Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EINBLICKE: Arbeit ohne Countdown

Christian Peter Meier,
Christian Peter Meier

Christian Peter Meier

Womöglich haben auch Sie so einen Kollegen, Bekannten oder Freund, der die Tage bis zur Pensionierung runterzählt. Der sich in seinem Beruf nicht mehr wohlfühlt, der den Alltag im Betrieb als Belastung wahrnimmt – und sich aus finanziellen Gründen trotzdem nicht vorzeitig davon befreien kann. Ich gehöre zum Glück nicht zu dieser gar nicht so kleinen Gruppe. Obwohl theoretisch auch ich die Tage bis zur Pensionierung ausrechnen kann. Oder sogar ganz praktisch. Warten Sie: Es sind noch – genau – 3899 Tage, Ferien und Freitage inbegriffen.

Bis zur Rente dauert es also noch eine ganze Weile. Trotzdem schleckt es keine Geiss weg, dass ich als Mittfünfziger gerade daran bin, in den letzten Viertel meiner Laufbahn einzubiegen. Und darum gewinnt die Frage an Relevanz, wie ich es vermeide, beruflich vorschnell zum alten Eisen zu gehören. Mein breitgefächertes Interesse, die Fähigkeit mich auf Neues einzulassen und gleichzeitig aus Routine Kraft zu schöpfen, mein Pragmatismus, mein Optimismus und womöglich sogar meine Gene dürften mir dabei helfen.

Apropos Gene: Ich habe zwei Vorbilder, die eindrücklich vor Augen führen, wie man sogar weit jenseits der Pensionsgrenze noch beruflich aktiv bleiben kann: meine Eltern. Beide haben das Glück, einigermassen gesund geblieben zu sein. Und beide geniessen es, sich à jour zu halten. So übt mein 81-jähriger Vater täglich stundenlang Cembalo und Orgel, um die feinmotorischen Fähigkeiten zu bewahren, die er als Kirchenmusiker braucht. Meine nur unwesentlich jüngere Mutter wiederum nimmt neben vielen anderen Aufgaben noch immer ein Minipensum als Sekretärin auf einer Anwaltskanzlei wahr. Und sie ist für viele (so auch für mich) eine Instanz, wenn es um Steuererklärungen geht.

Erstaunlicherweise ernten die zwei damit nicht nur Anerkennung. Einige Verwandte zum Beispiel scheinen die Aktivitäten meiner Eltern vor allem als Kritik am eigenen, passiveren Lebensstil zu verstehen – und fordern darum die sofortige Einstellung jeglicher beruflichen Tätigkeit.

Wie lange ich selber beruflich mitmischen werde, wird sich weisen. Vor wenigen Wochen habe ich auf alle Fälle erst einmal den Turbo eingelegt und firmenintern eine neue Herausforderung angetreten. Es dürfte in unserer schnelllebigen und seit Jahrzehnten krisenbehafteten Branche nicht die letzte gewesen sein.

Christian Peter Meier,

Leiter Storypool

christian.meier@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.