Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Luzerner Bahnhofsplatz – nur für Fussgänger

Das Zürcher Architekturbüro Kreis-Schaad-Schaad hat nicht nur das Bourbaki-Panorama umgebaut. In den 1970ern entwarf es auch Ideen für den Luzerner Bahnhofplatz. Diese werden nun in einer Ausstellung wieder thematisiert.
Julia Stephan
So stellten sich Ulrich Schaad und Georg Kreis Mitte der 1970er-Jahre den Luzerner Bahnhofsplatz vor. (Skizze: Schaad Schaad Architekten, Zürich)

So stellten sich Ulrich Schaad und Georg Kreis Mitte der 1970er-Jahre den Luzerner Bahnhofsplatz vor. (Skizze: Schaad Schaad Architekten, Zürich)

Als der Luzerner Bahnhof 1971 niederbrannte, bekam das Ulrich Schaad aus nächster Nähe mit. Schaad arbeitete zu jener Zeit im Luzerner Architekturbüro seines Onkels. Naheliegend, dass der junge Architekt schnell Feuer fing, als der Ideenwettbewerb «Bahnhofgebiet Luzern» 1976 Vorschläge für die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes suchte. Es sollte nicht das letzte Luzerner Projekt des heute in Zürich angesiedelten, international tätigen Architekturbüros Kreis-Schaad-Schaad sein, das mit dem Umbau des Bourbaki das Luzerner Stadtbild entscheidend geprägt hat.

Die Vision von Schaad und seinem langjährigen Kollegen Werner Kreis (Ulrich Schaads Bruder Peter war bei diesem Projekt noch nicht dabei) hätte auf viele bis heute ungelöste Probleme überzeugende Antworten gehabt: Das lange stiefmütterlich behandelte Tribschenquartier wäre endlich harmonisch mit der Neustadt verwachsen. «Wir wollten das Tribschenquartier formal ähnlich gestalten wie die Neustadt», so Werner Kreis in der von Gerold Kunz kuratierten Ausstellung im Kunstraum sic! elephanthouse an der Luzerner Neustadtstrasse. Die verschafft einem gerade einen Überblick über das jahrzehntelange Schaffen der Zürcher Architekten.

Torbogen als Teil des neuen Bahnhofs

Der im Wettbewerbsprojekt von Schaad und Kreis in den Untergrund verlegte Busbahnhof hätte Raum gegeben für eine klar definierte, grosszügige Piazza zum Flanieren, mit vielen Öffnungen – etwa zum alten, inzwischen abgerissenen Kunstmuseum (Meili-Bau), zum Tribschenquartier, zur Altstadt sowie zur Neustadt.Mit dem grossen, verkehrsfreien Platz vor dem Bahnhof wäre es für die Fussgänger ein Leichtes gewesen, mühelos vom Tribschenquartier in die Neustadt zu spazieren.

Auch den nach dem Brand übrig gebliebenen Rundbogen des abgebrannten Bahnhofs hätten die Architekten nicht, wie beim realisierten Projekt, weiter nach vorne versetzt, sondern an seinem Ort belassen und wie einen Findling ins neue Gebäude integriert. Eine mächtige, gläserne, würfelförmige Kuppel hätte Neu und Alt harmonisch miteinander verbunden. Für die Passerelle über die Bahnhofsgleise wäre die sanft ansteigende Rampe aus Le Corbusiers berühmter Villa Savoye Pate gestanden.

Doch der kühne Einfall, den Platz zur Seeseite mit einer von Toröffnungen durchlöcherten Mauer abzuschliessen, kam nicht gut an – und würde wahrscheinlich auch heute auf wenig Gegenliebe stossen. Das Projekt erhielt von der Jury einen «Trostpreis». Aus heutiger Perspektive steht es aber beispielhaft dafür, dass die Architekten sich zu einer Zeit für städtebauliche Fragen stark machten, als das in der Schweiz noch gänzlich unüblich war.

Verkehrsproblem nach wie vor ungelöst

In den 1990ern durften Kreis-Schaad-Schaad dann den Umbau des Bourbaki Panoramas realisieren. Ihr Gebäude ist zur Heimat vieler Luzerner Institutionen geworden, daneben aber auch Stadttreffpunkt. Insofern hat sich hier der Traum der Architekten von einem öffentlichen Begegnungsort Jahrzehnte später doch noch erfüllt. Dass sie im Raum der heutigen Kunsthalle ursprünglich mal eine Showküche vorsahen und den Auto-Drehkranz der ehemaligen Garage als fahrbares Restaurant umfunktionierten, spricht für ihren visionären Geist, sind doch Showküchen heute angesagter denn je.

Neue Reihe mit Architekturausstellungen

Die noch bis Samstag geöffnete Ausstellung wurde vom Architekten und Denkmalpfleger Gerold Kunz initiiert. Unter dem Label Architektursalon Luzern (ASL) will er künftig einmal jährlich eine Architekturausstellung in der Zentralschweiz zeigen – an wechselnden Standorten.

Hinweis

Die Architekten Werner Kreis und Ulrich Schaad diskutieren an der Finissage vom 2. Juni um 17 Uhr im Kunstraum «sic!» an der Neustadtstrasse 29 in Luzern unter anderem mit Armando Meletta, Präsident der Stadtbaukommission Luzern, über die Stadtentwicklung. www.sic-raum.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.