Eine Million Franken für 24 Einstellplätze: Entlebuch stehen Grossinvestitionen bevor

An der Gemeindeversammlung vom Dienstag befinden die Bürger von Entlebuch über zwei Sonderkredite in der Höhe von fast zwei Millionen Franken. Von den Investitionen profitieren insbesondere Autobesitzer.

Evelyne Fischer
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Die Finanzen stehen im Fokus der Gemeindeversammlung vom Dienstag. Einerseits lassen die Entlebucher das letzte Rechnungsjahr Revue passieren: Dieses weist einen Ertragsüberschuss von 1,64 Millionen Franken aus und schliesst damit rund eine Million besser als budgetiert. Andererseits stellen die Stimmbürger die Weichen für zwei Grossprojekte: Der Gemeinderat beantragt einen 1,005-Millionen-Kredit für den Bau einer Einstellhalle im Gebiet Pfrundmatt und möchte zudem 721'000 Franken in die Sanierung des dortigen Schulhausplatzes stecken.

«Wir sind uns bewusst, dass gewichtige Investitionen auf uns zukommen», sagt Robert Vogel, Gemeinderat Ressort Bau (CVP), auf Anfrage. «Die Verschuldung wird dadurch zunehmen. Aber die Projekte sind im Finanzplan eingestellt und tragbar.»

Kommission für Koordination der Projekte eingesetzt

Wie Vogel ausführt, steht der Schulhausplatz schon lange auf der Pendenzenliste. «Das Areal besteht heute zu einem grossen Teil aus Asphalt und die Sicherheit der Schüler ist aufgrund der nahen Bundesrat-Zemp-Strasse unbefriedigend.»

Zugleich habe das vor zwei Jahren erarbeitete Parkplatzkonzept gezeigt: Im Gebiet Pfrundmatt existiert ein Engpass. «Anwohner und Angestellte besetzen heute öffentliche Parkplätze.» Der Gemeinderat sei sich schnell einig gewesen: Eine gemeinsame Planung der Projekte macht Sinn, ergo wurde eine Kommission eingesetzt.

Bauarbeiten verschärfen Parkplatz-Problem

Die Parkplatz-Thematik hat das Gremium beschäftigt: Denn mit Blick auf die geplante Überbauung des Marktplatzareals fallen in den Jahren 2020 bis 2023 rund 50 Parkplätze weg. «Diese werden vorübergehend mit Abstellflächen auf den Schulhausplätzen Pfrundmatt und Bodenmatt kompensiert», sagt Vogel. «Da der Verkehr zunimmt und folglich auch der Bedarf nach Parkplätzen grösser wird, hat die Kommission Pfrundmattareal den Bau einer Einstellhalle geprüft.»

Eine solche soll nun realisiert werden, unterhalb des Schulhausareals Pfrundmatt. 24 Einstellplätze sind geplant. Robert Vogel sagt:

«Das Interesse ist gross, wie eine Umfrage unter Anwohnern und benachbarten Geschäften zeigte: 17 Einstellplätze sind bereits reserviert, vier wird die Gemeinde beanspruchen, frei sind aktuell noch drei Parkplätze.»

Veräussert werden diese für 40'000 Franken das Stück, die Gemeinde wird ihre vier Abstellflächen für 120 Franken monatlich vermieten.

Eine Million Franken für 24 Einstellplätze: Das tönt nach sehr viel Geld. Geht die Rechnung der Gemeinde aber auf, hat sie nach dem Verkauf von 20 Einstellplätzen lediglich 200'000 Franken zu tragen. «Für Entlebuch entsteht ein klarer Mehrwert, da dank der Einstellhalle Abstellflächen auf öffentlichen Parkplätzen frei werden», sagt Vogel. Nach Abschluss der Marktplatz-Überbauung wächst die Zahl der öffentlichen Parkplätze auf 120 an. Die Baueingabe für die Einstellhalle soll im Juli erfolgen, der Spatenstich im September oder Oktober. Im Mai dürften die Arbeiten abgeschlossen sein.

Pausenplatz: Unterstand und Sitzgelegenheiten geplant

Parallel dazu soll ab Januar die Aufwertung des Schulhausplatzes angepackt werden. «Das Areal hat heute ein Gefälle und ist künftig ebenerdig, auch wird ein Holzpavillon gebaut, so dass die Schüler bei Regen die Pausen im Trockenen verbringen können und mehr Platz für ihre Velos und Töfflis haben», sagt Vogel. Geplant seien ferner Sitzmöglichkeiten und Bepflanzungen. Die Arbeiten sollen im Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Trotz der grossen Investitionssumme scheinen die beiden Kredite im Dorf unbestritten zu sein: Die Ortsparteien von CVP und FDP haben einstimmig die Ja-Parole für beide Geschäfte beschlossen. Die örtliche SVP verzichtete auf eine Parolenfassung.

Den 380'000-Franken-Kredit für die Sanierung der Bundesrat-Zemp-Strasse wird der Gemeinderat mit dem Budget 2020 vorlegen. Vogel sagt: «Um den Verkehr zu beruhigen und die Sicherheit für die Schüler zu erhöhen, ist dort eine Tempo-20-Zone geplant.» Die Bauarbeiten erfolgen im Frühling 2020.

Hinweis: Traktandiert ist am Dienstag auch die Teilrevision der Ortsplanung. Sechs Einsprachen sind hängig, davon stammen fünf aus der Feder von BirdLife Luzern, WWF Luzern, WWF Schweiz und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz.

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