«Ein richtiger Hammer»: Luzerner Fussballer Pirmin Schwegler in Australien fristlos entlassen

Der australische Fussballklub Western Sydney Wanderes hat wegen der Coronakrise allen Mitarbeitern gekündigt. Betroffen sind auch die beiden Schweizer Pirmin Schwegler und Daniel Lopar.

Drucken
Teilen
Der Ettiswiler Pirmin Schwegler hatte vor seinem Australien-Abenteuer 13 Saisons in der Bundesliga, unter anderem bei Hoffenheim (Bild), gespielt.

Der Ettiswiler Pirmin Schwegler hatte vor seinem Australien-Abenteuer 13 Saisons in der Bundesliga, unter anderem bei Hoffenheim (Bild), gespielt. 

Mario Heller / SPO

(hbe) Für die beiden Schweizer Fussballprofis Pirmin Schwegler und Daniel Lopar ist das Australien-Abenteuer bei den Western Sydney Wanderers abrupt zu Ende gegangen. Der wegen der Coronakrise in seiner Existenz bedrohte Klub der A-League hat vergangene Woche allen Mitarbeitern fristlos gekündigt.

«Das war ein richtiger Hammer!», sagt der langjährige Bundesliga-Profi Pirmin Schwegler. Er sei überrascht gewesen, dass der Verein seinen Angestellten Knall auf Fall kündigen konnte. Für den ehemaligen Mittelfeldspieler des FC Luzern und Daniel Lopar, den früheren Torhüter des FC St. Gallen, hat die fristlose Entlassung Konsequenzen: Für die Monate April und Mai entfällt ihnen der vertraglich zustehende Lohn.

Während Schweglers Vertrag danach ausgelaufen wäre, hat Lopar bei den Wanderers noch einen gültigen Kontrakt bis zum 30. Juni 2022. Er hofft, diesen nach dem Corona-Unterbruch erfüllen zu können.

Mitleid mit den jungen Mitspielern

Für den 14-fachen Schweizer Nationalspieler Pirmin Schwegler hält sich der finanzielle Ausfall im Rahmen. Er hatte vor seinem nicht ganz einjährigen Australien-Abenteuer 13 Saisons in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, Hoffenheim und Hannover 96 gespielt. «Als 33-Jähriger fast am Ende meiner Karriere bin ich nicht mehr so abhängig. Mir haben vor allem die jungen Spieler leid getan, die ihren Job verloren.»

In der Zwischenzeit flogen Pirmin Schwegler und seine deutsche Ehefrau nach Frankfurt, sie wohnen derzeit bei ihrer Familie. «Wir sind dort bestens aufgehoben. Ich halte mich so gut es geht fit.»

Ein Comeback beim FCL «im Moment sehr vage»

Immer wieder wird gemunkelt, dass der Ettiswiler im Sommer zum FCL zurückkehrt. «Eine Rückkehr nach Luzern ist sehr vage, im Moment ist das kein Thema. Andere Dinge haben Priorität. Zum Beispiel, dass hier in Europa die Ligen ihre Saison abschliessen können. Alles andere ist Zukunftsmusik», sagt der jüngere Bruder von FCL-Captain Christian Schwegler (35).

Bis zum 15. März 2020 wurde in der australischen A-League noch vor Publikum Fussball gespielt. In der Runde vom 20./21. März folgten dann Geisterspiele. Dazu gehörte das Sydney-Derby zwischen den Western Sydney Wanderers und dem FC Sydney (1:1). Danach wurde die Saison wegen des Coronavirus abgebrochen. Trainer der Wanderers war bis zum 20. Januar der ehemalige FCL-Trainer Markus Babbel.

Mehr zum Thema