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Ein Schweizer Armeewagen ist auf dem Weg nach Afrika – kommt aber nicht ans eigentliche Ziel

Erich Helfenstein ist Stiftungsratspräsident der Stiftung Le Nermina mit Sitz in Luzern. Die Schweizer Armee hat ihm für kenianische Kinder einen Geländewagen geschenkt. Doch dieser wird nie dort ankommen.
Yasmin Kunz
Schlüsselübergabe: Erich Helfenstein übergibt den Schlüssel Sandra Jaeggi – das Auto geht nicht wie geplant nach Kenia, sondern nach Burkina Faso. Bild: PD

Schlüsselübergabe: Erich Helfenstein übergibt den Schlüssel Sandra Jaeggi – das Auto geht nicht wie geplant nach Kenia, sondern nach Burkina Faso. Bild: PD

Pläne gehen nicht immer auf – jedenfalls nicht immer so, wie man sich das ausgemalt hat. Das musste auch Erich Helfenstein kürzlich erfahren. Der Lungenarzt, der in Luzern und Stans arbeitet, ist Stiftungsratspräsident der Stiftung Le Nerima, die in Not geratene Kinder und Jugendliche unterstützt.

So sollte kürzlich ein Geländefahrzeug, welches von der Schweizerischen Eidgenossenschaft der Stiftung geschenkt wurde, nach Kenia transportiert werden. Ganz so einfach war das dann nicht: Denn in Kenia haben sich kürzlich die Einfuhrregeln für Fahrzeuge geändert. Autos, die mehr als acht Jahre auf dem Buckel haben, dürfen nicht eingeführt werden. Und der geschenkte Typ Steyr-Daimler-Puch ist schon 27-jährig.

Von den neuen Einfuhrbestimmungen erfuhr Erich Helfenstein erst, als das Fahrzeug schon bereit war für die Reise nach Kenia. Das Armeefahrzeug wurde vor dem geplanten Transport in einer Lackierwerkstatt in Dallenwil neu gesprayt und beschriftet – rund 60 Stunden Arbeit. Die Materialkosten hat die Stiftung Le Nermina übernommen, die Arbeit hat die Lackiererei gratis ausgeführt. Den Transport des Armeefahrzeugs von Othmarsingen nach Dallenwil hat das Hammer Auto Center in Emmenbrücke übernommen.

Stiftung sucht ein jüngeres 4x4-Fahrzeug

Um den «neuen» Geländewagen dennoch sinnvoll einzusetzen, hat Erich Helfenstein diesen der Stiftung Zodoo, die in Burkina Faso tätig ist, übergeben. Im westafrikanischen Staat gibt es keine Altersbeschränkungen für die Einfuhr von Fahrzeugen. Der Arzt ist froh über diese Lösung, wie er sagt. Er hofft jedoch, dass seine Stiftung, welche erst vor einem Jahr gegründet wurde, einen anderen ähnlichen Wagen finden kann, «der dann nach Uganda verschifft werden soll». Diese Fahrzeuge dienen dort als Allzwecktransportmittel, müssten aufgrund des Geländes einen Vier-mal-vier-Antrieb haben und eine relativ grosse Transportkapazität aufweisen.

Erich Helfensteins Wunsch zu helfen, kommt nicht von ungefähr. «Einerseits habe ich einen sozialen Beruf, andererseits haben meine Frau und ich zwei Kinder aus Äthiopien adoptiert.» Die Anfangsbuchstaben seiner insgesamt vier Kinder ergeben den Stiftungsnamen Le Nerima. Vieles finanziert Helfenstein aus der eigenen Tasche, wie er sagt. Es kämen über das Jahr hinweg Spenden von einem kleinen fünfstelligen Betrag zusammen. «Was dann noch fehlt, übernehme ich.»

Er überprüft die Investitionen selber

Zwei bis dreimal jährlich reist der Familienvater in die Länder, in denen er Projekte mitfinanziert. Da prüft er zum einen, ob das Geld richtig eingesetzt wird und eruiert zum anderen, wo die nächsten Probleme anstehen. «Gerade in Afrika kann man mit wenig Mittel viel erreichen.» Er macht ein Beispiel für das nächste Projekt: «An einer Schule in Uganda gibt es keine Toiletten, dort wollen wir die Infrastruktur verbessern.»

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