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Ein Neubau soll das Luzerner
Eiszentrum querfinanzieren

Der Betrieb des Eiszentrums im Luzerner Tribschenquartier ist defizitär. Das soll sich künftig ändern – mit einem Konzept, das man bereits von anderen Sportstadien kennt.
Stefan Dähler
Auf der Vorzone rechts des Eiszentrums könnte künftig ein Büro- oder Hotelgebäude stehen. (Bild: Stefan Dähler, Luzern, 10. Juli 2019)

Auf der Vorzone rechts des Eiszentrums könnte künftig ein Büro- oder Hotelgebäude stehen. (Bild: Stefan Dähler, Luzern, 10. Juli 2019)

Derzeit wird die Fläche zwischen dem Eiszentrum Luzern und der Tribschenstrasse selten genutzt – ab und zu als Parkplatz oder für ein Street-Food-Festival. Künftig könnte dort ein bis zu 21 Meter hohes Gebäude stehen. Der Stadtrat plant, die Fläche im Rahmen der laufenden Teilrevision der Bau- und Zonenordnung von der Zone für Sport- und Freizeitanlagen in eine Wohn- und Arbeitszone umzuwandeln.

Dies geschieht auf Antrag der Aktiengesellschaft Regionales Eiszentrum (REZ). «Es ist ein strategisches Ziel, dass das REZ sein strukturelles Defizit selbst decken kann», sagt Verwaltungsratspräsident Philipp Studhalter. Dieses betrage je nach Geschäftsgang zwischen 300'000 und 400'000 Franken pro Jahr, der Betrag wird von der Stadt Luzern als Hauptaktionärin des REZ gedeckt. Studhalter:

«Ein erster Schritt war die Einführung des Sommerbetriebs 2015, um die Auslastung zu erhöhen. Der Neubau wäre dann der zweite Schritt.»

Das Konzept, mit einer sogenannten Mantelnutzung Sportstadien zu querfinanzieren, wird in Luzern bereits bei der Swissporarena angewandt; geplant ist es ausserdem bei der Pilatus-Arena in Kriens.

Vorgesehen sei beim REZ ein Bürohaus oder ein Hotel, in dem auch die Besucher und Nutzer des Eiszentrums übernachten könnten. Für einen hohen Wohnanteil sei das Areal nicht geeignet, heisst es auf Anfrage bei der Stadt. Das Gebiet ist schattig und liegt in einer Art Mulde.

Tribüne müsste verkleinert werden

Das Projekt soll nach der Winter-Universiade 2021 vorliegen, 2022 könnte dann der Baustart erfolgen. «Da das Eiszentrum ein Austragungsort der Universiade ist, kommt ein früherer Baubeginn nicht in Frage. Die Wettkämpfe auf einer Baustelle durchzuführen, ist nicht möglich», sagt Studhalter. Denn für den Neubau müsste ein Teil der Westfassade und der Tribüne abgebrochen werden. Dies, weil mehr Platz benötigt wird und die Zufahrt zum Segelbootshafen weiterhin gewährleistet sein muss. Die Halle könne auch mit einem Neubau betrieben werden. «Die Tribüne würde verkleinert, würde für den Bedarf aber immer noch ausreichen.» Um wie viele Plätze sie verringert würde, sei noch offen, derzeit finden 1100 Personen auf der Tribüne Platz.

Das REZ würde den Neubau nicht selbst realisieren, sondern einen Investor suchen. «Idealerweise einer mit Bezug zur Zentralschweiz, das würde die politische Akzeptanz des Projekts erhöhen», sagt Studhalter. Man habe bereits «die Fühler ausgestreckt» und sei grundsätzlich auf Interesse gestossen. «Die richtige Suche startet aber erst, wenn die Zonenänderung vollzogen ist, bis dahin sind noch zu viele Unsicherheiten im Spiel.» Dann soll auch klar sein, welche Nutzung genau vorgesehen ist. Das Grundstück gehört der Stadt Luzern, diese hat es im Baurecht an das REZ abgegeben. Letzteres wiederum plant einen Unter-Baurechtsvertrag für den Investor, so Studhalter. Dieser soll so viel einbringen, dass das strukturelle Defizit gedeckt werden kann.

Zukunft des Eiszentrums ab 2035 offen

Der Neubau soll zudem so konzipiert sein, dass daneben auch eine neue Überbauung möglich wäre. Denn die Lebensdauer des 1960 eröffneten und 2003 erneuerten Eiszentrums wird etwa 2035 erreicht sein, so Studhalter. Was danach geschieht – Sanierung, Neubau, Rückbau und stattdessen Realisierung einer neuen Überbauung – ist noch völlig offen. Wie die Stadt im Bericht zur Teilrevision der Bau- und Zonenordnung schreibt, sei es denkbar, dass das Areal zusammen mit den Neubauten auf dem Emmi-Areal zu einer Art «Fortsetzung der Tribschenstadt» wird.

Das sind die Eigentümer des Eiszentrums

Hauptaktionärin der Aktiengesellschaft Regionales Eiszentrum Luzern (REZ) ist die Stadt Luzern mit 46,82 Prozent der Aktien. Diverse weitere Gemeinden in der Region Luzern halten total 16,07 Prozent und mehrere Sportvereine gemeinsam 8,12 Prozent der Aktien. Weitere 28,43 Prozent werden von Privaten gehalten, das REZ selbst hält 0,56 Prozent. Der Gesamtwert der Aktien lag im April bei 4,84 Millionen Franken.

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