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Kommentar

Gütsch: Eine neue Ära im Luzerner Schlosshotel

Analyse von Robert Knobel, Leiter Stadt Region zu den Ausbauplänen von Alexander Lebedev für das Hotel Château Gütsch.
Robert Knobel
Das «Château Gütsch» soll in drei Jahren mit einem Neubau von heute 32 auf 83 Zimmer ausgebaut werden. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Juni 2018))

Das «Château Gütsch» soll in drei Jahren mit einem Neubau von heute 32 auf 83 Zimmer ausgebaut werden. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Juni 2018))

Es war in letzter Zeit ruhig geworden ums Hotel Château Gütsch. Das änderte sich am vergangenen Freitag, als Gütsch-Besitzer Alexander Lebedev unserer Zeitung ein Exklusivinterview gewährte. Er nutzte die Gelegenheit, aus seiner Sicht einige Missverständnisse klarzustellen. Zu den ständigen Verkaufsgerüchten meinte er, er habe «nie Interesse am Verkauf des Hauses» gehabt. Zudem versprach er, gegenüber den Luzernern künftig transparenter aufzutreten. Bei dieser Gelegenheit verkündete er auch seine Ausbaupläne für das «Gütsch»: Die Zahl der Hotelzimmer soll in einem ersten Schritt von 32 auf 38 erhöht werden.

Die Stadt Luzern bestätigt das Vorhaben – das Baugesuch sei am Freitag eingereicht worden. Es wird in den nächsten Tagen geprüft. Weil das «Château Gütsch» im kantonalen Bauinventar der schützenswerten Objekte aufgeführt ist, muss auch die Denkmalpflege eine Stellungnahme zu den Umbauplänen abgeben. Konkret ist geplant, den heutigen Panoramasaal in sechs Hotelzimmer umzuwandeln. Der Saal mit der grandiosen Aussicht auf die Stadt steht bisher für Kongresse und Bankette zur Verfügung. Doch dieses Geschäft läuft offenbar schlecht, wie Lebedev selber einräumt. Der geplante Umbau bestätigt zudem die in Fachkreisen immer wieder geäusserten Bedenken, das «Gütsch» habe zu wenig Zimmer, um rentabel zu sein.

Allerdings scheint die Rendite beim «Château Gütsch» nicht im Vordergrund zu stehen. Lebedev sagt, es handle sich um ein «Liebhaberobjekt». Gemäss seiner Darstellung streckte er drei Millionen Franken in das ambitionierte Ausbauprojekt «Baluardo», um es dann 2013 einfach zu beerdigen, weil es ihm nicht gefiel. Dabei hätte der Neubau gerade die Voraussetzung für einen rentablen Betrieb geschaffen.

Viele, die kamen, versprachen Ruhe auf den Gütsch zu bringen – bevor sie einige Monate später wieder den Hut nahmen.

Dass das Haus nicht um jeden Preis auf Rentabilität getrimmt werden muss, liessen auch andere Gütsch-Verantwortliche in der Vergangenheit immer wieder mal durchblicken. Demnach ist auch die These, wonach Lebedev das unrentable Haus möglichst rasch wieder loswerden will, möglicherweise falsch. Es sei denn, jemand würde einen aussergewöhnlich hohen Preis dafür bieten. Doch da es nicht einfach ist, mit dem «Gütsch» gutes Geld zu verdienen, hat sich bisher kein zahlungswilliger Interessent gefunden.

Der mangelnde wirtschaftliche Druck war andererseits auch der Grund, weshalb im «Gütsch» während Jahren gar nichts ging. Der Multimilliardär Lebedev, für den das Luzerner Hotel bestenfalls eine Randnotiz im Portefeuille ist, zeigte lange kaum Interesse für sein «Liebhaberobjekt». Er delegierte die Verantwortung für das Haus mal an seinen Sohn, mal an eine tschechische Betreiberfirma; Verwaltungsräte, Hoteldirektoren und Küchenchefs gaben sich die Klinke in die Hand. Viele, die kamen, versprachen Ruhe auf den Gütsch zu bringen – bevor sie einige Monate später wieder den Hut nahmen. Wenn jetzt der Besitzer persönlich Besserung gelobt, ist dies positiv zu werten. Wie nachhaltig seine Beteuerungen sind, wird sich weisen.

Tatsächlich stehen die Zeichen schon seit einiger Zeit auf Kontinuität. Der aktuelle Hoteldirektor Tim Moitzi führt das «Gütsch» schon seit mehr als drei Jahren, neuerdings auch als Mitglied des Verwaltungsrats. Auch die Auslastung ist offenbar zufriedenstellend. Mit dem neuen Freiluft-Skulpturenpark mit Werken aus Alexander Lebedevs Privatsammlung erhält das Hotel eine weitere Attraktion für Touristen und Einheimische, die es in dieser Art in Luzern bisher nicht gab. Das sind gute News für das Schlosshotel, das den Luzernern äusserst am Herzen liegt. Gleichwohl ist Euphorie fehl am Platz. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das «Gütsch» immer wieder für eine Überraschung gut ist.

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