Eklat in der Einbürgerungskommission

In der Einbürgerungskommission der Stadt brodelt es. Ein Mitglied der SP soll das Amtsgeheimnis verletzt haben.

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Valentina Smajli: «Ich muss davon ausgehen, dass Insiderinformationen weitergegeben worden sind.» (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Valentina Smajli: «Ich muss davon ausgehen, dass Insiderinformationen weitergegeben worden sind.» (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Simon Roth (28), SP-Mitglied der Einbürgerungskommission (EBK), soll vertrauliche Informationen über die Kommissionsarbeit an die Parteileitung weitergegeben haben. Dies werfen ihm die SVP und die FDP in einer Medienmitteilung vor. «Diese Informationen wurden offenbar mit dem Ziel weitergegeben, das Abstimmungsverhalten von EBK-Mitglied Valentina Smajli zu beeinflussen.» Offenbar, so die beiden Parteien, habe Smajli, ebenfalls ein SP-Mitglied, die Einbürgerungsgesuche aus Sicht der SP zu differenziert beurteilt, sprich: zu viele Gesuche abgelehnt.

Valentina Smajli sagt auf Anfrage unserer Zeitung: «Ich wurde unerwartet von der Parteispitze mit meinem Abstimmungsverhalten in der Kommission konfrontiert. Ich muss deshalb davon ausgehen, dass Insiderinformationen weitergegeben worden sind.» Und dies muss offensichtlich Parteikollege und SP-Vizepräsident Simon Roth gewesen sein. Denn, so Smajli: «Mein Parteikollege in der EBK erklärte kategorisch, dass er nicht mehr mit mir zusammenarbeiten könne und wolle.»

Die SP wollte gestern zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen, und Roth war nicht zu erreichen. Fakt aber ist, dass die SP Smajli nicht mehr zur Wiederwahl in die Einbürgerungskommission nominiert hat.

Christian Bertschi / Neue LZ

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