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«Ich fühl mich wie auf einem Wühltisch für Singles»

Das Theater Bagasch Luzern zeigt im neuen Stück «Shoppen», wie paarungswillige Singles beim Speed Dating eine neue Liebe suchen. Eine grossartige Typenpersiflage.
Yvonne Imbach
Finden sie ihr Glück beim Speed Dating? Eine Szene aus dem Stück «Shoppen» des Theaters Bagasch Luzern. (Bild: PD)

Finden sie ihr Glück beim Speed Dating? Eine Szene aus dem Stück «Shoppen» des Theaters Bagasch Luzern. (Bild: PD)

Es ist der Zeitgeist der Generation «next», dass alleinstehende Menschen ihr Liebesglück auf Wegen suchen, die einer Einkaufstour ähneln. Deshalb passt der Titel «Shoppen» im aktuellen Stück des Theaters Bagasch nach dem gleichnamigen Film von Ralf Westhoff (2007).

Unter der Regie von Dieter Ockenfels ist ein regelrechter «Paarungs-Basar» entstanden. Profi-Regisseur Dieter Ockenfels hat die Bühnenfassung von Jürgen Popig als Grundlage für seine Inszenierung genommen. Fünf Tische, zehn Stühle, Trennwände aus weiss getünchten Holzpaletten – die ja sinnigerweise tatsächlich für den Warentransport gedacht sind – bilden das Szenario. Je eine Frau und ein Mann sitzen sich gegenüber, mehr oder weniger gut vorbereitet beginnt das Gespräch. «Was war das Überraschendste, das du je erlebt hast», wirkt beim ersten Kurz-Interview noch spannend, beim dritten hilflos. Gar ein Fragekatalog auf dem Klemmbrett wird gezückt: Die Fragen nach Allergien und der gewünschten Häufigkeit von Sex pro Woche sind herrlich plump. Wenn das Lachen verklungen ist, wird klar: Da spielt sich keinerlei Romantik ab; diese Suche nach der echten, wahren Liebe ist harte Arbeit.

Irgendwann verliert man fast den Überblick, wer wen schon interviewt hat, wo gestritten wurde und wo der Ansatz eines Flirts entstanden ist. Immer wieder schlägt das Absurde, Groteske dieser Warenhaussituation in das Bewusstsein der Paarungswilligen. «Ich fühl mich wie auf einem Wühltisch für Singles», sagt eine Frau. Ihr Gegenüber versucht sich in Charme: «Sie sind ein bisher übersehenes Schnäppchen.»

Ein Handbuch half beim Üben der 45 Szenen

Rund 45 Szenen reihen sich aneinander, gut zwei Stunden darf der Zuschauer seine Neugierde befriedigen und Fliege an der Wand sein, wenn die Hosen runtergelassen werden, um den eigenen Marktwert schier verzweifelt steigern zu wollen. Die zehn Spielerinnen und Spieler verstehen es ausgezeichnet, ihrer jeweiligen Figur einen Charakter zu verleihen. Das Spiel ist eine grossartige Typenpersiflage, die begeistert – dabei aber niemals ins Lächerliche abdriftet.

Rund ein Jahr Probezeit liegt hinter dem Ensemble. Dieter Ockenfels weiss um die grosse Arbeit: «Ich habe ein Handbuch gemacht, wo jedes Detail vermerkt wurde. Die vielen Szenenwechsel müssen sitzen, es darf nichts durcheinander kommen. Da gab es nur eins: üben, üben, üben». Das Resultat ist ein höchst vergnüglicher Theaterabend.

Aufführungen: 27. Oktober um 20 Uhr. Weitere fünf Aufführungen bis 3. November, im Theater Pavillon Luzern, Spelteriniweg 6. Reservation unter www.bagasch.ch

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