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Kolumne

Ein Leitfaden aus Österreich

Einblicke - Aus aktuellem Anlass gibt Christian Peter Meier, Leiter Regionale Ressorts bei der Luzerner Zeitung, «österreichische» Tipps zur Krisenbewältigung.
Christian Peter Meier
Christian Peter Meier

Christian Peter Meier

Liebe demokratie-, justiz- und menschenverachtende Person in einem öffentlichen Amt, an einer Konzernspitze oder mit einem wie auch immer begründeten Prominenten­status. Die Gefahr ist nie ganz auszuschliessen: Auch Sie könnten dereinst aufgrund von eigenen unbedachten Äusserungen öffentlich in Erklärungsnotstand oder einen Shitstorm geraten – oder sich gar zum Rücktritt gezwungen sehen.

In einer solchen Krise ist es nützlich, auf einen Leitfaden zurückgreifen zu können. Gerne stellen wir Ihnen hier einen solchen zur Verfügung – er entstand in enger Zusammenarbeit mit dem erprobten österreichischen Rücktrittsexperten und alt Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Ihre öffentliche Erklärung bzw. Rücktrittsrede beginnen Sie am besten mit einer Rekapitulation der eigenen Leistungen. Halten Sie sich hier nicht zurück! Übertreiben Sie masslos! Schmücken Sie sich ungeniert mit fremden Federn!

Stellen Sie sich in einem nächsten Kapitel als Opfer dar! Prangern Sie die Methoden an, aufgrund derer Ihre Aussagen publik wurden! Kündigen Sie an, gegen die «Täter» und dem von ihnen verantworteten «Terrorismus» mit allen gerichtlichen Mitteln vorgehen zu wollen!

Räumen Sie ein, die Kommunikation sei nicht optimal gewesen! Geben Sie allenfalls zu, eine schlechte Figur zu machen! Im äussersten Notfall behaupten Sie gar, Sie schämten sich für Ihr Verhalten. Wichtig: Vermeiden Sie es, auf die eigenen kompromittierenden Aussagen einzugehen oder sie gar zu wiederholen!!!

Bitten Sie um Verzeihung! Natürlich nicht für Ihre Äusserungen, sondern mehr so generell. Und: Richten Sie die entschuldigenden Worte nicht an die Öffentlichkeit/Aktionäre/Fans! Nein, richten Sie sie medienwirksam an Ihre Frau!

Delegieren Sie schliesslich die Verantwortung: Schuld an derartigen Krisen ist grundsätzlich immer – der Alkohol!

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