Einsprecher erwarten beim Schulhaus Erlen in Emmen ein Providurium

Obwohl die Einsprache abgewiesen wurde, geht ein Einsprecher davon aus, dass der vierte Trakt des Schulhauses Erlen vorläufig nicht gebaut wird. Der Emmer Gemeinderat wird nun das weitere Vorgehen besprechen.

Beatrice Vogel
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Auf dieser Wiese beim Schulhaus Erlen wurde das Provisorium erstellt. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 26. März 2018)

Auf dieser Wiese beim Schulhaus Erlen wurde das Provisorium erstellt. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 26. März 2018)

Die Einsprache gegen den Erweiterungsbau des Schulhauses Erlen ist vom Tisch: Das Bundesgericht hat diese in letzter Instanz abgewiesen. «Das Urteil liegt unerwartet schnell vor», sagt der Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP). «Es ist erfreulich, dass wir nun Rechtssicherheit haben.»

Der Weg ist nun also frei für den Bau des vierten Schulhaus-Trakts. Das Emmer Stimmvolk hat dem Baukredit über 9,38 Millionen Franken vor rund einem Jahr mit 76 Prozent Ja-Stimmen deutlich zugestimmt.

Allerdings hat sich die Ausgangslage in der Zwischenzeit ein wenig verändert. Wegen des dringend benötigten Schulraums wurden die Holzmodule, die für den Neubau vorgesehen waren, als Provisorien auf dem nördlichen Vorplatz neben der Turnhalle aufgestellt. Nach den Osterferien werden die zusätzlichen Schulzimmer bezogen.

Beschwerdeführer lobt provisorische Lösung

Für die Beschwerdeführer ist selbstverständlich, dass sie das Urteil des Bundesgerichts akzeptieren – «auch wenn wir nicht alle Begründungen nachvollziehen können», sagt Emil Galliker auf Anfrage. Er ist einer der Anwohner, die sich gegen den Neubau gewehrt haben. «Uns ging es immer nur um die Höhe des Gebäudes, nie um die Schulerweiterung oder die Occasion-Module», betont er. Galliker lobt deshalb die Gemeinde, dass sie mit den Provisorien eine «ideenreiche Lösung» umgesetzt habe. «Sie sind nun gut ins bestehende Gebäudeensemble integriert.»

Was Galliker ausserdem persönlich befriedige: «Durch diese Lösung besteht ein Restbudget von etwa fünf Millionen Franken, das für die Erweiterung des Schulhauses Emmen Dorf verwendet werden kann.» Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Provisorium vorläufig stehen bleibt. Davon gehe er aus, sagt Emil Galliker:

«Angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde Emmen würde wohl niemand verstehen, wenn die Module jetzt noch einmal verschoben werden.»

Wird nämlich der vierte Trakt gebaut, übersteigen die Kosten den bewilligten Kredit wegen des Provisoriums zwangsläufig. Aus diesem Grund hat FDP-Einwohnerrat Matthias Lingg mittels Postulat gefordert, dass der Gemeinderat das ursprüngliche Erweiterungsprojekt noch einmal überdenkt. «Es ist nach wie vor sinnvoll, eine Ergänzung des Provisoriums und den Verzicht auf das bisherige Projekt zu prüfen», sagt Lingg auf Anfrage. «Daran ändert das Gerichtsurteil nichts.» Den Vorstoss zurück zu ziehen, komme deshalb nicht in Frage.

Gemeinderat bespricht weiteres Vorgehen

Der Gemeinderat werde nun das weitere Vorgehen besprechen, sagt Josef Schmidli. Ob die Erweiterung wie geplant gebaut wird und wann, konnte er gestern noch nicht bekannt geben – auch wegen des hängigen Postulats.

Allerdings würde es erstaunen, wenn der Gemeinderat das Projekt über Bord werfen würde. Schliesslich hat er es bis vor Bundesgericht verteidigt. Zudem fehlt im Provisorium ein Stockwerk – Schulraum, den Emmen langfristig benötigt.