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Kolumne

Eine Wohnung – mit THC oder SVP?

Stadtwärts
Roman Hodel
Roman Hodel, Redaktor Ressort Stadt/Region Luzern

Roman Hodel, Redaktor Ressort Stadt/Region Luzern

Vor geraumer Zeit war ich auf Wohnungssuche. Mein Gott. So ein Schmarren. Bis nur schon das eigene Anforderungsprofil steht. Stadt oder Agglo? Parterre oder zuoberst? Mit oder ohne eigene Waschmaschine? Luxusprobleme, keine Frage. Sind Bedürfnisse und Wünsche erst einmal definiert, geht’s ans Studieren der Inserate. Und da – ich schwöre – wird’s erst richtig kompliziert. Beispielsweise lernte ich, dass Chiffre-Inserate auch 2018 noch existieren. Momoll. In der Zeitung wohlgemerkt. «Privilegiertes, bevorzugtes Quartier», stand in einem Fall geschrieben. Gemeint war eine Wohnung in der Stadt Luzern. Von einem Jugendstil-Haus war die Rede, von Seesicht und Fischgratparkett. Und erst noch zahlbar. Also genau das, wovon wir alle träumen – oder sagen wir viele.

Dann aber der Dämpfer: «An ruhige, gesetztere Einzelperson.» Einzelperson? Das hat etwas Deprimierendes. Zumal ich es nicht bin. Ruhig und gesetzt? Nun ja, Ersteres nicht immer und Letzteres will ich gar nicht hören. Jedenfalls hatte ich mich noch nie in meinem Leben auf ein Chiffre-Inserat gemeldet – und dabei ist es auch geblieben.

Einige Wochen später wanderte ich durch die Region Luzern. An einem Haus prangte ein Schild: «Wohnung zu vermieten». Ich dachte zuerst, wow, ist noch nett hier. Dann das Kleingedruckte: «Kein Home-Office», hiess es auf der Tafel. Zudem: «Keine Raucher (mit oder ohne THC)». Okay. Klare Ansage. Man könnte jetzt denken: Die sind ja voll modern und wissen, was THC und Home-Office bedeutet.

Man könnte aber auch denken: Jesses, wie spiessig. Und das, obwohl ich weder auf Home-Office noch auf Raucherwaren angewiesen bin. Nun, als Vermieter darf man Bedingungen stellen. Es gibt solche, die wollen in ihrem Haus gemäss Anzeige nur Vegetarier, andere bevorzugen offen SVP-Wähler. Echt. Gibt’s alles.

Wer sich über solche Dinge empört, sollte bedenken, dass so viel Transparenz auch aufschlussreich sein kann. Ich hab dann übrigens eine Bleibe gefunden. Notabene eine, in der man nicht flüstern muss, in der arbeiten, rauchen und Fleisch essen erlaubt ist und in der man sogar eine politische Partei nach eigenem Gutdünken wählen kann. Dass es das noch gibt!

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