Kommentar

Elektroautos im Kanton Luzern brauchen doppelten Schub

Sämtliche Autogaragen in neuen und umgebauten Häusern im Kanton Luzern sollen mit der Infrastruktur für Elektroladestationen ausgerüstet werden müssen. Diese Forderung macht Sinn. Doch es braucht weit mehr als Ladestationen, wenn der CO2-Ausstoss entscheidend sinken soll.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer

Lukas Nussbaumer

Weniger als ein Prozent aller Autos im Kanton Luzern wird von Elektromotoren angetrieben. Wer die Hybridfahrzeuge dazu zählt, kommt auf etwas über zwei Prozent. Landesweit liegen die Zahlen leicht höher. Doch Autos mit umweltschonenden Motoren sind noch immer eine Ausnahme. Obwohl längst klar ist: Der Weg zur angestrebten CO2-Reduktion führt über sie. Deshalb macht es Sinn, wenn die öffentliche Hand die Elektromobilität fördert: via tiefere Verkehrssteuern – und mit mehr Ladestationen. Denn dort hapert’s. Die wenigsten privaten Parkplätze verfügen heute über die nötigen Anschlüsse, geschweige denn über Ladestationen.

Nun verlangt ein grosser Teil des Luzerner Kantonsrats eine massive Aufrüstung: Sämtliche Parkplätze in allen neu- oder umgebauten Mehrfamilienhäusern sollen mit der Grundinfrastruktur für Ladestationen ausgerüstet werden müssen. Diese Forderung ist ein massiver Eingriff ins Baurecht – und zieht happige Kosten nach sich: Stromanschluss und Ladestation zusammen kosten pro Parkplatz mehr als 3000 Franken.

Ladestationen zu Hause dürften wohl einige animieren, sich ein Elektroauto zu kaufen. Privatparkplätze für Ladestationen vorzubereiten, kann also die gewünschte Entwicklung weg vom Verbrennungs- hin zum Elektromotor beschleunigen. Für den grossen Schub reicht das aber nicht. Für diesen bräuchte es das nationale CO2-Gesetz, mit dem Benzin und Diesel stark verteuert würden.