ELEKTRONIKINDUSTRIE: Schurter Gruppe mit 74% weniger Gewinn

Wie bei so vielen Firmen fing das Jahr für die in der Elektronikindustrie tätige Schurter Gruppe in Luzern gut an. Doch in den letzten Monaten des vergangenen Jahres kam für das Familienunternehmen die Ernüchterung.

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Szene aus der Produktion von Schurter. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Szene aus der Produktion von Schurter. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Für die Schurter Gruppe mit ihren weltweit 19 Tochtergesellschaften und 1500 Mitarbeitern begann das Jahr 2008 mit guten Umsatzzahlen, obwohl eine kleine Abschwächung bereits früh spürbar wurde, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Nach den Sommermonaten habe jedoch ein Nachfragerückgang in allen Märkten hingenommen werden müssen, wobei vor allem die Verkäufe in Amerika und Asien vom Rückgang sehr stark betroffen waren.

Umsatz mit nur kleinem Rückgang
Mit 200,3 Mio. Franken übertraf der Jahresumsatz zum zweiten Mal die Grenze von 200 Mio. Franken, wobei ein Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden musste. Aufgrund des hohen Exportanteils hatte der starke Devisenkurs des Schweizer Frankens, sowohl gegenüber dem Euro wie auch gegenüber dem US Dollar, einen grossen Einfluss auf den Jahresumsatz. Nach der Bereinigung dieser Währungseinbussen fällt der Umsatzrückgang mit 1,7% denn auch sehr gering aus.

Der Reingewinn sank 2008 auf 1,9 Mio. Franken, was einer Verringerung von 74% gegenüber 2007 entspricht. Der Cash Flow ging um 36,6% auf 10,88 Mio. Franken zurück. Dies sei vornehmlich darauf zurückzuführen, dass die Kostenstruktur nicht im gleichen Ausmass an den Umsatzrückgang angepasst werden konnte, wie es weiter heisst.

Kurzarbeit in Luzern eingeführt
Die ersten Monate des Jahres 2009 zeigen eine weiterhin sehr schwache Nachfrage nach Schurter Produkten. Aufgrund dessen wurden bei den Gesellschaften in der Schweiz (Luzern, Mellingen und Mendrisio), wie auch im Ausland Kurzarbeit für einen grossen Teil der Belegschaft eingeführt sowie frühzeitige Pensionierungen vereinbart. Die Arbeitskürzungen begannen Anfangs März respektive April 2009 und bewegen sich im Bereich von 30-50%.

Verschiedene Indikatoren lassen darauf hindeuten, dass der Tiefpunkt bezüglich der Umsatzentwicklung allmählich erreicht sein dürfte, prognostiziert das seit 75 Jahren bestehende Unternehmen. Es sei jedoch noch schwer abzuschätzen, zu welchem Zeitpunkt die Geschäfte der Schurter Gruppe wieder das Niveau von 2007 erreichen werden.

scd

Wechsel
Ralph Müller ist neuer CEO
Ralph Müller (40, Bild rechts) löst bei an der Unternehmensspitze als CEO Anton Lauber (58) ab, wie das Unternehmen mitteilt. Der seit 1988 bei Schurter arbeitende Lauber ist neu als Leiter Division Komponenten tätig und agiert weiterhin als Delegierter des VR. Müller arbeitet seit 2004 als Produktionsleiter für die Schurter AG. Er habe mehrjährige Erfahrung in der Produktionsführung und umfassende Kenntnisse in der Fertigung von elektronischen Komponenten. (scd)