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Kommentar

Ein zweiter Wahlgang in Emmen ist absehbar

Die Analyse von Beatrice Vogel, Redaktorin Stadt/Region Luzern, zu den Chancen der fünf Gemeinderatskandidaten bei den Ersatzwahlen in Emmen.
Beatrice Vogel

Beatrice Vogel

Am 10. Juni wählt das Emmer Stimmvolk zwei neue Gemeinderäte. Sie werden auf Bildungsvorsteherin Susanne Truttmann (SP) und Finanzvorsteher Urs Dickerhof (SVP) folgen, die per Ende August aus der fünfköpfigen Exekutive zurücktreten. Bereits im Gemeinderat vertreten sind die FDP (zwei Sitze) und die CVP mit einem Sitz. Zur Wahl stehen nun fünf Kandidaten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Da ist zum einen SVP-Nationalrat Felix Müri (60). Seine Chancen, den Sprung gleich im ersten Wahlgang zu schaffen, stehen gut. Müri ist als Nationalrat der prominenteste Kandidat und wurde jeweils mit gutem Resultat für dieses Amt wiedergewählt. Er geniesst Sympathien über die Parteigrenze hinaus. Zudem ist die SVP wählerstärkste Partei, wodurch ihr niemand den Gemeinderatssitz abspricht. Dass Müri die Hoffnung weckt, sich durch sein breites Beziehungsnetz auch auf übergeordneter Ebene für die Gemeinde einsetzen zu können, dürfte seine Chancen noch steigern. Allerdings ist nicht klar, wie stark sich Müri auf Emmen konzentrieren kann, wenn er sein Nationalratsmandat behält – diesbezüglich lässt er noch alles offen. Schwierig abzuschätzen ist auch, wie gut er seine Direktion wird führen können.

Von ähnlichem Kaliber wie Müri ist Monique Frey (Grüne). Als Kantonsrätin besitzt auch sie breite politische Erfahrung und ein grosses Netzwerk, zudem hat sie Führungserfahrung. Die 52-Jährige hat als einzige Frau unter den Kandidaten ebenfalls gute Chancen auf einen Gemeinderatssitz. Ihr Handicap ist, dass sie bei manchen Bürgerlichen als grüne Hardlinerin gilt: Einige zweifeln, ob Monique Frey sich konstruktiv in den sonst bürgerlichen Gemeinderat einbringen kann. Jedoch ist sie gesprächsbereit und lässt auch andere Meinungen gelten.

Konsensorientierung ist von SP-Kandidat Brahim Aakti (36) zu erwarten. Auch der vergleichsweise junge Kandidat bringt viele Kompetenzen und politische Erfahrung mit, die Emmen dienlich sein könnten. Gerade bei jungen Emmern oder solchen mit Migrationshintergrund dürfte er auf Sympathie stossen. Auch politische Gegner attestieren Aakti grosse Sozialkompetenz, seine Kompromissbereitschaft ist sicher eine Stärke, die ihm in der Exekutive nützlich sein wird. Allerdings könnte diese ihm auch zum Verhängnis werden: Ob er genügend Biss hat, um eine Direktion zu führen, wird er bei einer allfälligen Wahl beweisen müssen.

Führungserfahrung bringt Patrick Schnellmann (48) als KMU-Geschäftsführer mit. Der CVP-Mann, der sich selbst am rechten Flügel der Partei lokalisiert, hat berufliche Erfahrung zu bieten. Politisch ist er allerdings ein Newcomer: Er sitzt erst seit zwei Jahren im Einwohnerrat. Seine Kandidatur wird zudem von vielen eher mit Missgunst betrachtet, hat doch die CVP mit Josef Schmidli bereits einen Gemeinderat. Würde Schnellmann gewählt, hätten entweder die SVP oder die Linken keinen Gemeinderat mehr.

Der fünfte Kandidat ist Vital Burger (54) vom Forum Emmen. Er bietet all jenen Wählern, denen Parteipolitik unsympathisch ist, eine Alternative. Burger hat sehr unkonventionelle Ideen, wodurch sich die Frage stellt, wie gut er sich in den Gesamtgemeinderat einfügen könnte. Da er keine Partei im Rücken hat, dürften seine Chancen eher schlecht stehen, zumal er auch im Wahlkampf wenig aktiv ist.

Für die Wähler wird sich die Frage stellen, ob sie die Konkordanz wahren wollen. Denn die CVP-Kandidatur bringt vor allem die Linken in Bedrängnis. Ein zweiter Wahlgang zeichnet sich ab, da am 10. Juni ausser Felix Müri kein Kandidat obenaus schwingen dürfte. Angenommen, Müri wird im ersten Wahlgang gewählt, wird es auf «CVP oder Links» hinauslaufen. SP und Grüne müssten in diesem Fall darauf achten, dass sie sich nicht gegenseitig zerfleischen – und sich deshalb wohl auf einen Kandidaten einigen. Sonst wäre Schnellmann der lachende Dritte und Emmen hätte eine rein bürgerliche Exekutive. Von den beiden linken Kandidaten dürfte tendenziell Monique Frey das Rennen machen – allein schon wegen ihres politischen Kalibers und als einzige Kandidatin.

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