«Eine Investition in die Zukunft unserer Jugend»

Zum Stadionprojekt auf der Allmend. Verschiedene Autoren.

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Die Finanz- und Börsennachrichten sorgen in den letzten Tagen und Wochen rund um den Globus für enorme Turbulenzen. Die Menschen sind verunsichert, die Auswirkungen auf die Wirtschaft noch nicht wirklich absehbar. Die Reaktionen sind denn auch sehr unterschiedlich. Das Falscheste wäre jetzt sicher, geplante Investitionen zurückzustellen oder gar zu streichen. Denn gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, sich antizyklisch zu verhalten und weiterhin eine vernünftige Ausgabenpolitik zu betreiben. Und gerade für ihre Ausgabendisziplin erhielt die Stadt Luzern vor wenigen Tagen in einer Studie des Hochschulinstituts für Öffentliche Verwaltung Bestnoten. In der gleichen Studie attestierten die Wissenschaftler unserer Stadt eine gesunde finanzielle Basis. Für das Allmend-Projekt, über das die städtische Bevölkerung am 30. November abstimmt, sind dies doch die besten Voraussetzungen. Lassen wir uns doch nicht durch die Negativmeldungen verunsichern. Ich bin überzeugt, dass die Mittel bei diesem Vorhaben gut investiert sind, zumal ein sehr grosser Teil der Bevölkerung von den neuen Einrichtungen profitiert und das Ganze ein Vorzeigeprojekt für Luzern ist.

Trudi Bissig-Kenel, Präsidentin FDP, Stadt Luzern

Es gibt Fachleute, die behaupten, dass die Gemeindeautonomie und die ländliche Tradition der Schweiz schuld sind an der Zersiedelung des Landes. Zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit und des Naturschutzes fordern sie eine von Global-Cities (ZH, BS, GE) abhängige Urbanisationspolitik mit weniger gleichberechtigten Gemeinden und Kantonen. Ziel ist eine Metropolitan-Governance, welche die Konkurrenz der Orte durch Arbeitsteilung kartellähnlich liquidiert.

Waren nicht Christianisierung, Bündnisse, Bauernkriege, Reformation und Französische Revolution die Befreiungsetappen aus Untertanenverhältnissen in Europa? Weshalb sollten nun Metropolitanregionen (vgl. Wirkungsräume von Flughäfen) - unter wirtschaftlichem Druck - die Autonomie zurückrevolutionieren? Was taugt diese ökonomische Theorie, seit die Ölspekulation Airlines und Bankgeschäfte bedroht?

Nach dem gleichen Patentrezept will die Luzerner Agglomerationspolitik eine Regionalstadt-Governance anstreben. Der Fusionsberater will die Vororte von Luzern für die Zentralstadt entmündigen. Zufällig ist dieser Experte gleichzeitig Anbieter für die Planung von Verkehrsinfrastrukturen (vgl. Tieferlegung Zentralbahn). Wirkt die Zentralisierung nicht eher als Subventionsprogramm immer öffentlich finanzierter Infrastrukturgrossprojekte? Dass etwas nicht stimmt, zeigt das Beispiel Allmend:

1. Die Allmenderschliessung mit einer einzigen S-Bahn, die den Agglomerationen nichts bringt und den Bahnhof Luzern mehr belasten will. Die geringe Förderkapazität dieser Haltestelle ist ein Sicherheitsrisiko nach Grossanlässen im Stadion.

2. Zwei Wohntürme als Grossstadtpioniere mit vielen Aussenraumkonflikten und mit einem hierfür öffentlich finanzierten Kreisel Zihlmatt, um grüne Spielfelder - statt unternutzte Altbauten - zu verdichten.

3. Ein räumlich enges Leichtathletikangebot und Sportvereine, die mit Geschenken gut gestimmt werden.

4. Ein mit städtischen Einnahmen finanziertes Stadion, dessen teurer Gigamantel fragwürdige Fluchtwege und kleine Nutzung umhüllt.

Vincenzo Fina, Kriens Als Vereinspräsident des FC Luzern setze ich mich insbesondere für die Jugendlichen und deren Freizeitgestaltung ein. Sport bietet ideale Möglichkeiten, die Jugendlichen gesellschaftlich zu integrieren und ihnen Perspektiven aufzuzeigen.

Die Sportarena Allmend geht weit über den Bau eines zeitgemässen Fussballstadions hinaus. Das gut konzipierte Projekt stellt eine vielseitige Sportinfrastruktur für Jung und Alt zur Verfügung. Mit dem Bau einer Doppelturnhalle, dem Hallenbad oder einem Fitnesscenter bietet die Sportarena Allmend eine interessante polysportive Kombination, die speziell für die Juniorenförderung genutzt werden kann.

Die Realisierung der Sportarena Allmend darf nicht von der Leistung der FCL-Mannschaft abhängig gemacht werden.

Eine zeitgemässe und abwechslungsreiche Sportinfrastruktur ist die Voraussetzung, Junioren zu motivieren, zu fördern und aufzubauen. Sportliche Leistung braucht eine gute Infrastruktur. Die Sportarena ersetzt die längst veralteten Sportstätten auf der Allmend.

Mit einem Ja zur Sportarena Allmend investieren Sie in unsere jungen Talente und geben ihnen eine Chance für zukünftige sportliche Erfolge. Ein Ja ist eine Investition in die Zukunft unserer Jugend.

Rudenz Stoll, Vereinspräsident FC Luzern