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Einstige Güsel-Deponie im Friedental wird zur grünen Oase

Im Ried beim Friedental ist eine «Oase der Biodiversität» entstanden. Begegnen und Entdecken war bei der offiziellen Eröffnung möglich. Grosse und kleine Luzerner waren begeistert.
Hannes Bucher
Der neue Landschaftspark im Friedental wurde am Sonntagmorgen offiziell eröffnet. Bild: Manuela Jans-Koch (24. Juni 2018)

Der neue Landschaftspark im Friedental wurde am Sonntagmorgen offiziell eröffnet. Bild: Manuela Jans-Koch (24. Juni 2018)

Es ist noch früher Sonntagmorgen, die Vögel pfeifen, ein Specht hämmert, Milane kreisen. Noch ist es ruhig im Riedgebiet beim Luzerner Friedental, nur wenig Verkehrslärm ist von der Seitenstrasse her zu vernehmen. Einige Leute promenieren auf den neu erstellten Wegen im einstigen Familiengartenareal, plaudern, einzelne Gartenzwerge stehen auf den teils noch kahlen Flächen.

Ein Velofahrer nähert sich. Im Sattel sitzt der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula (Grüne). Er ist auf dem Weg zur offiziellen Eröffnung des Freizeitparkes, der hier in den letzten Monaten entstanden ist. «Ein toller Tag, ideal für den Anlass», freut er sich. «Eine kleine grüne Oase können wir an diesem wunderschönen Morgen offiziell eröffnen – weiterer Raum für die angestrebte Biodiversität ist damit geschaffen worden», sagte Borgula im offiziellen Teil.

Natur erleben auf einstigem Deponiegelände

Bis in die 60er-Jahre wurde auf diesem Gelände «am Rande des Siedlungsgebietes und auf landwirtschaftlich weniger wertvollem Land» der Güsel der Stadt entsorgt. Später übernahmen die Familiengärtner das Areal. Als die Schadstoffbelastung auf dem Deponiegelände die Grenzwerte überstieg, wurde die Sanierung dessen ins Auge gefasst und damit auch der Beschluss, ein Teil der Familiengärten aufzuheben und nebst den Gärten einen öffentlich zugänglichen Landschaftspark zu schaffen. «Es hat immer noch genug Parzellen für interessierte Hobby-Gärtner», so Adrian Borgula. Diese bleiben aber den Stadtluzernern vorbehalten.

Was wächst denn hier? Gross und Klein konnte am Samstag den neuen Freizeitpark im Friedental entdecken. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. Juni 2018)

Was wächst denn hier? Gross und Klein konnte am Samstag den neuen Freizeitpark im Friedental entdecken. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. Juni 2018)

Daneben sind aber Flächen zum Erholen, Entdecken und Erleben, zum Spüren und Berühren der Natur entstanden. Aber auch ein «etwas ruhigerer Ort der Stille» dürfe der Landschaftspark sein, der eine Verbindung zwischen Rotsee und Reuss schaffe. Nein, mucksmäuschenstill müssten die Kinder nicht sein, die sehr willkommen seien. Im Gegenteil: Herumrennen und Herumtoben habe durchaus Platz, so Borgula. Dann gab’s für den grünen Stadtrat Sonntagsarbeit: Er griff zur Schaufel und pflanzte eine junge Eiche ein: den Preis, den Luzern 2017 für das Silberlabel «Grünstadt der Schweiz» erhalten hat.

Grosses Entdeckerspiel und luftige Höhen

Mehr und mehr grosse und kleine Luzerner finden sich im Laufe des Vormittags ein und kundschaften das Gelände aus: Infostände, Kurz-Exkursionen, tierische Infos zu Fischen, Biber und Fledermäusen, Kompost-Führungen, Maschinen-Demos und Führungen durch den Gemeinschaftsgarten und die Gewächshäuser der Stadtgärtnerei. Mit einer Fahrt mit dem Hubkran erhält man einen Blick von hoch oben auf das Areal. Das «Entdecker-Spiel zum Mitmachen und Gewinnen» war schon bald in vollem Gang. Til Bühler mit Kollege Joshua Zgraggen war mit einem Einkaufskorb im Gemüsebeet unterwegs und suchte nach Bohnen-, Fenchel- und Kartoffelpflanzen, der Herkunft ihrer «eingekauften» Produkte im Korb. «So cool, wir kommen bestimmt wieder hierher», schwärmen die zwei Buben. Tils Vater, Roy Bühler, findet das Ganze einfach «sensationell». Und: «In zehn Minuten ist man mit dem Velo hier.»

Nochmals zu Adrian Borgula: Was, wenn Partygänger die Anlage entdecken und zweckentfremden, sie zum «Rummelplatz» wird? Dies befürchten die Verantwortlichen nicht. Dafür sei die Anlage doch zu weit weg vom Zentrum. Zum Schluss: 6,7 Millionen Franken waren für das Gelände vorgesehen; 6,1 Millionen Franken davon flossen in die Terrainsanierung. Aus Spargründen musste das «Park-Budget» um 300000 Franken reduziert werden. Wird irgendwann mal nachgerüstet? Die Spielwiese, die gekappten Feuerstellen, die Sitzbänke später integriert? Das scheint aktuell kein Thema. «Wir haben das Beste draus gemacht. Es ist schön und gut so», sagt Borgula.

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