Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Star besucht die Schweiz

Zurzeit sehen Vogelfans rosa: Noch nie flogen hierzulande so viele Rosenstare ein wie in diesen Tagen. Der Vogel aus dem Osten wird in der Schweiz sonst nur sehr selten beobachtet. Einheimische Arten haben trotz der Invasion des fremden Tieres nichts zu befürchten.
David von Moos
Der schwarz und rosa gefärbte Rosenstar brütet in Osteuropa und Zentralasien. Zurzeit findet ein nie gesehener Einflug in die Schweiz statt. (Bild: PD/Marcel Burkhardt)

Der schwarz und rosa gefärbte Rosenstar brütet in Osteuropa und Zentralasien. Zurzeit findet ein nie gesehener Einflug in die Schweiz statt. (Bild: PD/Marcel Burkhardt)

Auf der Online-Meldeplattform der Vogelbeobachter, ornitho.ch, häufen sich momentan die roten Punkte. In den letzten Tagen wurden in allen Landesteilen zahlreiche Sichtungen des Rosenstars verzeichnet, wie die Schweizerische Vogelwarte in Sempach am Dienstag mitteilte. Der fremde Vogel mit den rosa Federn werde in der Schweiz sonst nur sehr selten gesehen.

Über die Jahre seien Rosenstare in unserem Land zwar immer wieder mal aufgetaucht. Dass in der Schweiz derzeit aber von Ornithologen schon um die 80 Tiere gesichtet wurden, sei schon sehr speziell, sagt Livio Rey, studierter Biologe und Mediensprecher der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach, auf Anfrage. Das sei eine beachtliche Anzahl im Vergleich zu früher. «Der nächstgrössere bekannte Einflug liegt bereits über 140 Jahre zurück. 1875 zählte man lediglich 15 bis 20 Vögel in der Region Luzern.»

Invasive Vogelart

Rosenstare sind sehr gesellig und leben teilweise nomadisch. Der Schwerpunkt der Brutverbreitung liegt in Mittelasien. Westwärts gerichtete Vorstösse gehen meist mit der Massenvermehrung von Heuschrecken einher. Ein Teil der Vögel brütet dann sogar in Europa. Mittlerweile hat sich der Rosenstar besonders in Rumänien, Bulgarien und Ungarn von einer Invasionsart zum regelmässigen Brutvogel gewandelt. Auch Beobachtungen im westlichen Europa nehmen in jüngster Zeit deutlich zu. Den grössten Teil des Jahres, nämlich rund acht Monate, verbringt der Rosenstar im Winterquartier. (pd)

Lebensweise wie Nomaden

Die Tiere kommen von weit her. Die Brutgebiete des Rosenstars liegen hauptsächlich in den Trockensteppen zwischen der Ukraine und Zentralasien. «Man spricht von einem nomadischen Vogel, der dort brütet, wo Nahrung vorhanden ist», erklärt Rey. «Der Rosenstar ist aber vor allem auch vom Aussehen her ein extravagantes Tier. Es handelt sich um einen sehr schönen Vogel, der durch sein rosa Gefieder und die aufstellbare Federhaube auffällt.» Der Vogel sei ausserdem ein naher Verwandter unseres Stars, im Gegensatz zu diesem aber am Bauch und Rücken rosarot gefärbt.

Nicht nur in der Schweiz wurde der Gast aus der Ferne gesichtet. Auch in Ungarn, Österreich, Italien und Frankreich würden in diesen Tagen sehr viele Rosenstare gezählt, heisst es in der Mitteilung der Vogelwarte weiter. Solche plötzlichen Einflüge hängen laut den Ornithologen mit Massenvorkommen von Heuschrecken in Osteuropa, der Hauptnahrung des Rosenstars, zusammen. Dabei könne es schon mal passieren, dass einzelne Rosenstare bis in die Schweiz gelangen, so Livio Rey. «Nicht selten schiessen die Tiere bei der Nahrungssuche über das Ziel hinaus.»

Friedliche «Invasion»

Welche Auswirkungen hat der Rosenstar auf unser Ökosystem? Einheimische Arten hätten nichts zu befürchten, heisst es bei der Vogelwarte. «Beim Rosenstar handelt es sich nur um einen vorübergehenden Gast, der sich also nicht hier niederlässt und auch keine Auswirkungen hat auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt hat», stellt Mediensprecher Rey klar. «Der Rosenstar frisst unseren Vögeln nichts weg.»

Es komme zwar vor, dass bei solchen Einflügen einzelne Individuen auch brüten würden. Viel wahrscheinlicher sei jedoch, dass die Tiere nach einigen Tagen oder Wochen wieder zurück in den Osten fliegen.

Wer die speziellen Vögel bis dahin beobachten möchte, dürfte es allerdings nicht leicht haben – auch wenn sich die Rosenstare gerne ihren Verwandten aus der Schweiz anschliessen. «Nach wie vor ist es für Nicht-Vogelfans sehr schwierig, in der Region einen Rosenstar vor die Linse zu bekommen», so Rey. «In der Zentralschweiz gab es bis jetzt nur gerade mal eine Sichtung, und zwar im Wauwilermoos im Kanton Luzern.»

Hörproben des rosigen Stars und weitere Informationen gibt es hier: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/rosenstar

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.