den neuen Hauptplatz. Für Sonderausstellungen werde vom Schweizerhaus abgesetzt ein Neubau entstehen. Als letztes Projekt werde dann auch das Spiegellabyrinth aus dem Jahr 1899 energetisch optimiert.

Investitionen von 20 Millionen Franken

Das Projekt «Fels» kostet rund 20 Millionen Franken. Dementsprechend ambitioniert war die Spendensammlung, wie Corinne Fischer, Präsidentin der Stiftung Gletschergarten, sagt: «Als erste Stiftung halt die Albert Koechlin Stiftung 6 Millionen Franken gesprochen, so kam das Projekt in Fahrt.» Die Stadt Luzern beteiligt sich mit 3 Millionen Franken, ebenso viel steuert der Kanton Luzern via Lotteriefonds bei.

Private Kreise und Stiftungen haben bisher an die 12 Millionen Franken gesprochen. Fischer: «Es fehlen jetzt noch 1,5 Millionen Franken. Die Spendensammlung geht weiter.» Der Zeitplan sieht folgendermassen aus: Nach den Arbeiten im Fels werden ab Herbst 2019 das Schweizerhaus und das Spiegellabyrinth erneuert. Bis 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Infos: www.gletschergarten.ch

«Anschlagfeier» für das Projekt Fels im Gletschergarten in Luzern. Die Bauarbeiten dauern bis 2021. Das gesamte Erneuerungsprojekt kostet 20 Millionen Franken. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
10 Bilder
Blick in den Luzerner Sandstein. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
Die heilige Barbara, die Patronin der Tunnelbauer. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
Corinne Fischer, Präsidentin der Stiftung Gletschergarten Luzern und Fabio Califano, Schüler der 6. Klasse in Littau, nimmt die Sprengung vor. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Andreas Burri, Direktor des Gletschergarten, spricht vor rund 200 Gästen. «Mit dem Baustart startet der Gletschergarten in eine neue Zeitrechnung. Unser Museum, das Spiegellabyrinth und der Aussenraum mit dem nationalen Naturdenkmal sowie der historischen Parkanlage wachsen zu einem Gesamterlebnis zusammen. Das verbindende Element wird die Zeit sein; ihre Spuren und unser Umgang mit ihr». (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Regierungsrat Reto Wyss betonte die Wichtigkeit des Gletschergartens für den Kulturkanton Luzern. Seit jeher sei der Gletschergarten beliebtes Ausflugsziel für Generationen von Schulklassen und Familien und bilde mit seinen Inhalten im Naturpark und Museum eine wertvolle Oase, um über uns Menschen im Lichte von vergangenen Jahrmillionen nachzudenken. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Schüler aus Rothenburg und der Stadt Luzern bei der Anschlagfeier. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Hier wird der Felsrundgang entstehen: Der stillgelegte Steinbruch im Wesemlinrain. (Bild: PD)
So könnte der Felsrundgang künftig aussehen (Visualisierung: PD)
Visualisierung des geplanten Projekts (Bild: PD)

«Anschlagfeier» für das Projekt Fels im Gletschergarten in Luzern. Die Bauarbeiten dauern bis 2021. Das gesamte Erneuerungsprojekt kostet 20 Millionen Franken. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))