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Ein Teil der Shedhalle Reussbühl
soll abgebrochen werden

Eigentlich wollte die Stadt Luzern den 100 Jahre alten Industriebau als Ganzes erhalten und zugänglich machen. Doch der befindet sich in einem schlechten Zustand. Öffentliche Räume wird es dennoch geben.
Stefan Dähler
In der 1918 erbauten Shedhalle in Reussbühl befand sich früher eine Seidenspinnerei. (Bild: Pius Amrein)

In der 1918 erbauten Shedhalle in Reussbühl befand sich früher eine Seidenspinnerei. (Bild: Pius Amrein)

Die Shedhalle in Reussbühl soll künftig öffentlich genutzt werden. Dieses Ziel hat die Stadt Luzern bereits Anfang 2016 verkündet, als sie das Resultat einer Testplanung für das Gebiet bekannt gab. Als Ideen wurden eine Markthalle oder Ateliers für die Kreativwirtschaft genannt (Artikel vom 26. Januar 2016).

Ein Nutzungskonzept liegt jedoch immer noch nicht vor. Grund dafür sind Diskussionen zwischen der Stadt und der Eigentümerin der Shedhalle, der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW), die in Reussbühl ihren Verwaltungssitz hat. «Die Stadt hätte gerne die ganze Halle erhalten», sagt Daniel Rudin, Ressortleiter Nutzungsplanung bei der städtischen Baudirektion. «Allerdings ist ihr Untergrund sehr instabil, eine Sanierung würde schätzungsweise bis zu 10 Millionen Franken kosten.»

Neue Planung soll offene Fragen klären

Ein nun vorliegender Kompromiss sieht vor, dass mindestens 50 Prozent der Halle erhalten bleiben müssen. «Dabei handelt es sich um den nördlichen Teil, der sich in einem besseren Zustand befindet», sagt Rudin. Die CKW nutzt einen Teil der Shedhalle derzeit noch als Lager. Das weitere Vorgehen sieht jetzt folgendermassen aus: Ein Team, bestehend aus der Oester Pfenninger Architekten AG und Mavo Landschaftsarchitektur, wird erneut eine Teil-Testplanung für das Gebiet durchführen. Gemäss CKW-Mediensprecher Marcel Schmid soll diese aufzeigen, «in welcher Form die Shedhalle erhalten bleiben kann und wie man sie künftig nutzen könnte». Da das 1918 erstellte Bauwerk, in der früher eine Seidenspinnerei untergebracht war, als erhaltenswert gilt, wird auch die Denkmalpflege mit einbezogen. Noch völlig offen ist gemäss beiden Parteien, wie die öffentliche Nutzung aussehen soll, ob die CKW die Shedhalle dereinst verkauft und in welcher Form allenfalls die Stadt dabei involviert sein wird.

Öffentlicher Platz und Neubau auf dem Areal?

Eine Option sei, dass durch einen Teilabbruch der 5000 Quadratmeter grossen Halle auch Raum für einen öffentlichen Platz entsteht. «So birgt der Abbruch auch städtebauliche Chancen», sagt Daniel Rudin. Die Testplanung soll unter anderem aufzeigen, wie sich dieser Platz und die öffentliche Nutzung in der Halle ergänzen könnten. Weiter wird abgeklärt, wie dicht ein allfälliges Neubauprojekt auf dem Areal der Halle realisiert werden könnte. Dies als Kompensation, weil die Stadt ursprünglich auf dem Grundstück des heutigen CKW-Verwaltungssitzes eine höhere Dichte ermöglichen wollte. Die CKW jedoch habe derzeit nicht vor, dieses umzubauen, so Rudin.

«Wir sind uns
unserer Verantwortung
bewusst.»

Marcel Schmid, Mediensprecher der CKW

Die Resultate der Testplanung sollen Ende Jahr vorliegen. Für deren Kosten kommt die CKW auf, weil die Firma es war, die Änderungswünsche an der ursprünglichen Testplanung angebracht hat, so Rudin. Wie hoch diese sein werden, stehe noch nicht fest. Die Stadt werde aber darauf verzichten, interne Leistungen in Rechnung zu stellen. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, betonen beide Seiten. «Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst», sagt CKW-Sprecher Schmid. «Das Gebiet weist ein grosses Entwicklungspotenzial auf und es ist wichtig, dass auch öffentliche Räume entstehen.» Frühestens Mitte 2019 soll dann der angepasste Bebauungsplan beim Kanton Luzern zur Vorprüfung eingereicht werden. Wann er in Kraft tritt, könne man nicht voraussagen. «Die Dauer der Vorprüfung kann stark variieren. Danach folgt noch die öffentliche Auflage, bei der es zu Einsprachen kommen kann», sagt Rudin.

800 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätze

Der Bebauungsplan umfasst das ganze Gebiet Reussbühl West. Dort sollen total 800 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätze entstehen. Durch die erneute Testplanung sind andere Bauprojekte jedoch blockiert. «Es gibt derzeit aber keinen Druck seitens anderer Grundeigentümer», sagt Rudin. «Daher können wir uns die Zeit auch nehmen, eine gute Lösung zu erarbeiten.» Fortgeschrittener sind die Pläne für das Gebiet Reussbühl Ost entlang der Kleinen Emme und der Kantonsstrasse, wo unter anderem die Baugenossenschaft Reussbühl bis voraussichtlich 2022 eine Überbauung mit 80 Wohnungen und Gewerbeflächen plant.

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