EINBÜRGERUNGSINITIATIVE: Georges Theiler sieht sich nicht als Abweichler

Bei der Einbürge­rungsinitiative hinterlässt die FDP einen gespaltenen Eindruck. Mehrere bekannte Nationalräte, darunter der Luzerner Georges Theiler, engagieren sich in einem Komitee für das SVP-Begehren.

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Für Georges Theiler gibt es Fragen, bei denen es innerhalb der Partei für verschiedenen Meinungen Platz hat. (Bild Keystone)

Für Georges Theiler gibt es Fragen, bei denen es innerhalb der Partei für verschiedenen Meinungen Platz hat. (Bild Keystone)

Die FDP steckt in einer Dauerkrise. Seit Wahlen reiht sich eine Niederlage an die andere. Melden Sie sich deshalb aus der Geschäftsleitung der FDP Schweiz ab?

Georges Theiler: Dauerkrise stimmt so nicht. Bei den Gemeinderatswahlen haben wir Siege verbuchen dürfen. Ich habe während acht Jahren in der Führung der FDP mitgewirkt. Jetzt standen ordentliche Wahlen an. Ich wollte einer jüngeren Kraft Platz machen und werde mich künftig stärker auf die Fraktionsarbeit konzentrieren.

Was wollen Sie in der Fraktion erreichen?

Theiler: Ich werde Gabi Huber in ihrer Aufgabe als Fraktionschefin unterstützen. Als Mitglied des Fraktionsvorstandes muss ich schauen, dass die Geschäfte, die im Parlament aktuell sind, gut vorbereitet werden. Persönlich bin ich neu Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK). Ich werde mich also vermehrt Wirtschaftsfragen widmen können.

Gabi Huber verlangt als Fraktionschefin mehr Einheit in der Partei.

Theiler: Das kann ich im Grundsatz unterstützen. Wichtig ist aber, dass im Voraus über die verschiedenen Fragen und Positionen offen und intensiv diskutiert wird. Das wollen wir in Zukunft so handhaben. Das heisst, dass wir mit Leuten, die konstant von der Parteilinie abweichen oder fast immer im Konflikt mit der Fraktions- und Parteilinie stehen, vermehrt das Gespräch suchen werden.

Momentan macht die FDP mit Interna und Personalia auf sich aufmerksam. Sie selber gehören einem Ja-Komitee zur Einbürgerungsinitiative an, stellen sich gegen Parteidoktrin, sind also auch ein Abweichler.

Theiler: Ich sehe da kein Problem. Ein Abweichler ist jemand, der dauernd in zentralen Fragen anderer Meinung ist als die Partei. Das bin ich nicht. Aber es gibt Fragen, wo man durchaus auch anderer Meinung sein kann. Da darf man auch offen dazu stehen.

Interview von Jürg Auf der Mauer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.