EISENBAHNVERKEHR: Zu viele Passsagiere und zu wenig Geld

Die Städte Luzern, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich fordern eine rasche Behebung der Kapazitätsengpässe im Eisenbahnverkehr mit Zürich. Das vom Bundesrat vorgeschlagene Budget sei zu knapp.

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(Symbolbild Keystone)

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In Bern stellte sich am Montag die «Städte-Allianz öffentlicher Verkehr Ost- und Zentralschweiz» vor. Diese unterstützt im Grundsatz die zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB), über die der Ständerat am 3. Juni im Rahmen der FinöV-Vorlage (siehe Kästchen unten) debattieren wird.

Im Hinblick auf die Ständeratsdebatte warnte die Städte-Allianz davor, dass das wachsende Passagieraufkommen nicht mehr bewältigt werden könne.

Luzern und Zug warnen vor Engpässen
Die im ZEB vorgeschlagenen Massnahmen brächten auf den für die peripher gelegenen Städte und Regionen sehr wichtigen Bahn-Verbindungen zum Wirtschaftsmotor Zürich keine grundlegende Entlastung, sagte der Luzerner Stadtrat Kurt Bieder. Er forderte deshalb, die für den Ausbau der Schienenverkehrsinfrastruktur verfügbaren Mittel aufzustocken.

Diese müssten dort eingesetzt werden, wo ein hoher Bedarf nachgewiesen sei und Kapazitätsengpässe zu folgenreichen volkswirtschaftlichen Schäden oder Wachstumsstörungen führten.

Die Zuger Stadträtin Andrea Sidler Weiss verwies darauf, dass auf den Bahnstrecken St.Gallen-Winterthur-Zürich und Luzern-Zug-Zürich in der Hauptverkehrszeit die Kapazitätsgrenze nahezu erreicht sei.

Auswirkungen auf viele Städte und Regionen
Die Städte-Allianz kritisierte, dass die ZEB-Vorlage keine Angebotsverdichtung zwischen Zug und Zürich vorsehe. Der eingleisige Engpass im Albis-Tunnel bleibe bestehen.

Zudem könne der in der ZEB-Vorlage vorgesehene Angebotsausbau zwischen Winterthur und Zürich die erwartete Passagierzunahme bei weitem nicht abfangen. Könnten die herrschenden Engpässe nicht behoben werden, drohe eine Beeinträchtigung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit nicht nur für Zürich, sondern für alle umliegenden Städte und Regionen, warnte der Zürcher Stadtrat Martin Waser.

Die Städte-Allianz verwies zudem darauf, dass die vom Bundesrat vorgeschlagenen 5,2 Milliarden Franken für die Bahn-Ausbauprojekte im Rahmen der ZEB zu knapp seien. Es brauche deshalb eine unvoreingenommene Diskussion über ergänzende Finanzierungswege.

ap