«Eure aktuellen politischen Themen interessieren uns» – höchste Emmerin zu Besuch in Luzern

Die Emmer Einwohnerratspräsidentin Marta Eschmann war am Donnerstag zu Gast im Luzerner Stadtparlament. Dabei betonte sie, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit der Gemeinden ist.

Beatrice Vogel
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Marta Eschmann, Einwohnerratspräsidentin von Emmen, hielt im Grossen Stadtrat eine Rede. Rechts von ihr: Albert Schwarzenbach.

Marta Eschmann, Einwohnerratspräsidentin von Emmen, hielt im Grossen Stadtrat eine Rede. Rechts von ihr: Albert Schwarzenbach.

Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 30. Januar 2020)

Albert Schwarzenbach (CVP) hat sich während seines Präsidialjahres im Luzerner Stadtparlament das Ziel gesetzt, über den Tellerrand zu blicken. Dazu hat er alle Präsidenten der Parlamente der Region zu einem Besuch eingeladen. Am Donnerstag war Marta Eschmann (CVP), Einwohnerratspräsidentin von Emmen, zu Gast. Ein wenig nervös wirkte sie, verständlicherweise, überbrachte Grüsse aus Emmen und hielt eine eher ernste Rede. Eschmann bedankte sich bei den Parlamentariern für deren Engagement, denn «Politik interessiert und bewegt». Sie betonte, wie wichtig es sei, dass Luzern und Emmen gemeinsame Interessen wahrnehmen:

«Eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt Luzern ist für Emmen sehr wichtig.» 

Emmerinnen und Emmer schätzen die Stadt als Begegnungsort, sagte Eschmann. «Auch eure aktuellen politischen Themen interessieren uns, sei es das Stadtfest, ein carfreies Inseli, die Spange Nord oder die Debatte um das Metro-Projekt.» In der Stadt stünden zukunftsweisende Projekte an, die auch für die Agglomeration wichtig seien.

Emmens Entwicklung bringt Herausforderungen mit sich

Darüber hinaus brachte Marta Eschmann den Grossstadträten ihre Gemeinde näher. Emmen habe die Fusion mit der Stadt Luzern abgelehnt und bleibe – obwohl faktisch längst selbst eine Stadt – eine Gemeinde, weil sonst Tradition verloren gehen würden. In Emmen gehe eine dynamische Entwicklung vor sich, mit der Hochschule Luzern, neuen Arbeitsplatzgebieten und dem Seetalplatz als zentraler Verkehrsknoten. Diese Entwicklung gehe mit Herausforderungen einher: klamme Finanzen, benötigter Schulraum, Verkehrszunahme. «Das Bevölkerungswachstum stellt hohe Anforderungen an Emmen und prägt die politische Debatte», so Eschmann. Dennoch zeichnete sie – ganz Botschafterin Emmens – das Bild einer attraktiven Vorstadtgemeinde:

«Wir sind auf gutem Weg, das Image und die Attraktivität der Gemeinde Emmen werden sich verbessern.»

Der Besuch aus Emmen wurde mit Applaus verdankt. Und die Grossstadträte liessen es sich nicht nehmen, in den folgenden Debatten die Gemeinde Emmen besonders oft zu erwähnen – teils auch mit humorvollen Seitenhieben. Wie etwa Roger Sonderegger (CVP), der sich fragte, warum sich die Stadt Luzern kein 50-Meter-Schwimmbecken in der Zimmereggbadi leisten könne: «Kriens und Emmen haben ein 50-Meter-Becken – und die haben doch weniger Geld als wir.»

Übrigens: Grossstadtratspräsident Albert Schwarzenbach wurde auch nach Emmen eingeladen, wo er dieses Jahr einer Parlamentssitzung beiwohnen wird. In Kriens war er bereits zu Besuch.

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Robert Knobel