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Einer der ältesten Brunnen Luzerns bekommt ein Facelifting verpasst

Der Weinmarktbrunnen ist für viele Luzernerinnen und Luzerner der schönste Brunnen in der Altstadt. Nun wird er während zwei Monaten erneuert. Das wichtigste Stück dieses Wasserspenders steht allerdings schon heute im Museum.
Marc Benedetti
Der Weinmarktbrunnen in der Luzerner Altstadt steht unter Denkmalschutz. (Bild: Pius Amrein (2. August 2018))

Der Weinmarktbrunnen in der Luzerner Altstadt steht unter Denkmalschutz. (Bild: Pius Amrein (2. August 2018))

Die Stadt Luzern saniert ab 7. August bis Ende September den Weinmarktbrunnen. Die Arbeiten sind Teil der Unterhalts- und Erneuerungsstrategie für die öffentlichen Brunnen der Stadt Luzern. Der Brunnen am Weinmarkt steht unter Denkmalschutz und gilt als einer der ältesten Wasserspender Luzerns.

In der Luzerner Chronik von Diepold Schilling dem Jüngeren von 1513 ist der Brunnen am Weinmarkt bereits abgebildet. «Nach meinem Ermessen ist es der schönste und imposanteste Brunnen der Altstadt», sagt «Nachtwächter Ralf», bürgerlich Ralf Fioretti, auf Anfrage. Er zeigt Besuchern die Altstadt und erklärt ihnen die Geschichte der Baudenkmäler.

Zuoberst auf dem Brunnenstock steht der Stadtpatron Mauritius. Die Figuren am Brunnen stellen geharnischte Krieger einer sogenannten Wehrschau dar, wie sie im alten Luzern im Herbst und in der Fasnachtszeit abgehalten wurde. «Zwei Mal im Jahr mussten die Bürger ihre Waffen und Harnische präsentieren und damit zeigen, dass sie gerüstet waren. Man kann das mit dem heutigen Obligatorischen vergleichen», sagt der Stadtführer.

Das Original des Brunnenstocks steht übrigens im historischen Museum Luzerns, beim Exemplar auf dem Weinmarkt handelt es sich um eine Kopie (siehe Box zur Geschichte des Brunnens).

Doch auch an der Kopie nagt der Zahn der Zeit. Laut Projektleiter Reinhard Hofmann vom städtischen Tiefbauamt sind die Schwerter der Figuren teilweise abgebrochen. Die Figuren selbst hätten Abplatzungen und die Kronenbänder wiesen Korrosionsschäden auf. Das alles wird in den kommenden zwei Monaten wieder instand gesetzt. Der Brunnenstock, die Platten des Brunnenbeckens und die Stufenanlage werden saniert. «Die Brunnenstockfiguren werden gereinigt, deren Waffen und Fahnen repariert und fehlende Teile ersetzt», erklärt Hofmann. Metallteile wie Speier, Masken, Blumenkisten oder Kronenbänder würden überholt und die Statik des Brunnenstocks überprüft. Die Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Brunnen wird ein Steinmetz ausführen.

Der Weinmarkt mit Brunnen in der «Luzerner Chronik» von 1513.

Der Weinmarkt mit Brunnen in der «Luzerner Chronik» von 1513.

Die Geschichte des Weinmarktbrunnens

Welches der älteste Brunnen in Luzern ist, lässt sich nicht genau definieren. Es ist jedoch bekannt, dass am Weinmarkt schon ein Brunnen existierte, als Luzern 1332 in den Bund der Eidgenossen eintrat. Eventuell war es damals ein Holzbrunnen. Der Weinmarktbrunnen in seiner heutigen Form ist der älteste noch erhaltene gotische Brunnen in Luzern. Zur Zeit seiner Errichtung hiess der Wein- noch Fischmarkt. Der Brunnen wurde zwischen 1481 und 1494 von Meister Konrad Lux aus Basel errichtet. Für sein Werk erhielt der Meister das Bürgerrecht der Stadt. Der Brunnen ist aus zahlreichen Abbildungen bekannt. 1901 wurde er rekonstruiert, das heisst von nachträglich angebrachtem Schnickschnack befreit und erhielt wieder seine Form aus dem 15. Jahrhundert. Nur die ursprüngliche bunte Bemalung wurde nicht wieder hergestellt.

Quellen: «Luzerner Brunnen» von Kuno Müller (1936) und die Website von Nachtwächter Ralf.

Damit die Bedeutung des denkmalgeschützten Brunnens auch in der Nacht ersichtlich wird, wird auch die Brunnenbeleuchtung erneuert. Grundlage dafür ist das Konzept «Plan Lumière». Fest steht bereits laut Reinhard Hofmann: Nach der Erneuerung soll der Brunnen, dezenter als heute, mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet werden.

Die Sanierung am Weinmarkt ist wenig lärm- und staubintensiv, heisst es in einer Mitteilung der Stadt weiter. Für die Ausführung muss ein Arbeitsgerüst aufgestellt werden. Die Abschrankung um den Brunnen wird mit einer Folie eingekleidet.

Der Sanierungsfahrplan: So gehts bis 2019 weiter

In der Stadt Luzern sind 12 bis 15 Brunnen sanierungsbedürftig. Dafür hat der Grosse Stadtrat 2016 einen Kredit von 1,975 Millionen für die Erneuerung genehmigt. Bereits saniert ist der Wagenbachbrunnen (2017). Dieses Jahr wurde der Krienbrügglibrunnen erneuert, nun werden die Arbeiten am Weinmarktbrunnen aufgenommen, die Brunnen beim Musikpavillon sollen in diesem Jahr ebenfalls saniert werden. 2019 sind der Brunnen im Bleichergärtli, der Jesuiten- und der Neptunbrunnen an der Reihe. Der weitere Fahrplan ist noch offen. Bis 2021 sollen alle öffentlichen Brunnen überprüft und wenn nötig saniert werden.

In Luzern gibt es insgesamt gar 215 Brunnen. 81 davon sind in Privatbesitz oder haben privaten Charakter. 134 können als öffentliche Brunnen bezeichnet werden, für die das städtische Tiefbauamt zuständig ist. Die Brunnen in der Altstadt werden mit frischem Quellwasser aus dem Pilatusgebiet gespiesen.

Der Weinmarktbrunnen aus einer anderen Perspektive (Bild: Archiv LZ / Dominik Wunderli)

Der Weinmarktbrunnen aus einer anderen Perspektive (Bild: Archiv LZ / Dominik Wunderli)

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