Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ein Jahr nach dem Brand: So sieht es heute im Luzerner «Schlüssel» aus

Am 2. Mai 2018 hat ein Brand das historische Hotel Schlüssel am Franziskanerplatz stark beschädigt und unbewohnbar gemacht. Während im Haus aus dem Jahr 1545 fleissig gearbeitet wird, tüftelt Geschäftsführerin Marija Bucher an einem neuen Konzept.
Jonas von Flüe
Der Dachstock wird von einem provisorischen Dach geschützt. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Der Dachstock wird von einem provisorischen Dach geschützt. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Verkohlte Holzbalken auf dem Dachstock. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Verkohlte Holzbalken auf dem Dachstock. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Der Dachstock wird von einem provisorischen Dach geschützt. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Der Dachstock wird von einem provisorischen Dach geschützt. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick vom Dachstock Richtung Franziskanerplatz. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick vom Dachstock Richtung Franziskanerplatz. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Verkohlte und neue Balken auf dem Dachstock. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Verkohlte und neue Balken auf dem Dachstock. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Die Spuren des Feuers sind in den oberen Etagen noch gut sichtbar. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Die Spuren des Feuers sind in den oberen Etagen noch gut sichtbar. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick in den historischen Borromäus-Saal, dessen Decke gestützt werden muss. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick in den historischen Borromäus-Saal, dessen Decke gestützt werden muss. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick in den historischen Borromäus-Saal, dessen Decke gestützt werden muss. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick in den historischen Borromäus-Saal, dessen Decke gestützt werden muss. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Die Spuren des Feuers sind in den oberen Etagen noch gut sichtbar. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Die Spuren des Feuers sind in den oberen Etagen noch gut sichtbar. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Das Hotel Schlüssel in Luzern hat vor einem Jahr gebrannt. So sieht es heute im Innern aus. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)Blick in das vormalige Restaurant Vrenelis Gärtli, wo bereits fleissig gearbeitet wird. (Bild: Boris Bürgisser, 1. Mai 2019)
Normalerweise erhält man nur diese Ansicht des Hotels Schlüssel. (Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)Normalerweise erhält man nur diese Ansicht des Hotels Schlüssel. (Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)
Normalerweise erhält man nur diese Ansicht des Hotels Schlüssel. (Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)Normalerweise erhält man nur diese Ansicht des Hotels Schlüssel. (Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)
17 Bilder

So sieht es ein Jahr nach dem Brand im Luzerner Hotel Schlüssel aus

Seit Monaten dasselbe Bild: Das Hotel Schlüssel am Franziskanerplatz ist von Baugerüsten eingefasst, ein provisorisch errichtetes Dach schützt den ausgebrannten Dachstock vor Niederschlag. Dass hier gearbeitet wird, sieht man von aussen nicht.

(Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)

(Bild: Pius Amrein, 30. April 2019)

Doch der Schein trügt. Im Erdgeschoss fertigen Gipser neue Brandschutzbekleidungen an, im Dachstock ersetzen Zimmermänner verkohlte Holzbalken. Der Brand, der heute vor einem Jahr das 1545 erstellte Haus unbewohnbar gemacht hat, ist vor allem in den oberen Stockwerken noch sichtbar. Dort, wo sich das Archiv der Studentenverbindung Zofingia und fünf Einzimmerwohnungen befunden haben.

(Bild: Boris Bürgisser)

(Bild: Boris Bürgisser)

Eng mit der jüngsten Geschichte des «Schlüssels» verbunden ist Marija Bucher. Sie hat den Betrieb ab 2012 zuerst mit ihrem Mann geführt, seit 2016 in Eigenregie. Bucher ist im vergangenen Jahr in so manche Rolle geschlüpft. Sie ist Geschäftsführerin, Inhaberin, Studentin und Mutter, war aber auch Krisenmanagerin, Stellenvermittlerin und Möbelpackerin. «Ich habe nach dem Brand Stühle, Teppiche und anderes Inventar rausgetragen. Mir war es wichtig, die Gummistiefel anzuziehen und mitanzupacken», blickt die 40-Jährige auf die Tage und Wochen nach dem verheerenden Brand zurück. «Es war eine sehr intensive Zeit. Ich habe pro Tag 16 bis 17 Stunden gearbeitet, war verantwortlich für das Haus, die Gäste und meine Mitarbeiter. Ich war mitten in einem Tornado.»

Marija Bucher ist am Tag nach dem Brand noch sichtlich geschockt. (Bild: Pius Amrein, 3. Mai 2018)

Marija Bucher ist am Tag nach dem Brand noch sichtlich geschockt. (Bild: Pius Amrein, 3. Mai 2018)

Der Wirbelsturm ist zwar mittlerweile weitergezogen, hat aber nicht nur im historischen Haus am Franziskanerplatz viel Schaden hinterlassen. Auch Marija Bucher hat ein Jahr später noch mit dem Geschehenen zu kämpfen: «Der Brand berührt mich immer noch sehr.»

«Dieser Tag wird mich mein Leben lang prägen – nicht nur als Geschäftsfrau, sondern auch als Mensch.»

Um 11.49 Uhr geht am 2. Mai 2018 bei der Feuerwehr der Stadt Luzern der Alarm ein: Brand am Franziskanerplatz. Mit Blaulicht und Signalhorn rückt die gesamte Feuerwehr aus. Zusammen mit der Feuerwehr Emmen stehen rund 150 Personen im Einsatz. Die Kleinstadt rund um das historische Hotel Schlüssel ist grossräumig abgesperrt. Ausnahmezustand mitten in der Stadt.

Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Pius Amrein, 2. Mai 2018)Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Pius Amrein, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Feuerwehr versucht den Brand im Dachstock des Hotels Schlüssel zu löschen. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Es brennt im Dachstock des Hotels Schlüssel. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Es brennt im Dachstock des Hotels Schlüssel. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Kleinstadt ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Kleinstadt ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Kleinstadt ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Kleinstadt ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr kontrolliert, ob sich Personen im Haus befinden. (Bild: Pius Amrein, 2. Mai 2018)Die Feuerwehr kontrolliert, ob sich Personen im Haus befinden. (Bild: Pius Amrein, 2. Mai 2018)
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018) Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (Bild: Jakob Ineichen, 2. Mai 2018)
Der Tag danach. Vom Franziskanerplatz aus ist vom Brand nicht mehr viel zu sehen. (Bild: Pius Amrein, 3. Mai 2018)Der Tag danach. Vom Franziskanerplatz aus ist vom Brand nicht mehr viel zu sehen. (Bild: Pius Amrein, 3. Mai 2018)
11 Bilder

Brand im Hotel Schlüssel im Mai 2018

Marija Bucher hat an besagtem Mittwoch vor einem Jahr frei. Vom Brand erfährt sie aus dem Radio. Sie eilt ins Hotel und schaltet sofort in den Krisenmodus. Sie platziert Hotelgäste um, informiert Geschäftspartner, spricht mit der Versicherung, den Nachbarn und der Presse. Während den nächsten Wochen sucht sie Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter, Ersatzlokalitäten für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern und sichert jegliches Mobiliar, das nicht zu stark beschädigt ist.

«Ruhiger wurde es erst im September, als ich mir eine Auszeit genommen habe. Erst dann habe ich meine Emotionen richtig zugelassen.» Getragen habe sie die grosse Anteilnahme ihres Umfelds und der Bevölkerung: «Ich habe gemerkt, dass das Haus vielen Leuten am Herzen liegt.»

Wiedereröffnung frühestens Ende Jahr

Marija Bucher musste zehn Mitarbeiter entlassen. Menschen, die ihr ans Herz gewachsen waren, deren privates Umfeld sie kannte und von denen sie wusste, dass sie auf den Job angewiesen waren. «Mich hat es stark mitgenommen, dass unser Team auseinandergerissen wurde. Das war ein grosser Verlust», erzählt sie. Immerhin haben alle Mitarbeiter eine neue Anstellung gefunden, zum Teil auch mit Buchers Hilfe.

Doch so tief der Schmerz noch sitzt, so zuversichtlich blickt Bucher in die Zukunft. Während Gipser, Holzbauer und Dachdecker im Haus aus dem Jahr 1545 fleissig arbeiten, tüftelt sie an einem neuen Konzept. «Ich habe lange nach dem Sinn dieser Tragödie gesucht. Nun sehe ich den Unterbruch als Chance, den Betrieb weiterzuentwickeln», erklärt sie. Ende Oktober/Anfang November soll das Haus am Franziskanerplatz wieder einzugsbereit sein. Bereits vier bis sechs Wochen später will Bucher wieder Gäste empfangen.

Wiener Schnitzel bleibt auf der Karte

Neben dem beliebten Restaurant im historischen Borromäus-Saal wird auch das nur vier Tage vor dem Brand eröffnete «Vrenelis Gärtli» wieder aufgehen. «Inhaltlich wird es einige Anpassungen geben, das Thema Nachhaltigkeit wird noch wichtiger», erklärt Bucher. Man müsse analysieren, ob das Konzept vom Mai 2018 auch Anfang 2020 noch zeitgemäss sei. Doch eines verspricht sie:

«Das beste Wiener Schnitzel der Stadt wird man auch in Zukunft bei uns geniessen können.»

Die zehn Hotelzimmer in den oberen Etagen werden ebenfalls neu gestaltet, ohne dass die historische Umgebung darunter leidet. Zumindest im Innern verändert sich das Bild laufend.

Video starten

Ein Jahr nach dem Brand: So sieht es heute im Luzerner «Schlüssel» aus

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.