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Ein Neuzuzüger sorgt in Ebikon
für Theaternachwuchs

Weil Regisseur Reto Bernhard in der Gemeinde nur eine kleine Theaterszene antraf, wurde er kurzerhand selbst aktiv. Inzwischen konnten die Theaterkids ihr erstes Stück aufführen.
Yvonne Imbach
Aufführung der Theaterkids Ebikon in der «Kultursonne». Bild: PD (30. Oktober 2018)

Aufführung der Theaterkids Ebikon in der «Kultursonne». Bild: PD (30. Oktober 2018)

Reto Bernhard. (Bild: rog)

Reto Bernhard. (Bild: rog)

Den 49-jährigen Reto Bernhard kennt man in der Region als freischaffenden Regisseur, Theaterpädagogen und Leiter des Theaters Improphil, mit dem er regelmässig selbst auf der Bühne steht. Als er im Sommer 2017 mit seiner Familie aus der Stadt Luzern nach Ebikon zog, streckte er die Fühler aus: «Ich machte mich kundig, welche Rolle das Theater in meiner neuen Heimat spielt.»

Das Ergebnis war ernüchternd: «Es gibt viele Vereine und Ebikon hat eine tolle Seniorenbühne, doch das wars.» Es sei ihm wichtig, sich gestalterisch einzubringen, denn gemeinsam Kultur zu schaffen ermögliche auch, eine gemeinsame Identität zu finden und sich an einem Ort zugehörig oder eben «zu Hause» zu fühlen. Aus dieser Haltung entstand bald eine Vision, die inzwischen konkrete Resultate aufweist. Der Theatermacher gründete das «Theateratelier Ebikon».

Erste Kurswoche dank Ausfall

Ein Zufall half ihm bei der Umsetzung. «Ich stellte der Freizeitkommission Ebikon meine Idee vor. Und da ein geplanter Kletterkurs nicht stattfinden konnte, bot man mir gleich an, eine Theaterkurswoche für Kinder anzubieten.» Im Herbst 2017 besuchten 16 Primarschüler diesen Kurs. Es folgte ein zweiter, den Bernhard selbst ins Leben rief.

«Es gibt viele Vereine und Ebikon hat eine tolle Seniorenbühne, doch das wars.»

Ende Oktober schliesslich konnten die Theaterkids Ebikon ihre Première feiern, nachdem sie monatelang jeden Mittwoch geprobt hatten. «Zehn Kinder, zwei Erwachsene und ein Musiker zeigten mit dem Stück ‹Das Sprungbrett› von Walti Mathis, dass sie das Theaterfieber gepackt hatte», freut sich Bernhard. Eingeladen waren nebst Familien und Freunden auch sechs Schulklassen. «Aus diesen Klassen standen Mitschüler auf der Bühne. Nach jeder Vorstellung fand ein Gespräch zwischen Publikum und Ensemble statt, das kam sehr gut an.»

Viel ehrenamtliches Engagement ist nötig

Gespielt wurde im Saal des Restaurants Sonne. «Ein Glücksfall», sagt Bernhard. Er habe auf der Suche nach einem Lokal für den Anbau zum Restaurant entdeckt. Der Wirt sei von der Idee angetan gewesen, aus dem seit Jahren leer stehenden Saal die «Kultursonne» zu machen – eine Bühne für Theater und Kleinkunst, verbunden mit Kulinarik. «Dank freiwilligen Helfern konnten wir dem Saal bereits einen frischen Anstrich verpassen, weitere Sanierungsarbeiten stehen noch an», sagt Reto Bernhard. «Tatkräftige Unterstützung oder Spenden zu Gunsten unseres neu gegründeten Kulturvereins sind jederzeit herzlich willkommen.»

Wie wird seine eigene Arbeit finanziert? «Die Theaterangebote für spielfreudige Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden durch die Kursgelder getragen», sagt Bernhard. «Alle weiteren Engagements, gerade auch für die Kultursonne, erbringe ich zur Zeit ehrenamtlich.» Wie bei jedem Start-up müsse man auch bereit sein, Leistungen mit Herzblut zu erbringen, bevor sich ein Erfolg einstellt.

Infos: www.theateratelierebikon.ch

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