Einwohnerrat will Schlittelpiste von der Krienseregg ins Tal erhalten

Nachdem die Pilatusbahnen die Präparation der Talabfahrt nach Kriens eingestellt haben, muss sich der Stadtrat nun dafür einsetzen, dass diese wieder geöffnet wird. Welche finanziellen Folgen das hat, ist unklar.

Stefan Dähler
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Damals lag noch Schnee: Zwei Schlittler im Jahr 2005 unterwegs am Hang beim Schlössli Schauensee in Kriens.

Damals lag noch Schnee: Zwei Schlittler im Jahr 2005 unterwegs am Hang beim Schlössli Schauensee in Kriens.

Bild: Archiv Luzerner Zeitung

Genügend Schnee liegt heutzutage nur noch selten. Aber wenn, dann soll die Schlittelpiste zwischen der Krienseregg (rund 1000 Meter ü.M.) und der Talstation der Pilatusbahnen (zirka 500 Meter ü.M.) befahrbar sein. Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag ein Postulat von Patrick Koch (SVP) für den Erhalt der Piste mit 21 Ja- zu 6 Nein-Stimmen klar überwiesen. Nur die FDP sprach sich dagegen aus.

Hintergrund des Vorstosses war, dass die Pilatusbahnen im letzten Winter den Betrieb der Schlittelpiste runter nach Kriens eingestellt hatten. Das Unternehmen begründete diesen Schritt damit, dass der Aufwand für die Präparation zu gross sei angesichts der wenigen Tage pro Winter, an denen auf der Abfahrt tatsächlich genug Schnee liegt. Nicht vom Entscheid betroffen ist die höher gelegene Piste zwischen Fräkmünt- und Krienseregg.

Abfahrt auch mit Schnee kaum befahrbar

Er stelle den Klimawandel nicht in Abrede, sagte Postulant Patrick Koch. «Aber es wird immer wieder Tage geben, an denen es schneit. Und wenn Schnee liegt, soll schlitteln auch möglich sein.» Das sei aktuell nicht der Fall, wie Koch im letzten Februar am eigenen Leib erfahren habe. Der Schlitten sei im Schnee versunken. Weiter seien einige Abschnitte geräumt und gar gesalzen gewesen. Es hätte zu gefährlichen Situationen mit entgegenkommenden Autos kommen können.

Auch juristische Argumente wurden ins Feld geführt. So befindet sich die Piste in einer Sondernutzungszone für Wintersport. Es sei nicht ausgeschlossen, dass bei einem Unfall die Stadt Kriens haften müsste, sagte Michèle Binggeli (SVP), die als Anwältin arbeitet. Schliesslich habe die Stadt diese Sondernutzungszone eingerichtet.

Anders sah das der Stadtrat, der das Postulat im Vorfeld zur Ablehnung empfohlen und die Idee einer privaten Spendensammlung für den Erhalt der Piste ins Feld geführt hatte. Erst wenn die Stadt die Piste auch tatsächlich betreiben würde, etwa durch das Aufstellen von Signalisationen, wäre sie auch haftbar. Bei Unfällen könne das sehr teuer werden. «Die Zone allein reicht unserer Ansicht nach nicht, um rechtliche Konsequenzen zu ziehen», sagte Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Die aktuelle Situation sei zugegebenermassen unbefriedigend, «aber die Verantwortung liegt so bei jedem Einzelnen». Unterstützung erhielt Senn von seinen Parteikollegen: «Wintersport auf dieser Höhe – das ist einfach passé», sagte Thomas Lammer (FDP).

Soll die Stadt für die Präparation bezahlen?

Noch unklar ist, welche Folgen die Überweisung des Postulats hat. In diesem heisst es, dass der Stadtrat beauftragt wird, «mit den Pilatusbahnen Gespräche zu führen». Ziel sei «die Erarbeitung eines Konzepts für die Weiterführung» des Schlittelbetriebs. Denn es könne nicht sein, «dass ein florierendes Unternehmen wie die Pilatusbahnen sich einfach aus der finanziellen Verantwortung zieht». Ob die Stadt selbst auch Geld in die Hand nehmen soll, schliesst das Postulat zumindest nicht explizit aus. So heisst es: «Mit wenig Geld kann die traditionelle Schlittelbahn Krienseregg-Kriens für die Zukunft erhalten bleiben.»

Gemäss Bauvorsteher Senn dürfte die Stadt sehr wohl zur Kasse gebeten werden. Denn die Pilatusbahnen seien nicht bereit, für den Betrieb der Piste wieder aufzukommen. Dies hatte das Unternehmen zu einem früheren Zeitpunkt auch gegenüber unserer Zeitung betont. Zwingen könne man das private Unternehmen nicht. Folglich müsste die Stadt Kriens Massnahmen erarbeiten für den Betrieb der Piste, die Kosten berechnen und diese dann ins Budget aufnehmen. Angesichts der knappen Finanzen wäre das wohl schwer vermittelbar, so Senn weiter.

Ob ein finanzielles Engagement der Stadt dem Willen des Einwohnerrats entspräche, ist unklar. Erich Tschümperlin (Grüne) etwa sagte, dass die Stadt nicht selbst zahlen, sondern bei Pilatusbahnen vorstellig werden sollte. Das Unternehmen sei sehr rentabel und könne sich den Betrieb der Piste leisten. Sprecher von CVP und SVP führten dagegen ins Feld, dass Kriens deutlich mehr Geld für andere Freizeitangebote wie die Badi ausgebe. In einem ersten Schritt soll der Stadtrat zumindest mal einen runden Tisch einberufen.

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