Einzelmaske: Der verhinderte Franzose

In der heutigen «Einzelmaske»-Kolumne beschreibt unser Autor das Bemühen nach einer seriösen Fasnachtsvorbereitung. Und weshalb es auch dieses Jahr nicht ganz geklappt hat.

Der Schornolist
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Der Schornolist.

Der Schornolist.

Same procedure as every year: Da macht sich der Kolumnist schon zu Weihnachten seine Gedanken darüber, in welchem Kostüm er die Fasnacht bestreiten möchte. Die Ideen sprudeln in heiterer Runde vor dem Christbaum: Als Osterhase verkleidet vielleicht. Ein Esel böte sich ebenfalls als Sujet an, wie man so die Krippe betrachtet. Oder getraut sich der Obwaldner nun doch endlich an die Nidwaldner Fasnacht, verkleidet als Napoleon, den Überfall der Franzosen simulierend?

Im weltlichen Alltag verpuffen die fasnächtlichen Einfälle rasch. Bestellungen von Masken oder Uniformen wurden keine getätigt. Jetzt ist es halt wieder so: Der Kolumnist weiss vor dem Güdismäntig doch noch nicht, in welche Rolle er sich am nächsten Tag stürzen wird. Aus Verzweiflung (oder anderen Gründen) gönnt er sich ein Bier am Abend, bevor auch für ihn die fünfte Jahreszeit anbricht. Kollege Mitbewohner will sich, so erfährt man dort, als Superheld «Protector-Man» in die Gassen wagen. Das habe vor allem praktische Gründe, führt dieser aus, da allfällige Stürze nicht schmerzhaft enden würden, wie es auch schon der Fall gewesen sein soll.

Der Kolumnist verspricht, seine Knieschoner für diesen Zweck auszuleihen. Bei Bedarf auch den Skihelm. Und was ist die Superkraft dieses «Protector-Man»? Genau: Pragmatismus. Mit solchem löst der Held auch die Probleme des Kolumnisten ohne Kostüm – er leiht ihm einen Sack voller Utensilien aus früheren Zeiten. Da findet sich: Eine Pilotenjacke und eine Steampunk-Brille. Die Kopfbedeckung des Fliegermanns hat ihren Einsatz im vergangenen Jahr leider nicht überstanden – ein Giraffenkopf tut es zur Not aber auch. Als Franzose geht die fliegende Giraffe natürlich nicht durch. Aber für einen französischen Abgang sollte es reichen.