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Ein Luzerner Kinderbuch, das mehr ist, als es scheint

Das Buch «Henna-Hände» der Rothenburgerin Lisbeth Jenni ist in 14 Sprachen erhältlich – und in Symbolsprache.
Emanuel Schüpfer
Buchautorin Lisbeth Jenni mit ihrem Werk. (Bild: Nadia Schärli, Rothenburg, 28. Oktober 2019)

Buchautorin Lisbeth Jenni mit ihrem Werk. (Bild: Nadia Schärli, Rothenburg, 28. Oktober 2019)

Scham, Unsicherheit, Zurückhaltung, Problemlösungen finden, auf seine kulturellen Eigenheiten stolz sein: Diese Themen ummanteln die Geschichte von Sunita aus Somalia, einer Schülerin im multikulturellen St. Karli-Schulhaus in der Stadt Luzern. Die Erstklässlerin erscheint eines Tages etwas beschämt mit bemalten, in ihrer Tradition üblichen «Henna-Händen» (mit Henna-Farbe bemalte Hände) im Klassenzimmer. Die Geschichte beschreibt, wie die Lehrerin ihr hilft, auf ihr Anderssein stolz zu sein – und ist gleichzeitig ein Hilfsmittel für diverse Personengruppen. Dazu gehören vor allem Familien mit einem kleineren Budget, aber auch Therapeuten und Lehrpersonen, die mit Kindern arbeiten.

Symbolsprache ist vielseitig einsetzbar

Die meisten Kinderbücher zeichnen sich durch bunte Illustrationen, eine ansprechende Geschichte und kindergerechte Schreibweise aus. «Henna-Hände» erweitert das Spektrum um eine aussergewöhnliche Sache: die sogenannte Symbolsprache. Sie bietet Unterstützung für beeinträchtige Menschen, die keine Lautsprache besitzen. «Oftmals haben diese Personen eine gute innere Sprache, können sich aber nicht verbalisieren», erzählt Lisbeth Jenni aus Rothenburg. Sie ist Logopädin sowie Autorin des Buches und hat gemeinsam mit Eva Kanyo-Greiner, Unterstützerin und Beraterin im Hintergrund, «Henna-Hände» umgesetzt. «Mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel der Symbolsprache lernen diese Personen dann, sich auszudrücken», so Jenni weiter. Mit dem Buch soll zudem Kindern, die ein Lese-Defizit aufweisen oder eine geistige Behinderung haben, das Lesen nähergebracht und ermöglicht werden. Auch Ausländerinnen und Ausländer können ihre Deutschkenntnisse verbessern oder es zum Lernen der Sprache nutzen. «Und Kindern mit der Muttersprache Deutsch kann die Symbolsprache helfen, grammatikalische Fehler zu beseitigen», sagt Jenni.

Die erste Seite des Buches mit Metacom-Symbolsprache. (Bild: PD)

Die erste Seite des Buches mit Metacom-Symbolsprache. (Bild: PD)

Das Buch soll also nicht nur unterhalten, sondern in erster Linie helfen und bilden. Damit Menschen unterschiedlichster Herkunft Zugang zur Geschichte erhalten, ist diese in 15 Sprachen erhältlich. Wohl auch deswegen rechnet Jenni damit, das Buch an Lehranstalten zu verkaufen, lief es doch bei ihrem zuvor veröffentlichten Werk ganz gut: «Unser letztes Buch ‹Robi der Fisch›, das auch an Schulen als Lehrmittel genutzt wird, konnte bei einer Auflage von 600 Exemplaren 400-mal verkauft werden.»

Auf externe Gelder angewiesen

Um aber einen ähnlichen Verkaufserfolg zu erzielen, muss noch eine finanzielle Hürde genommen werden. «Wir sind auf Spenden und Crowdfunding angewiesen, da wir das Buch für unter 20 Franken verkaufen möchten, um unser Zielpublikum zu erreichen», sagt Lisbeth Jenni. Damit die hohen Druck- und Grafikkosten gedeckt werden können, sind Spenden notwendig. Bisher gingen 13'000 Franken auf der zu diesem Zweck eingerichteten Crowdfunding-Webseite ein, was dem Spendenziel entsprechen würde. Effektiv sind aber erst 8'500 Franken eingegangen; den Restbetrag hat Jenni vorfinanziert. Sie versucht, das fehlende Geld aufzutreiben, was aufgrund der vielen Absagen «eine riesige Fleiss- und Geduldsarbeit» sei. Sie gibt sich aber optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass das Buch gegen Ende Jahr veröffentlicht und mit seinen schönen Illustrationen und der tollen Geschichte auch ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für Kinder sein wird.»

Hinweis: Möchten Sie Lisbeth Jenni bei ihrem Vorhaben unterstützen? Hier geht's zu ihrer Crowdfunding-Seite.

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