Einer aus diesem Trio wird neuer Gemeindeammann von Greppen

Franz Gisler wurde am 29. März als Gemeindeammann von Greppen wiedergewählt, nicht jedoch als Gemeinderat. Nun sucht die Gemeinde seinen Nachfolger. Es kommen nur Silvio Rapelli, Daniel Rafferty und Urban Sigrist in Frage.

Lukas Nussbaumer
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Daniel Rafferty (parteilos), Urban Sigrist (CVP) und Silvio Rapelli von der IG Greppen (von links).

Daniel Rafferty (parteilos), Urban Sigrist (CVP) und Silvio Rapelli von der IG Greppen (von links).

Bilder: PD

Die 1200-Seelen-Gemeinde Greppen steht vor einer ganz speziellen politischen Konstellation. Die Wahlberechtigten des am Fusse der Rigi gelegenen Dorfs haben am 29. März zwar fünf Gemeinderäte bestimmt, aber keinen Gemeindeammann – wobei eigentlich doch: Franz Gisler (SVP) wurde als Gemeindeammann nämlich bestätigt, verpasste jedoch die Wiederwahl in den Gemeinderat um 15 Stimmen. Weil in Greppen die Gemeindepräsidentin, der Gemeindeammann und der Sozialvorsteher ins Amt gewählt werden, steht Gislers Nachfolger nun noch nicht fest.

Doch wer kann zum zweiten Wahlgang antreten? Nur die drei nicht ins Amt gewählten Gemeinderäte? Auch neue Kandidaten? Oder sogar Franz Gisler wieder, der als Gemeindeammann ja gewählt wurde? Gemeindeschreiberin Michaela Gamma kennt die Antwort, nachdem sie die rechtlichen Abklärungen getroffen hat: Nur die am 29. März nicht in ein Amt gewählten Gemeinderäte Silvio Rapelli (IG Greppen, bisher), Daniel Rafferty (parteilos, neu) und Urban Sigrist (CVP, neu). Komplettiert wird die Grepper Exekutive mit den wiedergewählten Claudia Bernasconi (CVP, Gemeindepräsidentin) und Roger Augsburger (IG Greppen, Sozialvorsteher).

Drei Möglichkeiten: Stille Wahl, Kampfwahl – oder Blankoliste

Nun geht es also darum, einer aus dem Trio Rapelli, Rafferty und Sigrist vom Amt des Gemeindeammanns zu überzeugen. Kann sich einer dieser drei dafür begeistern, folgt eine stille Wahl. Streben zwei oder gar drei den Posten von Franz Gisler an, gibt es eine Kampfwahl. Stellt sich keiner der drei zur Verfügung, erhalten die Wähler eine Blankoliste, auf der sie ausschliesslich Rapelli, Rafferty oder Sigrist aufführen dürfen.

«Die Situation kommt für uns alle sehr unerwartet»

Ziel sei jedoch eine stille Wahl, sagt Gemeindepräsidentin Claudia Bernasconi. Gespräche würden bereits geführt. Das bestätigt Silvio Rapelli, der das Bildungsressort führt. «Am Besten wäre es, wenn sich eine Person zur Verfügung stellen würde», sagt er. Ob er das sein könnte, lässt er offen.

Ebenso wenig in die Karten blicken lässt sich Urban Sigrist, der am Sonntag als neu antretender Kandidat das drittbeste Resultat erzielte. «Wir müssen die Situation in Ruhe anschauen. Sie kommt für uns alle sehr unerwartet», so der CVP-Politiker. Klar sei, dass er für das Finanzressort angetreten sei und als Angestellter nicht einfach Ja sagen könne zum 45-Prozent-Pensum des Gemeindeammanns.

Das Finanzressort ist derzeit mit 15 Stellenprozenten ausgestattet, genauso das Bildungsressort. Das Gemeindepräsidium und das Sozialressort sind mit je 25 Stellenprozenten dotiert. Eine Änderung der Gemeindeordnung mit mehr Kompetenzen für die Verwaltung und entsprechenden Pensenreduktionen für die Exekutivmitglieder befindet sich derzeit in Erarbeitung.

Franz Gisler freut sich auf mehr freie Zeit

Am deutlichsten über seine Präferenzen äussert sich Daniel Rafferty. Er war bereits einmal Gemeinderat, stand zwischen 2012 und 2016 dem Finanzressort vor. Dieses würde er gerne wieder übernehmen. «Ich habe in den letzten 30 Jahren im Finanzbereich gearbeitet. Dort sind meine Stärken», so der Parteilose, der früher der CVP angehörte.

SVP-Mitglied Franz Gisler nimmt seine Abwahl gelassen hin, da sie für ihn «nicht überraschend» sei. «Ich wollte gar nicht mehr antreten und habe nur kandidiert, weil eine Pensenreduktion in Aussicht stand.» Gisler, eben pensioniert, freut sich nun über mehr Freizeit. Ausserdem sei er ja noch Landwirt – und Kantonsrat, wo er die Wiederwahl 2019 klar schaffte.