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Kolumne

Eine Frage des Fastens

Einblicke – Ismail Osman, stv. Leiter des Regionalbundes der «Zentralschweiz am Sonntag» über das traditionelle Darben bis zur Osterzeit.
Ismail Osman, Redaktor
Ismail Osman. (Bild: N. Schärli)

Ismail Osman. (Bild: N. Schärli)

Wer fastet, der rostet. So oder ähnlich lautet ein bekanntes konfuzianisches Sprichwort. Tatsache ist, dass der Frühjahrsputz für Körper, Geist und Seele seit vergangenem Mittwoch wieder (in aller Munde) in vollem Gange ist. Nachfolgend werden die wichtigsten Fragen rund um das Fasten beantwortet, um die Zeit bis zur paganen Schoggi-Osterhasen-Fressorgie motiviert und erfolgreich zu meistern.

Was ist Fasten? Fasten ist so viel mehr als nicht essen. Es ist auch nicht schlafen können (vor Hunger). Oder das ansonsten wenig beachtete leise Summen des Selecta-Automaten in der Kantine plötzlich als dröhnenden, tödlich-betörenden Gesang einer mythologischen Sirene wahrzunehmen. Ansonsten sei es aber gesund.

Wie funktioniert Fasten? Nach zirka drei Tagen setzt bei vielen Fastenden ein ekstatisches Gefühl – ein sogenanntes Fasten-High – ein. Vom Gehirn wird vermehrt das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Einen ähnlichen Effekt lösen bestimmte Psychopharmaka aus. Parallel werden Rezeptoren im Körper stimuliert, die zu erhöhter Selbstgefälligkeit und aufgeplustertem Ego führen.

Was sagen Schulmediziner zum Fasten? Schule ist für Streber. Sind Sie etwa ein Streber? Na also. Nächste Frage.

Was bringt mir Fasten? Aus spiritueller Sicht spricht man oft von einer Reinigung der Seele. Fasten bringe aber auch Irdisches: perfekte Bikinifigur und/oder Sixpack, permanent gute Laune (ausgenommen die ersten drei Tage. Die sind absolut brutal.) Weiter auch die Heilung aller von der sogenanten Schulmedizin noch nicht gelösten Krankheitsbilder und Gebrechen.

Kann ich auch nach Ostern noch fasten? Klar kann man. Man würde jedoch als Anti-Genuss-Fanatiker verhöhnt – um nicht zu sagen gekreuzigt.

Welche Nebenwirkungen hat das Fasten? Zu den bekannten Nebenwirkungen von Fasten gehören konstant über das Fasten zu reden und auf ­sozialen Medien Beiträge mit #fasten #abnehmen #intervallfasten #gesundheit #healthy #staytrong #meditation #motivation #verlockung #sohungrig #fitness #smoothie #detox #fürmichselbst #bodyandsoul #gesundleben oder #lowcarb zu versehen. Auch bekannt ist der dem Tourette-Syndrom nahekommende, zwanghafte Ausruf «WAS! Du hast echt noch nie gefastet!?», sobald eine umstehende Person anmerkt, dass sie noch nie gefastet hat.

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