Einsprache gegen KVA Perlen abgewiesen

Die geplante Kehrrichtverbrennungsanlage (KVA) in Perlen ist einen Schritt weiter. Die einzige, hängige Einsprache wurde abgewiesen.

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Jährlich sollen in der KVA Perlen rund 200'000 Tonnen Güsel aus der ganzen Zentralschweiz verbrannt werden. (Bild: PD)

Jährlich sollen in der KVA Perlen rund 200'000 Tonnen Güsel aus der ganzen Zentralschweiz verbrannt werden. (Bild: PD)

Nun liegen auch die Bewilligungen von Regierungs- und Gemeinderat für den Bau einer gemeinsamen Zentralschweizer KVA mit dem Namen «Renergia» vor. Die einzige Einsprache gegen die Renergia, bei der es ums Erscheinungsbild des 320 Millionen teuren Kraftwerks ging, wurde von den Behörden abgewiesen. Die Einsprecher seien nicht zur Einsprache berechtigt und ihre Anliegen würden teilweise in den Auflagen schon berücksichtigt, schreibt der Abfallverband REAL am Donnerstag.

Damit rückt der für Juni 2012 geplante Baubeginn in greifbare Nähe. Die neue Anlage könnte anfangs 2015 in Betrieb genommen werden. Bis Ende Jahr sollte die Zustimmung von allen acht Abfallverbänden vorliegen, meint der Gesamtprojektleiter Martin Zumstein. Nebst dem ZKRI aus der Region Innerschwyz hat bereits REAL aus der Stadtregion Luzern dem Beitritt zur Renergia zugestimmt. Noch im November folgen die Verbände aus Uri, Ob- und Nidwalden sowie die beiden weiteren Verbände aus Luzern. Im Kanton Zug sind Abstimmungen auf kommunaler Ebene zum Beitritt im Gange.

In der neuen KVA Perlen sollen jährlich 200'000 Tonnen Güsel aus der ganzen Zentralschweiz verbrannt werden. Die Energie, die aus dem Abfall gewonnen wird, soll der Papierfabrik Perlen zugeführt werden, die mit 10 Prozent an der Aktiengesellschaft Renergia Zentralschweiz AG beteiligt ist. Diese kann dadurch jährlich 40 Millionen Liter Heizöl sparen.

pd/rem

Bahntransporte kaum nachhaltiger

Die Umweltverträglichkeitsprüfung zeigt, dass der Transport des Kehrichts mit der Bahn wenig Nutzen für die Umwelt ergibt. Die Güterwagons mit Kehricht würden z. B. von Entlebuch durch den Kanton Aargau über eine Strecke von 149 km ins Limmattal fahren, bevor sie wieder nach Perlen gelangen würden. Auf der Strasse beträgt die Distanz hingegen nur 36 km. Die dank den Bahntransporten eingesparten Luftschadstoffe pro Jahr entsprechen den Emissionen auf 10 Metern Autobahn pro Jahr beim Reussporttunnel. Die Kosten pro eingespartem Kilogramm Stickoxid dank Bahntransporten sind dagegen rund 50 Mal höher als mit dem Katalysator in der Rauchgasreinigungsanlage der Renergia.

pd