Eine neue Genossenschaft will dem Krienser Bahnhöfli frisches Leben einhauchen

Das derzeit ungenutzte alte Bahnhofsgebäude im Krienser Zentrum soll wiederbelebt werden – etwa durch eine Beiz. Für die Finanzierung sind schon 30'000 Franken zusammengekommen.

Stefan Dähler
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Das Krienser Bahnhöfli zwischen dem Stadtplatz und dem Bellpark habe «etwas Besseres verdient als der Istzustand». Das schreibt die neu gegründete Genossenschaft Bahnhöfli in einer Mitteilung. Deren Ziel ist, das als schützenswert geltende Gebäude wiederzubeleben. Mittels Erwerb von Anteilsscheinen seien schon 30'000 Franken zur Finanzierung zustande gekommen. 

(Bild: Dominik Wunderli, 13. November 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, 13. November 2019)

Die Genossenschaft ist politisch breit abgestützt. «Geistiger Vater» und Vizepräsident ist der ehemalige liberale Einwohnerrat Alex Wili, heisst es in der Mitteilung. Präsident ist mit Bruno Bienz (Grüne) ebenfalls ein ehemaliger Einwohnerrat. Weitere Vorstandsmitglieder sind Beatrice Senn (FDP), Cla Büchi (SP), Andreas Vonesch und Anita Burkhardt (beide CVP) sowie Treuhänder Stefan Bucher als Kassier. 

Übernahme im Baurecht als Ziel

Erste Ideen und Anregungen habe man bei der Gründungsversammlung bereits gesammelt, sagt Bruno Bienz auf Anfrage. Eine Arbeitsgruppe werde diese nun auf deren Machbarkeit untersuchen und Kontakt mit der Stadt Kriens aufnehmen, die Eigentümerin des Bahnhöflis ist. Was sich abzeichnet: «Es dürfte in Richtung Gastronomie und Kulturlokal gehen», sagt Bienz. Man habe Interesse, dafür das Gebäude im Baurecht zu übernehmen. Unklar sind noch der Zeitplan und die Kosten für einen allfälligen Umbau.

Das Bahnhöfli der ehemaligen Kriens-Luzern-Bahn gehört gemäss Angaben des kantonalen Bauinventars «zu den kleinsten und den letzten original erhaltenen kombinierten Personen- und Güterbahnhofsbauten der Schweiz». Der Güterschuppen wurde 1886 erbaut, 1896 das Bürogebäude.

Seit 2016 ein Politikum

Die Wiederbelebung des Gebäudes ist schon länger ein Thema. 2016 reichte Bruno Bienz, damals noch im Einwohnerrat, ein entsprechendes Postulat ein. In ihrer Stellungnahme schlug die Exekutive ein Mitwirkungsverfahren vor, das auch den Aussenraum mit einbeziehen soll. Ein Projekt könnte nach der inzwischen erfolgten Fertigstellung der Zentrumsbauten zum Thema werden. Dies aber erst, wenn sich die Finanzlage der Stadt Kriens verbessert.

Inzwischen hat Enrico Ercolani (FDP) erneut ein Postulat eingereicht, in dem er einen Ideenwettbewerb für eine neue Nutzung des Bahnhöflis fordert. Der Stadtrat ist bereit, das Anliegen zu prüfen, wie er mitteilt. Als Nächstes muss der Vorstoss im Einwohnerrat überwiesen werden. 

Altes «Bahnhöfli» in Kriens soll belebt werden

Der alte Güterschuppen zwischen Bellpark und Stadtplatz soll mit einem gastronomischen Angebot aufgewertet werden, fordert FDP-Einwohnerrat Enrico Ercolani. Der Stadtrat soll einen entsprechenden Ideenwettbewerb lancieren.