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ELEKTROFAHRZEUGE: Raststätte Neuenkirch erhält neue Schnellladestation für Elektroautos

Die Raststätte Neuenkirch baut acht neue Ladestationen für Elektroautos – darunter auch eine europäische Neuheit. Deren Leistung ist so hoch, dass sie heutige Fahrzeuge noch nicht gänzlich nutzen können.
Thomas Lohmann testet die neue Elektrotankstelle. Er ist der Geschäftsführer der Raststätte Neuenkirch. (Bild: Nadja Schärli (Neuenkirch, 26. Februar 2018))

Thomas Lohmann testet die neue Elektrotankstelle. Er ist der Geschäftsführer der Raststätte Neuenkirch. (Bild: Nadja Schärli (Neuenkirch, 26. Februar 2018))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

In diesen Wochen entsteht Futuristisches in Neuenkirch. Die Raststätte an der A2 erhält insgesamt acht neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge, eine wurde bereits installiert. Die entsprechende Baubewilligung hat die Gemeinde kürzlich erteilt. Unter den neuen Anlagen befinden sich sechs sogenannte Schnellladestationen, mit denen Autos in bloss 15 bis 20 Minuten fast komplett aufgeladen werden können. Bisher mussten die Fahrzeuge dafür mehrere Stunden, etwa die ganze Nacht über, an der Steckdose hängen. Und das meist zu Hause.

Leistung: von 50 auf 350 Kilowatt

Dass man sein Gefährt neu auch unterwegs an einer der meistbefahrenen Achsen des Landes aufladen kann, ist ein weiterer Schritt für die Elektromobilität – und ein ganz spezieller für die Raststätte Luzern-Neuenkirch. Denn solche öffentliche Schnellladestationen gibt es sonst noch gar nirgendwo in Europa. Entsprechend freut sich Thomas Lohmann, Geschäftsführer der Luzerner Raststätten AG (Lurag), über diesen «strategisch wichtigen und weitsichtigen Entscheid», wie er auf Anfrage sagt.

Die neuen Schnellladestationen verfügen über eine Leistung von bis zu 350 Kilowatt – das ist siebenmal mehr, als heutige Anlagen vorweisen. Speziell: Die Elektro- oder Hybridfahrzeuge, die derzeit auf dem Markt zu finden sind, können gar nicht mit der vollen Leistung von 350 Kilowatt aufgeladen werden – deren Batterien sind noch zu schwach. Stehen die Ladestationen demnach ungenutzt herum? «Keineswegs», sagt Thomas Lohmann. «Die Batterien können zwar nicht die Höchstleistung aufnehmen, sie können aber problemlos mit weniger Kilowatt gefüttert werden. Das schnelle Aufladen ist also schon möglich.» Die leistungsfähigere Batterie-Generation wird schon in den nächsten Monaten auf den Markt kommen, heisst es beim Betreiber der Anlagen, der Ionity AG aus München.

An einer Ladestation können jeweils mehrere Fahrzeuge aufgeladen werden. Auch hier bringen die neuen Schnellladestationen einen Vorteil, wie Lohmann sagt: Denn bisher nimmt die Leistung der Stationen ab, wenn zwei Autos gleichzeitig «tanken». «Die 350-Kilowatt-Säulen bringen auch dann noch volle Leistung, wenn sie von mehreren Fahrzeugen benutzt werden», sagt Lohmann.

Nicht für alle Elektroautos kompatibel

Einen kleinen Haken haben die neuen Schnellladestationen in Neuenkirch aber: Sie verfügen bloss über einen sogenannten CCS-Stecker (Combined Charging System). Dieser ist nicht für Elektrofahrzeuge aller Marken und Modelle kompatibel. Das hat im Luzerner Kantonsrat bereits für einen Vorstoss gesorgt: Thomas Oehen (CVP, Aesch) verlangte in einem Postulat, dass auf öffentlichem Boden keine solche «diskriminierende Schnellladeinfrastruktur» bewilligt werden sollte. Auch das Bundesamt für Strassen (Astra) empfiehlt dies. Trotzdem hat sich das Luzerner Parlament an seiner Session im vergangenen Dezember dagegen ausgesprochen, die Diskriminierung staatlich zu verhindern.

Thomas Lohmann betont seinerseits, dass die verwendeten CCS-Stecker als europäischer Standard gelten. Und: «Unsere Raststätte ist bereits diskriminierungsfrei.» Denn neben den Schnellladestationen verfügt die Lurag künftig auch über drei 50-Kilowatt-Anlagen mit jeweils drei verschiedenen Steckern. Marcel Schmid, Mediensprecher der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW), welche die Ladestationen betreibt, bestätigt: «Damit können alle Typen von E-Mobilen geladen werden.»

Im Zuge der jetzigen Aufrüstung der Raststätte wird die CKW ihre beiden bisherigen Ladestationen um eine weitere ergänzen. «Der Ausbau ist eine Investition in die Zukunft», sagt Schmid weiter. Denn erwartet wird, dass die Nachfrage nach Ladestationen künftig ansteigt. Derzeit werden sie allerdings noch «bescheiden» genutzt, zumindest in Neuenkirch. Pro Tag werden nur eine Handvoll Fahrzeuge auf der Raststätte aufgeladen, so Schmid. Mitte April soll sich das ändern: Dann sollen die neuen Schnellladestationen fertig gebaut – und das Aufladen attraktiver – sein.

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