EINBÜRGERUNG: Mit Mogeln zum roten Pass

Kriens hat einen Muslim eingebürgert, dem Kontakte zu Extremisten nachgesagt werden. Der Fall zeigt: Wer sich geschickt anstellt, hat gute Chancen, den Pass zu erhalten.

Christian Hodel
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Der Schweizer Pass. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Schweizer Pass. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Fall wirft Fragen auf: Ein ehemals in Kriens wohnhafter Bosnier soll sich in Syrien einer radikalislamistischen Gruppe angeschlossen haben. Der Schwiegervater des mutmasslichen Dschihadisten wiederum soll Beziehungen zu einem radikalen Hassprediger in Bosnien pflegen. Er wurde 2008 in Kriens eingebürgert. Wie konnte dies passieren?

«Kommission hat kaum Spielraum»

Die Bürgerrechtskommission Kriens (BRK) sei «in einem engen Korsett», sagt Räto Camenisch, SVP-Kantonsrat. Er sass fast acht Jahre in Kriens in der BRK. Das Einbürgerungsgespräch sei oft ein «eher unverbindliches Interview». Eine intensive Befragung erfolge vorgängig durch den Einbürgerungsbeauftragten der Gemeinde. «In wichtigen Fragen aber, etwa wie ein muslimischer Bürger zum Dschihad steht, hat die Kommission kaum Spielraum.» Zwar würden solche Dinge durchaus thematisiert, sagt Camenisch. «Doch wenn der Antragsteller schlau ist, gibt er jene Antworten, die die Kommissionsmitglieder hören wollen.»