Eishockey

EVZ-Verteidiger Livio Stadler erzielt erstes Tor in der National League und ist Wegbereiter für einen 3:1-Sieg gegen Rapperswil

Die Rapperswil-Jona Lakers sind dem Tabellenführer Zug ein ebenbürtiger Gegner und halten lange gut mit. Der Tabellenführer entscheidet das Spiel mit einem Doppelschlag kurz vor Schluss.

Philipp Zurfluh
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Die Zuger bejubeln das 2:1 durch Livio Stadler (Nummer 14).

Die Zuger bejubeln das 2:1 durch Livio Stadler (Nummer 14).

Bild: Urs Flüeler/ Keystone (Zug, 12. Januar 2021)

Der Auftritt des EV Zug gegen die Rapperswil-Jona Lakers hatte lange die Qualität der Matchuhr in der Bossard-Arena: Prädikat ungenügend! In der 47. Minute streikte die Technik. Die Schiedsrichter mussten das Video konsultieren und die Uhr zurückstellen, was einige Minuten in Anspruch nahm. Das führte zur absurden Situation, dass die beiden Trainer ihre Teams aufs Eis schickten, um sich für die Schlussphase aufzuwärmen.

Der Unterbruch schien für das schläfrige Zuger Angriffsspiel ein Weckruf gewesen zu sein. Nach mustergültiger Vorarbeit von Topskorer Jan Kovar erzielte Verteidiger Livio Stadler (56.) sein erstes Tor überhaupt im Dress des EVZ. Nette Geste von Kovar: Er krallte sich den Puck und übergab ihn dem Torschützen. Kurz darauf doppelte Yannick Zehnder (57.) zum 3:1-Endstand nach. Es war sein zweites Tor gestern Abend, bereits der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 ging auf sein Konto. Der 23-Jährige reitet derzeit auf einer Erfolgswelle. Dank des Hattricks gegen Fribourg-Gottéron hatte er noch mehr Selbstvertrauen getankt. Für Zehnder waren es die Saisontore 11 und 12.

Alatalo: «Haben uns das Leben schwer gemacht»

Im vierten Saisonduell mit den Lakers war es der vierte Sieg, jedes Mal mit einem Tor Unterschied. «Die ersten beiden Drittel waren überhaupt nicht EVZ-like. Da haben wir nicht viel Schlaues zustande gebracht», sagte Santeri Alatalo hinterher. Vor allem die Spielauslösung habe nicht so funktioniert, wie man sich es vorgenommen hatte.

Die Lakers waren ein aufsässiger Gegner. Doch wir haben uns das Leben schwer gemacht.»

5:2, 0:6, 1:8, 7:2: Das waren die letzten vier Ergebnisse der Rapperswil-Jona Lakers. Manchmal beeindrucken die St. Galler mit starken Leistungen, dann folgen plötzlich wieder unerklärliche Aussetzer. Die St.Galler als Wundertüte der Liga zu bezeichnen, trifft es ziemlich gut. Die Niederlagen zu Jahresbeginn gegen Genève-Servette (0:6) und ZSC Lions (1:8) gaben Rätsel auf. Beide Male mussten die Torhüter Melvin Nyffeler und Noël Bader nach 40 Minuten das Feld räumen. «So etwas ist nicht akzeptabel», redete Lakers-Verteidiger Flurin Randegger nach der Klatsche gegen die Zürcher Klartext. Die Reaktion folgte prompt durch den souveränen 7:2-Erfolg gegen Ambri-Piotta, als sie die Tessiner in ihre Einzelteile «zerlegten».

Die wenigen Medienschaffenden in der Bossard-Arena bekamen definitiv keinen Leckerbissen serviert. Die Zuger enttäuschten über weite Strecken. Vor allem in den ersten 30 Minuten schien es eine Ewigkeit zu dauern, bis die Scheibe die eigene Zone verliess. Und so war es eine logische Konsequenz, dass auch die Offensive nicht in die Gänge kam. Die Führung der St.Galler durch einen satten Schuss von Igor Jelovac (9.) war nicht gestohlen. Das in dieser Saison oftmals fragile Kollektiv der Lakers war gefestigt und dem Tabellenführer ein ebenbürtiger Widersacher.

Nick Shore gibt Debüt gegen Lugano

Noch nicht auf dem Matchblatt stand der Amerikaner Nick Shore. Er verfolgte das Spiel in den Katakomben. Nach ein paar Tagen in Quarantäne trainierte er am Montag erstmals mit der Mannschaft. Laut Sportchef Reto Kläy soll der Center am Freitag auswärts gegen den HC Lugano zu seinen ersten Einsatzminuten kommen. «Er wird unser Offensivspiel noch variabler machen», ist Alatalo überzeugt.

Zug – Rapperswil 3:1 (0:1, 1:0, 2:0)
Bossard-Arena. – 0 Zuschauer. – SR Lemelin/Urban.

Tore: 9. Jelovac (Eggenberger) 0:1. 36. Zehnder (Klingberg, Hofmann) 1:1. 56. Stadler (Kovar, Hofmann) 2:1. 57. Zehnder (Klingberg, Albrecht) 3:1.
Strafen: Je 3-mal 2 Minuten.

Zug: Hollenstein; Geisser, Diaz; Stadler, Schlumpf; Alatalo, Cadonau; Gross; Thorell, Kovar, Martschini; Zehnder, Albrecht, Klingberg; Hofmann, Senteler, Simion; Bachofner, Leuenberger, Langenegger.

Rapperswil-Jona: Nyffeler; Jelovac, Profico; Randegger, Egli; Maier, Sataric; Dufner, Vukovic; Eggenberger, Rowe, Lehmann; Cervenka, Wetter, Clark; Moses, Dünner, Wick; Lhotak, Ness, Forrer.

Bemerkungen: Zug ohne Wüthrich, Thürkauf (verletzt). Rapperswil-Jona ab 57:46 ohne Torhüter.