Einwohnerrat

Wegen ungenügender Verwesung: Emmen will Friedhof Gerliswil sanieren

Der Emmer Gemeinderat beantragt beim Parlament einen Kredit von rund 3 Millionen Franken für die Friedhofsanierung.

Beatrice Vogel
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Es ist ein plastisches und drastisches Bild, das der Gemeinderat Emmen malt: «Die Verwesung bei der Erdbestattung ist nicht ausreichend; Lehmböden führen zu Wasserstauungen und behindern eine gesetzeskonforme Verwesung.» Dies führe bei den Verstorbenen zu «Fettwachsbildung» und behindere eine Neubelegung der Gräber. Liest man den Bericht zur Sanierung des Friedhofs Gerliswil wird klar: Diese Zustände sind unhaltbar. Deshalb will die Gemeinde Emmen die Sanierung möglichst bald anpacken.

Die Kirche Gerliswil in Emmenbrücke.

Die Kirche Gerliswil in Emmenbrücke.

Bild: Roger Grütter (25. August 2015)

Neben dem lehmigen Boden gibt es noch weitere Gründe für die Arbeiten: Die Gräber gehen langsam aus, insbesondere jene für Erdbestattungen. Bis ins Jahr 2045 braucht es voraussichtlich rund 340 Grabplätze für Erdbestattungen sowie knapp 3000 Urnengräber. Ab dann rechnet die Gemeinde mit zirka 250 Todesfällen jährlich. Zu Berücksichtigen ist dabei die Grabesruhe von 20 respektive 15 Jahren, während dieser die Gräber belegt sind.

Gemeinde Emmen will Themengräber anbieten

Es braucht also neue Reihengräber. Im Zuge der Sanierung will die Gemeinde ausserdem neue Grabarten anbieten, etwa Baumbestattungen oder Themengräber sowie ein neuer Kinderfriedhof mit Engelsgräbern. Die neuen Grabarten würden immer öfter bei der Friedhofsverwaltung nachgefragt. Für die Neuerung muss zudem auch das Friedhofreglement angepasst werden.

Ganz profan, aber nicht weniger wichtig sind die weiteren Massnahmen der Sanierung: Stützmauern müssen erneuert, Treppen saniert und Geländer angebracht werden. Damit der gesamte Friedhof barrierefrei wird, müssen Rampen errichtet werden. Auch die Wege müssen erneuert werden, denn heute gibt es viele Stolperfallen, etwa durch Wurzeln. Der Friedhof Gerliswil soll zudem seinen Charakter als Parkanlage behalten.

Umsetzung beginnt schon nächstes Jahr

Für alle Massnahmen, die bis 2024 umgesetzt werden sollen – respektive wegen der bis dahin dauernden Grabesruhe einiger Gräber bis spätestens 2036 – beantragt der Gemeinderat einen Sonderkredit über 3,135 Millionen Franken. Mit den Arbeiten zur Entwässerung der Erdreihengräber sowie zur Sanierung von Treppen und Stützmauern soll schon im kommenden Frühling begonnen werden. Der Einwohnerrat befindet am 15. Dezember über das Geschäft.