EVZ stoppt Negativspirale und siegt gegen Ambri

Trotz einer 1:3-Niederlage in Zug erreicht Ambri-Piotta erstmals seit fünf Jahren wieder die Playoffs. Derweil kann der EVZ neues Selbstvertrauen tanken.

Sven Aregger
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Zugs Dominik Schlumpf (vorne) im Duell mit Ambris Diego Kostner (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Zug, 2. März 2019)

Zugs Dominik Schlumpf (vorne) im Duell mit Ambris Diego Kostner (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Zug, 2. März 2019)

Als im Frühherbst die Saisonprognosen erstellt wurden, war Ambri-Piotta wie gewohnt auf den hinteren Plätzen anzutreffen. Kaum jemand hatte die Leventiner auf der Rechnung, auch wenn die Beobachter dem Trainer Luca Cereda und Sportchef Paolo Duca grossen Respekt zollten. Bei einer Wette auf eine Playoff-Teilnahme des Kultklubs hätte man womöglich gutes Geld verdienen können. Und genau da ist Ambri nun angekommen – in den Playoffs. Erstmals seit 2014 haben sich die Tessiner wieder qualifiziert. Sie verloren zwar mit 1:3 in Zug, aber weil gleichzeitig Fribourg-Gottéron gegen Lausanne nach Penaltyschiessen das Nachsehen hatte, können sie nicht mehr unter den Strich fallen. Die Leventiner verfolgten auf dem Handy die letzten Minuten in Lausanne. Als die Entscheidung gefallen war, drang grosser Jubel aus der Kabine. Erst danach stellten sich die glücklichen Gesichter den Medienschaffenden.

Der Playoff-Einzug ist der verdiente Lohn für die seriöse Arbeit im Dorfverein. Ambri hat sich auf seine Grundwerte zurückbesonnen, es beruft sich wieder auf seine Identität. Junge Eigengewächse stehen exemplarisch für die Aufbruchsstimmung, für die Aufopferungsbereitschaft und die mannschaftliche Geschlossenheit. «Wir wussten, dass wir es nur mit harter Arbeit schaffen konnten. Das hat sich nun ausgezahlt», sagte Stürmer Marco Müller. «Mit unserer Hartnäckigkeit können wir ein mühsames Team für die Gegner sein.» Müller bildet mit Dominik Kubalik und Dominic Zwerger das Trio infernale. Die Linie ist die Attraktion der Liga, sie vereint 131 Skorerpunkte.

Dennis Everberg trifft doppelt

Das Spiel in der Bossard-Arena war phasenweise ein Vorbote auf die Playoffs – mit vielen intensiven Zweikämpfen und einigen Gehässigkeiten. Die Zuger traten mit mehr Überzeugung auf als zuletzt, sie kontrollierten das Geschehen weitgehend. Neun Minuten vor Schluss machte Dennis Everberg mit seinem zweiten Treffer des Abends alles klar. Der wuchtige Schwede unterstrich damit einmal mehr seinen Wert, er ist gegenwärtig der konstanteste Ausländer beim EVZ.

Die Zuger feiern das zum 2:1. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
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Dennis Everberg, rechts, von Zug im Spiel gegen Michael Fora, links, von Ambri. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Carl Klingenberg, Mitte, im Spiel gegen Torhüter Benjamin Conz. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Impressionen vom Spiel EV Zug - HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Der Zuger Lino Martschini. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Impressionen vom Spiel EV Zug - HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Impressionen vom Spiel EV Zug - HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Impressionen vom Spiel EV Zug - HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Impressionen vom Spiel EV Zug - HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Die Zuger mit David McIntyre feiern das 1:0. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Fabio Hofer, rechts, von Ambri im Spiel gegen Raphael Diaz, links, von Zug. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Der Zuger David McIntyre vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel gegen den HC Ambri-Piotta. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)
Yannick-Lennart Albrecht wärmt sich vor dem Spiel auf. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)

Die Zuger feiern das zum 2:1. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 2. März 2019)

Zug ging mit zwei Powerplay-Toren jeweils in Führung – das war die gute Nachricht aus Sicht der Zentralschweizer. Die Schlechte war: Sie kassierten unmittelbar vor dem 2:1 den vierten Shorthander in den letzten sechs Partien. Solche Nachlässigkeiten sprechen dafür, dass der Tabellenzweite zuletzt nicht immer mit voller Konzentration am Werk war.

Am Ende hatte der Abend aber zwei Gewinner. Ambri steht unter den besten Acht, und Zug verschaffte sich ein wichtiges Erfolgserlebnis im Hinblick auf die Playoffs. Für Trainer Dan Tangnes war es ein vorzeitiges Geschenk, der Norweger feiert heute seinen 40. Geburtstag. In der letzten Runde am Montag gegen Gottéron können sich die Zuger mit einem Sieg weiteres Selbstvertrauen holen. Auch der Gegner in den Viertelfinals wird dann ermittelt. Vielleicht kommt es ja zum Wiedersehen mit Ambri.