Einbrecher-Trio ergaunert Deliktsgut im Wert von 112'000 Franken – unter anderem in Eich, Sursee und Luzern

Drei Männer sind für eine Einbruchserie in den Kantonen Luzern, Aargau und Solothurn verantwortlich. Nun hat das Luzerner Kriminalgericht einen Weissrussen verurteilt – möglicherweise war er der Hauptdrahtzieher.

Evelyne Fischer
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Ein tüchtiges Trio war da am Werk: Drei Männer machten sich bis zu ihrer Festnahme Ende Januar 2017 in den Kantonen Aargau, Luzern und Solothurn an Mehrfamilienhäusern zu schaffen. In 13 von 15 Fällen mit Erfolg. Erbeutet haben sie in gut sieben Wochen ein Deliktsgut in der Höhe von insgesamt rund 112'000 Franken. Sichergestellt wurden etwa zahlreiche Halsketten, Ohrstecker und eine Damenarmbanduhr.

Ein Weissrusse, möglicherweise der Kopf der Bande, ist nun vom Luzerner Kriminalgericht rechtskräftig verurteilt worden, wie das am Dienstag veröffentlichte Urteil zeigt. Unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und rechtswidrigen Aufenthalts kassiert der 40-Jährige eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten. Angerechnet werden ihm 925 Tage, die er bereits abgesessen hat.

Zudem wird der Weissrusse, der sich derzeit im vorzeitigen Strafvollzug befindet, für zehn Jahre des Landes verwiesen. An Geschädigte aus der Region hat er mehrere tausend Franken Schadenersatz zu bezahlen. Auch die Gerichtskosten von knapp 23'000 Franken werden ihm überwälzt.

Hotelzimmer an der Autobahn als Zentrale

Die Einbrecher gingen stets gleich vor: Ihr Hauptquartier war ein Hotelzimmer nahe der Autobahn im Kanton Solothurn. Von dort aus steuerten sie Mehrfamilienhäuser in eher abgelegenen Quartieren an. Die Objekte hatten sie zuvor ausspioniert. Meldete sich nach dem Klingeln niemand, betraten sie das Haus – falls nötig auch gewaltsam.

Vom Beschuldigten, der offenbar nie eine Ausbildung absolviert hat, gehe «eine beachtliche kriminelle Energie» aus, so das Gericht. Der verheiratete Vater einer Tochter, mehrfach einschlägig vorbestraft, scheint kein einfacher Zeitgenosse zu sein: Im Strafverfahren zeigte er sich unkooperativ, verweigerte konsequent die Aussage.

Im Juli 2016 war der Weissrusse vom kantonalen Amt für Migration aus Luzern ausgegrenzt worden. Dass er dagegen verstiess, konnte ihm mehrfach nachgewiesen werden, etwa aufgrund von DNA-Spuren an den Tatorten. Weiter wurde er im Dezember 2016 auf der Zugstrecke Hochdorf-Gelfingen beim Schwarzfahren erwischt. Bestätigt ist auch, dass sich der Beschuldigte damals mit dem Handy über den Antennenstandort Ermensee ins Schweizer Mobiltelefonnetz eingewählt hatte.

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