Einführung von Tempo 30 in Adligenswil verzögert sich wegen Einsprachen

Tempo 30 im Dorfkern von Adligenswil kann frühestens im Frühling 2021 eingeführt werden. Ursprünglich war die Einführung per 8.Dezember 2020 vorgesehen gewesen.

Hugo Bischof
Drucken
Teilen
Einen zeitlich begrenzten Versuch mit Tempo 30 an der Dorfstrasse hatte es 2014 schon einmal gegeben.

Einen zeitlich begrenzten Versuch mit Tempo 30 an der Dorfstrasse hatte es 2014 schon einmal gegeben.

Bild: Pius Amrein (Adligenswil, 5. November 2014)

Gegen die Einführung von Tempo 30 im Dorfkern von Adligenswil sind Einsprachen eingegangen – einerseits gegen die Verfügung des Kantons, Tempo 30 anzuordnen, andererseits gegen die baulichen Massnahmen der Gemeinde entlang der Dorfstrasse. Das schreibt die Gemeinde Adligenswil auf ihrer Website. Die konkreten Einsprachepunkte werden mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht bekanntgegeben.

Sowohl die Prüfung als auch die Bereinigung der Einsprachen werde einige Zeit in Anspruch nehmen. «Deshalb wird es nicht möglich sein, die geplanten Bauarbeiten vor Wintereinbruch fertigzustellen», schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. Dies führt zu einer Verzögerung der Umsetzung von Tempo 30 bis mindestens in den Frühling 2021. Die veranschlagten Kosten werden neu in die Investitionsrechnung des Budgets 2021 aufgenommen. Ursprünglich war vorgesehen, Tempo 30 zum Bus-Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2020 vorzunehmen.

Geplant ist die Einführung von Tempo 30 durch die Gemeinde auf der Dorfstrasse zwischen dem Widspüel- und dem «Rössli»-Kreisel und durch den Kanton zwischen dem «Rössli»- und dem Obmatt-Kreisel. Hauptgründe sind die Umsetzung der gesetzlichen Lärmsanierungspflicht sowie die Verbesserung der Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Kritik ab Aufhebung der Fussgängerstreifen

Bei den Adligenswiler Ortsparteien stösst die Einführung von Tempo 30 mehrheitlich auf Zustimmung; das zeigte eine Umfrage unserer Zeitung (Ausgabe vom 28. Mai 2020). Nur die SVP sprach sich damals dagegen aus. «Wir kritisieren vor allem die vorgesehene Entfernung der Fussgängerstreifen bei der Migros, das gefährdet die Sicherheit vor allem von älteren Personen», sagt Roger Rölli, Co-Präsident der SVP Adligenswil. Kritik übt die SVP auch an den vorgesehenen Schwellen, diese seien vor allem für Velofahrer gefährlich. Rölli: «Es gibt eine Statistik aus Zürich, wo vermehrt Unfälle von Velofahrern wegen der Schwellen verursacht wurden.» Gemäss Rölli erfolgten die Einsprachen gegen das jetzt aufgelegte Projekt zur Einführung von Tempo 30 durch zwei Grundeigentümer an der Dorfstrasse.

Die FDP bemängelt vor allem, dass der Fussgängerstreifen bei der Migros wegkommen würde. «Dadurch würde das Unfallrisiko für Fussgänger steigen», sagt FDP-Ortsparteipräsident Klaus Zwyssig. «Vor allem Kinder und Betagte wären sehr verunsichert, ob sie die Strasse nun überqueren dürfen oder nicht.» Aus Sicht der FDP müsse der Gemeinderat insistieren, «dass der Kanton diesen Fussgängerstreifen bewilligt», betont Zwyssig.

Der Adligenswiler Gemeinderat setzt sich für die Einführung von Tempo 30 ein, würde es aber ebenfalls vorziehen, wenn die Fussgängerstreifen bei der Migros erhalten blieben. «Die Aufhebung von Fussgängerstreifen bei der Einführung von Tempo 30 ist aber eine gesetzliche Vorgabe des Kantons», sagt die Adligenswiler Baudirektorin Gisela Widmer-Reichlin. «Die zwingenden Anforderungen zur Anordnung eines Fussgängerstreifens sind laut Kanton leider nicht erfüllt. Daher wurde eine Querungshilfe für Fussgänger geplant.»